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  • 08.09.2017
  • von Julia Frese

Feiner Tropfen: Wein auf Wachstumskurs

von Julia Frese

Die Weinkenner von Dreilinden. Firmen-Mitgründer Frank Kleinfeldt (r.) und Weinfachberater Dirk Wascher (l.) freuen sich auf die ersten Veranstaltungen im neuen Kleinmachnower Flagshipstore. Als Gäste sind erfahrene Winzer aus der ganzen Welt eingeladen. Foto: Sebastian Gabsch

Das Unternehmen Vinoscout hat sich für mehr als drei Millionen Euro einen neuen Flagshipstore im Europarc Dreilinden gebaut.

Kleinmachnow - In einer Lagerhalle eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen, ist nicht ganz einfach. Bei der Veranstaltungsecke des neuen Flagshipstores des Weinhändlers Vinoscout hat der Innenarchitekt Stefan Brall es dennoch geschafft. Dafür sorgen Holzmöbel, Pflanzen und viel Tageslicht. Winzer aus der ganzen Welt sollen in diesem Ambiente künftig „das Thema Wein voranbringen“, wie Firmen-Mitgründer Frank Kleinfeldt sagt. Bei Beamer-Vorträgen und Verkostungen sollen die Kunden mehr über die Rebenprodukte lernen, die Vinoscout anbietet, und selbstverständlich gern auch ein paar Flaschen mitnehmen.

Am vergangenen Samstag hat der neue Standort nach zwei Jahren Bauzeit offiziell eröffnet. Über drei Millionen Euro hat das Unternehmen in das Gebäude mit der 1500 Quadratmeter großen Halle investiert, das Obergeschoss ist an ein weiteres Unternehmen vermietet. In der Halle erstrecken sich neben dem Veranstaltungsbereich lange Regalreihen voller Flaschen unterschiedlichster Herkunft. Zu den Kunden gehören außer Privatleuten auch Gastronomen aus der Region.

Es gibt nicht nur Weine, sondern auch Grappa, Cognac und Whisky sowie immer mehr Gin und Rum. „Vor allem Rum ist gerade als Getränk sehr im Kommen“, sagt Weinfachberater Dirk Wascher. Auch Wein werde immer mehr zu einem Getränk für die jüngere Generation der unter 30-Jährigen. Der Experte gehört seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 2008 zum Team. Bei den Verkostungen wird er zukünftig neben dem jeweiligen Gastwinzer als fachkundiger Ansprechpartner dabei sein.

Rund 4000 Weinsorten gibt es bei Vinoscout zu kaufen, sowohl im Flagshipstore als auch europaweit über ein Online-Portal. Nachdem sich das Unternehmen 2008 gegründet hatte, wuchs es rasant. Das bisherige Ladengeschäft befand sich in einem ehemaligen Supermarkt in Berlin-Tempelhof. „Da hatten wir aber weniger als die Hälfte des Platzes, der uns hier zur Verfügung steht“, sagt Wascher. Die angebotenen Weine stammen mehrheitlich aus Europa, besonders beliebt seien derzeit italienische Erzeugnisse wie der Primitivo aus Mandurio oder der Lugana vom Gardasee. Auch deutsche Weine gehören zum Angebot, allerdings nur solche aus klassischen Weinregionen. „Die Weine aus Werder etwa gibt es einfach in zu kleinen Mengen, als dass wir da ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten könnten“, sagt Wascher.

Um noch mehr Weine und andere Spirituosen ins Sortiment aufnehmen zu können und um Veranstaltungen rund um das Thema Wein anbieten zu können, hielten Geschäftsführer Immanuel Lutz und Mitgründer Frank Kleinfeldt bereits vor einigen Jahren Ausschau nach neuen Gewerbeflächen. Beim Umzug nach Dreilinden sei er zwar anfangs skeptisch gewesen, sagt Kleinfeldt, denn „jahrelang ist hier ja gar nichts passiert“. Inzwischen sei er aber überzeugt, dass es kaum eine bessere Entscheidung für Vinoscout hätte geben können. „Es ist gigantisch, wie schnell die Entwicklung hier nun voranschreitet.“

Hinter den großen Fenstern in der Veranstaltungsecke erstreckt sich derzeit noch auf einer Seite grüne Wiese. Dort will das Unternehmen in Kürze mit dem Bau einer Terrasse beginnen, auf der die Gäste der Veranstaltungen mit einem Glas Wein in der Hand den Sonnenuntergang genießen sollen. Auf der einen Seite der Halle wird derweil an der Tiefgarage für ein großes Bürogebäude gebaut. Noch klafft ein großes betonumrahmtes Loch im Boden. Die Nachbarn auf der anderen Seite der Halle hingegen gehören zu den Urgesteinen des Europarks: Es sind Ebay und Paypal. Von dort und von anderen benachbarten Unternehmen seien bereits Mitarbeiter in der Mittagspause vorbeigekommen, um Getränke für abendliche Betriebsfeiern zu holen, sagt Kleinfeldt. „Es ist ein sehr nettes Beisammensein hier.“

Was die Geduld der Mitarbeiter jedoch auf die Probe stellte, war die lange Wartezeit auf die Baugenehmigung. Neun Monate habe es gedauert, bis es endlich losgehen konnte. „Ich kann aber auch verstehen, dass es bei dem Andrang etwas dauert – die kommen hier wahrscheinlich kaum mehr hinterher.“

Bisher hat das Unternehmen nur neun Mitarbeiter, auch diesbezüglich will Vinoscout aber wachsen. Als Nächstes suche man einen Store Manager, in Zukunft vielleicht auch noch mehr Personal.

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