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Teltow

  • 08.11.2017
  • von Solveig Schuster

Teltow: Neuer Anlauf für Schwimmhalle

von Solveig Schuster

Draußen und drinnen. Die Betreibergesellschaft des Freibads Kiebitzberge in Kleinmachnow soll eine Analyse zu einer Schwimmhalle in der TKS-Region anfertigen. Foto: Sebastian Gabsch

Sozialausschuss in Teltow ebnet Weg für weitere Untersuchung. Öffentliche Standortdiskussion vertagt.

Teltow – Teltow will die gewünschte Schwimmhalle in der Region weiter voranbringen. Eine öffentliche Standortdiskussion soll es jedoch noch nicht geben. Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) erklärte am Montag in der Sitzung des Kultur- und Sozialausschusses: „Es ist deutlich geworden, dass der Prüfauftrag inhaltlich von der Standortfrage getrennt werden muss.“

Wie berichtet hatte Schmidt kürzlich einen Beschlussvorschlag in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht, wonach die Freibad Kiebitzberge GmbH mit der weiteren Analyse zu den Anforderungen einer Schwimmhalle für die Region betraut werden soll. Mit der Vorlage präsentierte er den Abgeordneten bereits ausgewählte Grundstücke für das neue Bad. Weil sie aber nocht nicht über einen Standort abstimmen wollten, verwiesen die Stadtverordneten die Vorlage zunächst zurück in die Ausschüsse.

Im Kultur- und Sozialausschuss am Montag stimmten die Mitglieder dem Antrag nun mehrheitlich zu, nachdem Schmidt erklärt hatte, dass es sich bei den sechs Standorten lediglich um unverbindliche Vorschläge aus den Kommunen handelt. Laut Beschlussvorlage soll die von den drei Nachbarkommunen Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf (TKS) getragene Freibad Kiebitzberge GmbH offene Fragen klären und die Sache im Aufsichtsrat der Gesellschaft so weit vorbereiten, dass in den Kommunen darüber abgestimmt werden kann. Dazu gehöre auch eine Standortanalyse.

Wie berichtet war Teltows Bürgermeister im Sommer 2016 von den Stadtverordneten beauftragt worden, zu untersuchen, ob und wo das gewünschte Bad gebaut werden kann. Weil aus seiner Sicht aber weder Teltow noch Stahnsdorf und Kleinmachnow über den nötigen fachspezifischen Sachverstand verfügten, sprach er sich dafür aus, den Auftrag an die Gesellschaft zu delegieren. Auch die angehängte Auflistung geeigneter Grundstücke, die nach einer Abfrage in den drei Kommunen entstanden war, gehörte zu seinem Prüfauftrag. Von den aufgelisteten Grundstücken befinden sich fünf in Teltow und eines im Stahnsdorfer Gewerbegebiet an der Ruhlsdorfer Straße.

Ausschussmitglied Marc Bomhoff (SPD) sagte: „Wir freuen uns, dass neben der Marina auch eine Schwimmhalle gebaut werden kann, ohne dass sich Teltow verschuldet.“ Die Schwimmhalle sei vor drei Jahren Bürgerwunsch Nummer Eins im Bürgerhaushalt gewesen, daher sei es schön, nun in die konkrete Planung einzusteigen. Jedoch warnte er auch vor zu viel Euphorie. „Wir müssen sehen, wo wir kostentechnisch für den Betrieb landen“, erklärte er.

Insbesondere Kleinmachnow hatte sich zuletzt zurückhaltend in der Frage gezeigt. Die Skepsis bestehe auch weiterhin, sagte Kleinmachnows Gemeindesprecherin Martina Bellack. Wie die Erfahrungen mit dem Freibad in den Kiebitzbergen zeige, sei ein Schwimmbad kaum wirtschaftlich zu betreiben. Betrieb, Erhalt und Sanierung des Freibades würden mit hohen Zuschüssen der Kommunen unterstützt.

Eberhard Derlig, sachkundiger Einwohner für die FDP/LTR, sprach sich dafür aus, nach kostengünstigen Varianten zu suchen, und dazu etwa auch den Blick in die Partnerstädte nach Ahlen oder Gonfreville zu richten. Der Grünen-Politiker Eberhard Adenstedt führte in diesem Zusammenhang die nordrhein-westfälische Stadt Lippstadt als Beispiel an. Die Stadt sei beim Bau ihres Schwimmbades unter den avisierten Kosten geblieben, sagte er. Nach PNN-Recherchen hatte Lippstadt für das vor vier Jahren errichtete Erlebnis- und Sportschwimmbad rund 11,5 Millionen Euro gezahlt. Der jährliche Verlust für das durch die Stadtwerke erbaute Bad liegt demnach bei jährlich 1,4 Millionen Euro. Solveig Schuster

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