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Beelitz

  • 14.11.2017
  • von Julia Frese

Randalierer und Diebe verwüsten Heilstätten: Diebstahl am Denkmal

von Julia Frese

Alte Gemäuer. Vom Gelände der Beelitzer Heilstätten wurden in der Vergangenheit immer wieder wertvolle Gegenstände gestohlen oder beschädigt. Förderer beschweren sich über Müll. Foto: A. Klaer

Mitglieder des Fördervereins Heiz-Kraft-Werk klagen über regelmäßigen Vandalismus in den Heilstätten. Außerdem lassen Diebe dort offenbar alles mitgehen, was nicht niet- und nagelfest ist.

Beelitz - Eine Regenrinne, ein wertvoller Kupferkessel, mehrere historische Leuchten – Diebe scheinen sich im noch nicht entwickelten Teil der Beelitzer Heilstätten an allem zu bedienen, was nicht niet- und nagelfest ist. So berichtet es Elke Seidel, Vorsitzende des Fördervereins Heiz-Kraft-Werk Beelitz-Heilstätten. Immer wieder würden außerdem Türen eingetreten, Fenster eingeworfen und Wände beschmiert. „Wir haben die Vorfälle schon mehrfach bei der Polizei angezeigt“, so Seidel, die auch für die Fraktion Grüne-FDP-Thiele im Beelitzer Stadtparlament sitzt. „Aber bisher konnte keiner der Täter gefasst werden.“

Während in den Quadranten A, B und D bereits Wohn- und Gewerbeflächen entstanden sind, ist der Quadrant C der Heilstätten noch weitgehend unbelebt. Mitglieder des Fördervereins sind seit Jahren mehrmals wöchentlich vor Ort, um nach dem Rechten zu sehen. „Wir putzen Spinnweben ab und sorgen für Ordnung“, erklärt Seidel. Zum Verein gehören 25 Mitglieder, die sich ehrenamtlich mit teils großem Zeitaufwand für die Erhaltung des Orts einsetzten. Seit einigen Jahren müssten die Vereinsmitglieder dabei immer häufiger die traurige Entdeckung machen, dass wertvolle Gegenstände gestohlen oder beschädigt worden seien. Regelmäßig fänden sie außerdem Müll und leere Flaschen am Eingang des Heizkraftwerks.

Vandalismus in den Heilstätten: Hobbyfotografen unter Verdacht

Wer für den Vandalismus verantwortlich ist, können die Vereinsmitglieder jeweils nur vermuten. Seidel hat insbesondere Hobby-Fotografen im Verdacht, die als lose organisierte Gruppe in die Gebäude gingen, um Aufnahmen von den verfallenden Räumen zu machen. Dass Diebe und Vandalen ein so leichtes Spiel haben, liege auch am unzureichenden Wachschutz, sagt die Vorsitzende des Fördervereins. Es gebe vor Ort zwar Wachleute, die setzten sich aber erst in Bewegung, wenn der Alarm losgehe und kämen dann zu spät, um jemanden zu erwischen.

Während der Bauarbeiten am Baumkronenpfad war es 2014 und 2015 zu einer Häufung von Vandalismusfällen in den Heilstätten gekommen. Die Polizei hatte damals eine Sonderermittlungsgruppe eingesetzt. Die Gruppe hatte acht Tatverdächtige ermittelt, die mit einem Baustellenbagger das Chirurgiegebäude demoliert und frisch gesetzte Zaunpfähle herausgerissen hatten.

Zentrales Badehaus, ehemaliges Verwaltungsgebäude und Pavillion des Männersanatoriums als erstes auf dem Plan

Für den heutigen Dienstag hat die Polizei Elke Seidel zu einem Gesprächstermin eingeladen. „Wir werden mit der Vereinsvorsitzenden besprechen, wie die Sicherheitslage vor Ort ist und wie wir sie gegebenenfalls verbessern können“, sagte Polizeisprecher Oliver Bergholz dazu.

Eigentümer des Quadranten C ist seit Kurzem der Investor Jan Kretzschmar, Geschäftsführer der Firma KW Development. Sein Plan ist es, die Heilstätten in einen „voll funktionsfähigen Ort“ mit Wohnungen, Supermärkten, Verwaltungen und Firmen zu verwandeln, wie er selbst sagt. Im Quadranten C will er zunächst das ehemalige Verwaltungsgebäude, den Pavillon des Männersanatoriums und das Zentrale Badehaus restaurieren.

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