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Teltow

  • 24.06.2017
  • von Julia Frese

Wohnung für Flüchtlinge: Familie Farah zieht nach Stahnsdorf

von Julia Frese

Endlich angekommen. Familie Farah darf nach Stahnsdorf ziehen. Foto: Andreas Klaer

Die Wohnung einer Flüchtlingsfamilie im Teltower Asylheim sollte zwangsgeräumt werden. Jetzt hat der Landkreis Potsdam-Mittelmark doch eine Lösung gefunden.

Teltow - Was lange währt wird endlich gut: Die fünfköpfige somalische Familie, die trotz Schließung der Flüchtlingsunterkunft in der Potsdamer Straße noch übergangsweise in dem Gebäude verblieben war, hat mit Hilfe des Landkreises nun eine Wohnung in Stahnsdorf gefunden. „Die Familie hat den Mietvertrag für die Stahnsdorfer Wohnung heute unterzeichnet“, erklärte Kreissprecher Kai-Uwe Schwinzert. Bei der Wohnung handele es sich um eine vom Kreis geförderte Immobilie. Mit 500.000 Euro fördert der Landkreis derzeit den Ausbau von 28 Wohnungen und erlangt damit ein Vorrecht bei der Entscheidung über die Belegung. Die geförderten Wohnungen befinden sich laut Schwinzert in Bad Belzig, Görzke, Wiesenburg, Treuenbrietzen, Beelitz, Brück, Kloster Lehnin, Michendorf, Niemegk, Borkheide sowie in Teltow und Stahnsdorf. Die Anzahl reiche aber kaum aus, um den Bedarf zu decken.

Laut Landkreis sollte die Familie in Teltow bleiben dürfen

Zunächst hatte es von Seiten des Landkreises geheißen, die Familie müsse in ein Flüchtlingsheim in Brück ziehen, da in den übrigen Teltower Flüchtlingsunterkünften keine Kapazitäten mehr frei seien. Später bot der Kreis ihnen geförderte Wohnungen in Brandenburg/Havel, Treuenbrietzen und Beelitz an. Da das Ehepaar Farah jedoch bereits seit vier Jahren in Teltow lebt und die drei Kinder sich in einer Kita vor Ort gut integriert hatten, wollten sie nicht aus der Region wegziehen.

Der Landkreis hatte vor der Schließung des Flüchtlingsheims zugesichert, dass Familien mit Kindern in ihrem gewohnten Umfeld verbleiben könnten. „Wir sind hier glücklich und haben uns gut integriert, genau wie es die Stadt Teltow mit ihrem Integrationskonzept wollte“, sagte Halima Farah Ende Mai. Kurz zuvor hatten ihr Mann und sie einen Platz in einem Deutschkurs bekommen, den sie im Sommer beginnen wollten.

Nachdem der Landkreis das Flüchtlingsheim in der Potsdamer Straße Ende Mai offiziell geschlossen hatte, um das zuvor gemietete Gebäude für den Eigentümer zu sanieren, hatten Kreismitarbeiter der Familie mit einer polizeilichen Räumung gedroht. Schließlich durften die fünf Somalier jedoch vorerst im Gebäude bleiben, während nach einer Lösung gesucht wurde. Die Familie sah sich derweil auch selbst auf dem Wohnungsmarkt um und besichtigte Halima Farah zufolge einige Sozialwohnungen in Teltow, erhielt jedoch keine Zusage.

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