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  • 08.07.2017
  • von Solveig Schuster

Neue Mitte für die Gemeinde: Schüler markieren Kleinmachnows Mitte

von Solveig Schuster

Hier muss es sein. Kleinmachnower Schüler haben die Ortsmitte berechnet. F.: A. Klaer

Viertklässler der Seeberg-Grundschule haben die Mitte Kleinmachnows kartografisch bestimmt. Nun wird überlegt, ob es diese Stelle auch offiziell markiert werden soll.

Kleinmachnow - Umgeben von schicken Einfamilienbauten kreuzt das Heidefeld den Heidereiterweg. Einzelne Bäume ragen in den Himmel, Vögel zwitschern. Unweit der Straßen gräbt Bürgermeister Michael Grubert (SPD) zu seinen Füßen ein Loch in den nassen Sand. Das Zentrum Kleinmachnows liegt zweifellos am Rathausmarkt, sagt er. Aber das hier, so sagen es ihm Kleinmachnows Schüler, das ist des Ortes wahrer Mittelpunkt. Gemeinsam rammen sie einen Holzstab in die vorbereitete Erde. Noch ein paar Hammerschläge, dann ist Kleinmachnows geografische Mitte mit einem Hinweisschild markiert. „Ich bin begeistert“, erklärt der Bürgermeister und schaut in zufriedene Gesichter.

Drei Unterrichtsstunden lang haben Viertklässler der Seeberg-Grundschule gebastelt, gemessen und gewogen, um sich der geografischen Mitte ihres Heimatortes zu nähern. Auf die Idee dazu brachte sie Rudolf Mach vom Kleinmachnower Heimatverein. Bei einer Führung durch die Neue Hakeburg habe er von dem Projekt erzählt, sagte Sachkunde-Lehrerin Christiane Banzer. Er selbst sei durch einen alten Zeitungsartikel auf den Gedanken gekommen, in dem vom Mittelpunkt Deutschlands berichtet worden war, erzählte der Heimatkundler. Irgendwo in der Nähe von Kassel soll er liegen, wo genau, sei nicht gesichert.

Wird der Mittelpunkt nun auch offiziell markiert?

Je nach Messmethode gibt es unterschiedliche Ergebnisse. Diese Erfahrung machten auch die 25 Viertklässer der Seeberg-Grundschule. In sechs Gruppen probierten sie zwei Systeme. Zuerst hätten sie sich einen Ortsplan genommen und den Norden mit dem Süden, den Osten mit dem Westen verbunden. Dort, wo sich beide Striche trafen, markierten sie den Mittelpunkt und kamen zunächst auf den Hirschwechsel, eine deutlich entfernter liegende Straße. Im zweiten Fall hätten sie sich dem Punkt mit der Pendelmethode genähert. Mit ausgestrecktem Finger, der den Plan von unten hält, hätten sie ihn austariert, erklärt Mach. Alle sechs Gruppen landeten im Heidefeld, drei davon an dem nun markierten Punkt im Heidereiterweg. Und damit just vor dem Garten von Ingo Saupe, dem Ehrenvorsitzenden des Heimatvereins. Der zeigte sich amüsiert und winkte ab: „Es ist ja kein so weltbewegendes Ereignis“, sagte er. Dennoch könnte ihm das neue Schild vor dem Haus künftig den einen oder anderen Besucher bescheren. In der Gemeinde werde nun überlegt, dem Provisorium noch ein offizielleres Antlitz zu verleihen. Wie, müsse aber noch beraten werden, so Gemeindesprecherin Martina Bellack.

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