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Stahnsdorf

  • 03.06.2017
  • von Julia Frese

Stahnsdorf: Entscheidung zu Bauhof erneut vertagt

von Julia Frese

Stahnsdorf - In der Sitzung der Stahnsdorfer Gemeindevertretung am Donnerstagabend wurde die Entscheidung über einen gemeinsamen Bauhof mit Teltow und Kleinmachnow erneut vertagt. Bürgermeister Bernd Albers (Bürger für Bürger) hatte eine Beschlussvorlage eingereicht, den Plan eines gemeinsamen Zweckverbands zu begraben. Dies lehnten die Sitzungsteilnehmer mehrheitlich ab. Die Beschlussvorlage zur Gründung des Zweckverbands, den die SPD-Fraktion eingereicht hatte, wurde zur weiteren Diskussion zurück in die Ausschüsse verwiesen. Bei der nächsten Sitzung der Gemeindevertretung am 13. Juli wird das Thema erneut auf der Tagesordnung stehen.

Bürgermeister Bernd Albers legte am Donnerstagabend dar, warum er sich gegen die Zusammenlegung der Bauhöfe ausspreche: Laut einem Gutachten, das die Gemeinde in Auftrag gegeben hat, entstünden Stahnsdorf durch die Fusion jährliche Mehrkosten in Höhe von 380 000 Euro. „Wir glauben, dass wir uns das im Augenblick nicht leisten können“, so Albers.

CDU-Vertreter Peter Weiß und Die Linke-Vertreter Harald Mushak hatten sich unabhängig voneinander ebenfalls mit den Haushaltszahlen befasst und zur Sitzung jeweils eigene Präsentationen mitgebracht. Weiß zweifelte die erhöhten Kosten an, die Albers präsentiert hatte. „Ich denke, ein Zweckverband würde die Kosten für Stahnsdorf sogar senken, da wir durch bessere Technikausstattung und mehr Personal flexibler agieren könnten.“ Ähnlich argumentierte Mushak. Der Linke-Vertreter betonte zudem, dass ein gemeinsamer Bauhof mit Teltow und Kleinmachnow dem Erhalt von Arbeitsplätzen mit fairer Bezahlung in der Region dienen würde.

Über die Bauhof-Fusion diskutieren die drei Gemeinden bereits seit rund eineinhalb Jahren. Kleinmachnows Bürgermeister Michael Grubert (SPD) hatte Albers in der vergangenen Gemeindevertretersitzung aufgrund der Unentschlossenheit Stahnsdorfs harsch angegriffen. „Ich verfluche den Tag, an dem Stahnsdorf in das Projekt aufgenommen wurde“, hatte er zu Albers gesagt. Nach der Aprilsitzung hatte Grubert gesagt, er sei nicht mehr gewillt, über den 1. Juni hinaus auf Stahnsdorfs Entscheidung zu warten.

Dass es nun erneut zu keiner Einigung gekommen ist, kommentierte der Kleinmachnower Bürgermeister dennoch in gefassteren Worten. „Wir werden jetzt gemeinsam mit Teltow alles zur Gründung des Zweckverbands auf den Weg bringen“, so Grubert. „Wenn Stahnsdorf sich am 13. Juli entscheiden sollte, dass sie doch dabei sein möchten, ist die Tür noch nicht zu.“ Dies sei allerdings der letzte Termin, zu dem sich die Gemeindevertreter entscheiden müssten. Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) nahm die Entwicklung in Stahnsdorf als positiv in Richtung Zweckverband wahr: „Ich freue mich, dass die grundsätzliche Ablehnung bei vielen Gemeindevertretern nicht mehr vorhanden ist.“Julia Frese

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