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  • 08.09.2017
  • von Solveig Schuster

Ausschuss diskutiert über Kulturobjekte: Kein Museum im Musterhaus Kleinmachnow

von Solveig Schuster

Mit einer temporären Projektausstellung zum Thema „Wurzeln“ wird sich ab Samstag das ehemalige Verkaufsbüro des Berliner Baumeisters Adolf Sommerfeld in der Karl-Marx- Straße 117 erneut als Museumsstandort präsentieren. Indes zeichnet sich ab, dass das rot angestrichene Haus wohl nicht dauerhaft zum Museum wird.

Kleinmachnow - Mit einer temporären Projektausstellung zum Thema „Wurzeln“ wird sich ab Samstag das ehemalige Verkaufsbüro des Berliner Baumeisters Adolf Sommerfeld in der Karl-Marx- Straße 117 erneut als Museumsstandort präsentieren. Indes zeichnet sich ab, dass das rot angestrichene Haus wohl nicht dauerhaft zum Museum wird. Nachdem das denkmalgeschützte, aber stark sanierungsbedürftige Musterhaus lange als Standort für das künftige Kleinmachnower Museum im Gespräch war, hat sich der Heimatverein Kleinmachnow nunmehr auf einen anderen Ort festgelegt. Das Sommerfeld-Haus soll ein privater Investor übernehmen.

Nach Vorstellungen des Heimatvereins soll das seit Jahren gewünschte Museum stattdessen im Gemeindezentrum der Evangelischen Auferstehungskirche im Jägerstieg entstehen. In dem derzeit von der Kirche unter anderem als Gotteshaus genutzten Gebäude biete sich Platz für eine fest etablierte Dauerausstellung, welche die Identität der Gemeinde wiedergeben könnte. In anderen Räumen könne nach Ansicht des Vereins eine kleinteilige Wechselausstellung entstehen.

Das Sommerfeld-Haus sei ein historisches Kleinod, baulich eigne es sich aber nicht, sagte der Heimatvereinsvorsitzende Axel Mueller. Der größte Raum, der bei der aktuellen Projektausstellung als Werkstattraum genutzt werde, sei gerade 30 Quadratmeter groß. Der Heimatverein benötige aber nicht nur Platz für seine Sammlungen, sondern auch für sein umfassendes Archiv, das „in geordneter und übersichtlicher Form nutzbar gemacht werden soll“. Mit 400 Quadratmetern Nutzfläche und einem großzügigen Kirchensaal biete das Haus im Jägerstieg gute räumliche Voraussetzungen, so Mueller.

Auch Bürgermeister Michael Grubert (SPD) favorisiert eine solche Variante. Er war von den Gemeindevertretern im Oktober 2015 damit beauftragt worden, bestehende und mögliche Kulturobjekte in der Gemeinde zu untersuchen, den Sanierungsaufwand zu berechnen und darzustellen, wie die Gebäude künftig genutzt werden können. Nun hat er einen entsprechenden Beschlussvorschlag mit einer Auflistung aller Kulturobjekte einschließlich der Überlegungen zu den künftigen Nutzungen vorgelegt.

Aus dem Gebäude im Jägerstieg, das die Gemeinde zwischenzeitlich von der Evangelischen Auferstehungskirche gekauft hat, soll demnach ein „Haus für Kleinmachnow“ werden, in dem sowohl der Heimatverein als auch die Museumsinitiative ein Domizil finden könnten. Spätestens mit der für Ostern 2018 geplanten Einweihung des neuen Gemeindezentrums im Alten Dorf, das die Evangelische Kirche dort derzeit baut, benötige sie das Gebäude im Jägerstieg 2 nicht mehr. Es soll dann zunächst saniert werden. Rund 1,2 Millionen Euro sind dafür von 2018 bis 2020 veranschlagt. Das Holzhaus in der Karl-Marx-Straße solle nach den Plänen der Verwaltung zwar auch künftig im Eigentum der Gemeinde verbleiben, aber per Erbbaurecht an einen privaten Träger übergeben werden. Dieser soll auch die Sanierung des Gebäudes übernehmen, die mit rund 600 000 Euro berechnet worden ist.

Der Kleinmachnower Kultur- und Sozialausschuss konnte sich am Dienstag noch nicht auf eine gemeinsame Haltung zu dem Beschlussvorschlag verständigen. Thomas Singer (Die Linke) schlug vor, dass das Sommerfeld-Haus so lange weiter als Ausstellungsort genutzt werden solle, bis das Haus im Jägerstieg bezugsfertig ist. 

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