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Stahnsdorf

  • 25.04.2017
  • von Solveig Schuster

Stahnsdorf: Mühlenstraße: Anlieger fordern Campus-Konzept

von Solveig Schuster

Stahnsdorf - Erneut der falsche Zeitpunkt? Heute Abend will die Stahnsdorfer Gemeindeverwaltung mit den Anwohnern der Mühlenstraße über deren Ausbau diskutieren. Doch nachdem die Anwohner zunächst beklagten, zu spät in die Planungen einbezogen worden zu sein, komme die jetzt angesetzte Diskussion zu früh. Grund sind neue Pläne für das Campusgelände, das südlich der Mühlenstraße entstehen soll. Nachdem dort zunächst eine Zweifeld-Turnhalle und Außenanlagen für den Schulsport geplant waren, will die Gemeinde angesichts knapper werdender Schulkapazitäten vor Ort nun zusätzlich eine Grundschule bauen. Vor einem Straßenausbau müssten daher die Planungen für den Campus abgeschlossen und konkretisiert werden, sagte der Sprecher der Bürgerinitiative Mühlenstraße, Carsten Lobbedey. „Seriös lässt sich die Straße erst planen, wenn die Gemeinde weiß, was mit ihrer Fläche passiert“, erklärte er.

Stattdessen wolle die Gemeindeverwaltung den Ausbau der sanierungsbedürftigen Straße so schnell wie möglich voranbringen. Neben dem Zustand der noch mit Kopfsteinpflaster versehenen Straße beklagen Eltern die unsichere Schulwegsituation. Schüler der anliegenden Lindenhof-Grundschule müssten sich hinter ein- und ausparkenden Fahrzeugen vorbeizwängen, Autos beim Vorbeifahren an wild parkenden Wagen zudem auf den Randstreifen ausweichen (PNN berichteten). „Die Eltern wollen ihre Kinder sicher zur Schule bringen, das ist gar keine Frage“, erklärt Lobbedey. Aber wo keine Autos, da auch keine Gefahr.

Die Initiative sei nicht gegen einen Ausbau, ergänzt Anwohner Georg Lehrmann. Aber die von der Verwaltung zunächst vorgelegte Ausbauvariante könnten die Anlieger nicht mittragen. Danach sollte die derzeit vier Meter breite Straße auf gut fünf Meter verbreitert werden. Damit reiche die zu versiegelnde Fläche bis an die Grundstücksgrenzen heran, das Wasser könne nicht mehr versickern, sodass zusätzlich eine Kanalisation gebaut werden müsste. Ein enormer Kostenfaktor, sagt Lobbedey. Nach der Stahnsdorfer Straßenausbausatzung müssten die Anwohner mit 75 Prozent den Löwenanteil des Ausbaus tragen. Das sei nicht fair. Zumal es schon jetzt ein großes öffentliches Interesse für den Bau gebe, der mit der neuen Turnhalle und Grundschule noch steigen und zu mehr Verkehr führen werde. Mit einer einzelfallbezogenen Sondersatzung könne die Gemeinde den Anwohnern im Beitrag entgegenkommen, so Lobbedey. Auch müsse vor einem Ausbau die Finanzierung seitens der Gemeinde geklärt sein, sagt er. Zurzeit sind 600 000 Euro in den Haushalt eingestellt, die nach heutigem Stand jedoch kaum reichen werden.

Im Gespräch mit dem beauftragten Planungsbüro hat die Bürgerinitiative ihre Vorstellungen geäußert. Danach sollte die Straßenbreite nicht mehr als 3,40 Meter betragen, die derzeit begrenzte Einbahnstraßenregelung auf die gesamte Mühlenstraße ausgedehnt und der Bereich um die Schule verkehrsberuhigt werden. Ob die Ideen in die Planungen aufgenommen worden sind, blieb gestern ebenso offen wie das weitere Vorgehen der Initiative. „Wir lassen uns von der Planung inspirieren und entscheiden aus dem Bauch“, sagt Lobbedey. 

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