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Teltow

  • 02.06.2017

In Teltow sorgt ein geplanter Bau für Ärger: Anwohner erwägen Klage gegen „Klotz“

Teltow – Auf dem früheren Atelier-Gelände des Malers Markus Lüpertz in der Teltower Kanada-Allee sind die Arbeiten an einem umstrittenen mehrgeschossigen Gebäude wieder aufgenommen worden. Eine Garantie, dass der Bau nun wie geplant vollendet werden kann, gibt es aber weiter nicht. Nach Angaben der Kreisverwaltung sei inzwischen zwar die Baugenehmigung für das geplante Geschäfts- und Wohnhaus auf dem 3800 Quadratmeter großen Baugrundstück erteilt. Allerdings gäbe es einen Widerspruch, der derzeit geprüft werde.

Wie berichtet hatten sich die Nachbarn gegen den aus ihrer Sicht überdimensionierten Bau in ihrem Viertel beklagt. Analog zu dem siebengeschossigen Wohnkomplex auf der anderen Seite des Mühlendorf-Sees, der schon Mitte der 90er- Jahre als erster Bau in dem Neubauviertel entstanden war, plant die Kanada-Allee Projektentwicklungs GmbH zwei weitere mit einer Geschäftszeile verbundene Wohntürme. Auf fünf Etagen sollen sie Platz für 43 barrierefreie Wohnungen bieten.

Die Anwohner monieren, der Bau entspreche zwar den Festsetzungen im Bebauungsplan, jedoch ginge dieser noch auf Pläne eines früheren Investors zurück, die nicht vollends umgesetzt worden seien. Entworfen hatte sie einst der kanadische Immobilien-König Robert J. Campeau, der 1994 eine 33 Hektar große Ackerfläche im Mühlendorf erworben hatte und vor Ort eine Wohnlandschaft mit 100 verschiedenen Haustypen realisieren wollte. Von vier geplanten Towern am Ende der Kanada-Allee wurden jedoch nur die beiden Siebengeschosser umgesetzt. Anstatt der weiteren Hochbauten entstanden ringsum kleine Reihenhäuser.

Die Nachbarn kritisieren, der geplante Klotz passe nunmehr nicht ins Bild, sorge für Schatten und zudem durch die hinzukommenden Geschäfte für mehr Verkehr und Lärm. Noch sei offen, ob sie gegen den Bebauungsplan der Stadt klagen werden. Derzeit werde dies von Anwälten geprüft, sagte ein Anwohner, der nicht namentlich genannt werden will.

Das Projekt sorgte schon von Beginn an für Ärger. Bereits Ende vergangenen Jahres hatte sich der Bauherr den Unmut der Anwohner zugezogen, als er noch ohne Baugenehmigung ein riesiges Loch auf dem Gelände grub. Die Bauaufsicht verhängte ein Baustopp. sos

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