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Stahnsdorf

  • 29.05.2017
  • von Martin Anton

Die Nachbarn blicken auf Stahnsdorf: Gemeinde entscheidet über Bauhof-Fusion

von Martin Anton

Stahnsdorf - Wenn am Donnerstag die Stahnsdorfer Gemeindevertreter zusammenkommen, steht ihnen eine wichtige Entscheidung bevor: Bleiben Grünpflege und Winterdienst in alleiniger Gemeindehand – oder befürworten sie die Fusion ihres Bauhofs mit denen der Nachbargemeinden Teltow und Kleinmachnow zu einem Zweckverband?

Lange Zeit schien der Zusammenschluss eine sichere Sache zu sein. Doch nun scheint die Entscheidung offen. Während Bürgermeister Bernd Albers (Bürger für Bürger) sich klar gegen den Zusammenschluss ausgesprochen hat, sind die Fraktionen von SPD und Linke für die Fusion. Die Vertreter der restlichen Fraktionen sind hin- und hergerissen.

Thomas Michel, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen in Stahnsdorf, sprach gegenüber den PNN von einer komplizierten Entscheidung. Die Fraktion habe sich noch kein abschließendes Urteil gebildet. Er gehe aber davon aus, dass die Gemeinde unabhängig vom Beschluss künftig mehr Geld für den Bauhof ausgeben müsse.

In einer Beschlussvorlage des Bürgermeisters für den 1. Juni heißt es: „Die Gemeindevertretung Stahnsdorf beschließt, aufgrund der jährlichen Mehrkosten von zunächst mindestens 380 000 Euro bei gleichem Leistungsumfang gegenüber den jetzt erbrachten Leistungen im Bereich Grünpflege und Straßenreinigung, keinen Zweckverband Bauhof mit den Nachbarkommunen zu gründen.“ Auf die Summe kommt Albers aufgrund eines Gutachtens, das die drei Gemeinden in Auftrag gegeben hatten.

SPD und Linke haben ihrerseits zum 1. Juni eine Beschlussvorlage erarbeitet, die den Zusammenschluss besiegeln würde. SPD-Fraktionschef Heiko Spleet befürwortet das regionale Projekt grundsätzlich und sieht auch bei den Berechnungen des Gutachtens noch Klärungsbedarf. „Wir erhoffen uns für Donnerstag vor allem eine konstruktive Diskussion“, sagt er.

Das sieht auch Rolf-Denis Kupsch, Fraktionsvorsitzender der unabhängigen Wählergemeinschaft „Wir vier“, so. „Ich warte noch auf echte Argumente für den gemeinsamen Bauhof“, sagte er den PNN. Eine grundsätzliche Frage sei, ob man mehr Geld für die Grünpflege ausgeben wolle und ob man die Qualität der Pflege wesentlich steigern müsse. „Zu mir ist noch nicht durchgedrungen, dass die Bevölkerung unzufrieden wäre“, sagte Kupsch dazu.

Es scheint, dass die Gemeindevertreter gerne mehr Zeit für die Entscheidung hätten. Dass es am 1. Juni in Stahnsdorf dennoch zum Showdown kommt, liegt an den Nachbarn. Teltow und Kleinmachnow hatten sich eine baldige Entscheidung erbeten, sonst würde man das Projekt alleine starten. 

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