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Kleinmachnow

  • 31.05.2017
  • von Solveig Schuster

Kleinmachnow: Laster durch das Landschaftsschutzgebiet?

von Solveig Schuster

Tiefer legen? Anwohner wollen das Straßenniveau am Torhaus absenken, damit auch Baufahrzeuge hindurch passen. Auch ein Umgehungsweg sei denkbar. Foto: Sebastian Gabsch

Anwohner wehren sich gegen die geplante Erschließung der Kleinmachnower Hakeburg.

Kleinmachnow - Wenn nötig, werden wir alle möglichen Register ziehen, sagt Siegfried Brandt. Gemeinsam mit seinen Nachbarn will der Kleinmachnower verhindern, dass während des Umbaus der nahen Hakeburg schwere Baufahrzeuge über das Kopfsteinpflaster der 80 Jahre alten Straße Am Hochwald rollen. „Dann wäre sie endgültig ruiniert“, erklärt er. Die Anwohner fürchten nicht nur die Kosten einer eventuellen Straßensanierung. Sie sorgen sich auch um die Kinder, die dort entlang zur Schule gehen. „Die Straße ist für Baufahrzeuge zu eng“, klagt Brandt.

Seit mehr als 20 Jahren intervenieren die Anwohner gegen die geplanten Konzepte der Hakeburg-Investoren. Nicht, „weil wir Lösungen verhindern wollen, sondern weil bei allen bisherigen Nutzungskonzepten die Zuwegungsfrage nicht geklärt war“, meint Brandt. Wie berichtet will der neue Eigentümer der Hakeburg, die Vivaro GmbH, den früheren Adelssitz zum Luxuswohnhaus umbauen. Zudem sollen auf dem Areal zwei dreigeschossige Villen mit Eigentumswohnungen und Tiefgarage entstehen. Die Pläne waren bereits durch die Gemeindevertreter abgesegnet worden. Allein die Zufahrtsfrage sorgt noch für Diskussion.

Bisher war geplant, Autos durch das Torhaus am Zehlendorfer Damm zur Burg zu führen. Größere Fahrzeuge, für die das Tor zu klein ist, sollten von der gegenüberliegenden Seite durch das Wohngebiet Am Hochwald zur Burg gelangen. Dafür allerdings müsse nicht nur die Anliegerstraße passiert, sondern ein sich anschließender Waldweg im Landschaftsschutzgebiet ausgebaut werden, kritisierte die Grünen-Politikerin Barbara Sahlmann. Sie forderte von der Verwaltung, Alternativen zu prüfen. Im Ergebnis sei nun klar, dass auch Notdienst und Feuerwehr durch das Tor am Fuße der Burg kommen würden. Für den Müll ließe sich laut Verwaltung am Torhaus eine Sammelstelle einrichten. Nur für Baufahrzeuge wäre eine Zufahrt über die Straße Am Hochwald nötig.

Für mehr als zwei Dutzend Anwohner ist das dennoch nicht vorstellbar. Thes Rahlf erinnert sich, wie vor einigen Jahren schon einmal schwere Betontransporter über den Gehsteig vor seinem Haus fuhren und „die Gehwegplatten zum Knacken brachten“. Damals hatte die Internationale Schule auf dem Seeberg eine neue Turnhalle gebaut. Bei einer Straßenbreite von nur fünf Metern sei ein gefahrloser Gegenverkehr nicht möglich, erklärt Nachbar Brandt. Die Laster würden auf den ohnehin zu schmalen Fußweg ausweichen. Zudem befände sich der noch zu ertüchtigende Waldweg im Eigentum der Internationalen Schule, mit der bisher noch gar nicht über die Pläne gesprochen worden sei, wie Managing Director Burkhard Dolata bestätigt.

Die Anwohner schlagen vor, das Straßenniveau unter dem Torhaus abzusenken, damit auch Baufahrzeuge durch kommen. Brandt hält auch einen Umgehungsstreifen um das Tor für denkbar. Der Kleinmachnower Heimatverein ist weniger optimistisch. Dies sei schon diskutiert und verworfen worden, erklärt dessen Vorsitzender, Axel Mueller. Eine solche Variante sei aus Denkmalschutzgründen nicht genehmigungsfähig. Mueller nannte eine Erschließung der 1908 errichteten Burg über beide Zufahrten, die von jeher existierten, alternativlos. Solveig Schuster

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