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Teltow

  • 10.06.2017
  • von Julia Frese

Flüchtlingsheim in Teltow: Strom abgestellt: Familie Farah sitzt im Dunklen

von Julia Frese

Halima Farah und ihre Familie haben sich nach vier Jahren in Teltow gut eingelebt. Nun muss die somalische Familie das Flüchtlingsheim verlassen - und wahrscheinlich nach Brandenburg/Havel ziehen. Foto: A. Klaer

Teltow - Für die somalische Familie, die das ehemalige Flüchtlingsheim in der Potsdamer Straße derzeit noch bewohnt, hat sich die Situation weiter verkompliziert: Am Donnerstag hätte es im Gebäude unangekündigt für mehrere Stunden keinen Strom mehr gegeben, sagte Halima Farah der PNN am Freitag. Nach Beschwerden ihrerseits hätten Landkreismitarbeiter ihr gedroht, den Strom in Zukunft erneut abzustellen. Außerdem hätten die Mitarbeiter ihnen in unfreundlichem Ton gesagt, dass die Familie im Gebäude nicht mehr erwünscht sei.

Wohnung in Brandenburg/Havel könnte erst ab August bezogen werden

Die fünfköpfige Familie ist wegen der Schließung des Heims gezwungen auszuziehen. Der Landkreis hatte ursprünglich zugesichert, dass Familien mit Kindern in dem Umfeld verbleiben können, in dem sie sich integriert haben. Für die Farahs hatte der Platz in den übrigen Teltower Flüchtlingsheimen jedoch nicht ausgereicht, weswegen sie zunächst in eine Flüchtlingsunterkunft in Brück ziehen sollten. Daneben bot der Landkreis ihnen eine Wohnung in Brandenburg/Havel an. Ein Kreismitarbeiter habe ihr nun aber gesagt, dass die Wohnung wegen Renovierungen erst im August bezugsfähig sei, so Halima Farah. Derweil sucht die Familie weiterhin eine Wohnung in Teltow. Dies scheitere jedoch schon daran, dass sie nach dem Ablaufen eines ersten Wohnberechtigungsscheins noch keinen neuen bekommen habe, so Farah.

Nach Aussage von Kreissprecher Kai-Uwe Schwinzert habe am Donnerstag im Gebäude in der Potsdamer Straße 5 a niemand absichtlich den Strom abgestellt. Stattdessen habe es einen Stromausfall gegeben, der versehentlich durch die Familie selbst verursacht worden sei: „Ich weiß nicht, was die da angeschlossen haben.“ Es könne allerdings vorkommen, dass der Strom künftig zeitweise durch die Handwerker abgestellt würde, die das Gebäude bis Ende des Monats in Stand setzen. Von Drohungen durch Kreismitarbeiter wisse er nichts, so Schwinzert. Die Familie erhalte am Montag ihren Bewilligungsbescheid für Arbeitslosengeld II und könne damit bei der Stadt Teltow ihren neuen Wohnberechtigungsschein abholen. Der Kreis sei durch den neuen Status der Familie nicht weiter für die Farahs verantwortlich und werde sie auch nicht bei einem Umzug nach Brück oder Brandenburg/Havel unterstützen. „Es wird sicher ehrenamtliche Helfer geben, die das tun“, so Schwinzert. Auf die Frage, wie lange die Farahs noch im Gebäude wohnen bleiben könnten, blieb Schwinzert vage: „Solange es technisch möglich ist.“ 

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