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Nuthetal

  • 13.02.2017
  • von Stefan Kahlau

Nuthetal: Schlacht der Maschinen

von Stefan Kahlau

Ausgetüftelt. Sieben Teams ließen ihre Roboter gegeneinander antreten. Foto: A. Klaer

Mit einem Roboterringkampf will das Nuthetaler Mehrgenerationenhaus neue Zielgruppen erschließen.

Nuthetal - Die Roboter krachen gegeneinander, verhaken sich, schmeißen sich um. Alle bewegen sich auf Rädern fort – manche eher aufrecht, andere scheinbar wie zum Sprung geduckt. Bestückt sind sie mit sich bedrohlich drehenden Propellern oder Schaufeln, die den Gegner aus dem Weg drängen sollen. Was sich wie die Beschreibung einer Kampfszene aus einem Science-Fiction-Film anhört, ist die Roboterexperimentieraktion, die am vergangenen Samstagnachmittag im Mehrgenerationenhaus Nuthetal aufgebaut war. „Die Veranstaltung ist für uns ein Testballon“, erklärt Ursula Schneider-Firsching, Sozialpädagogin im Mehrgenerationenhaus. „Die Zielgruppe hier im Familienzentrum sind vor allem Mütter mit ihren Kleinkindern, aber wir wollen auch mal was für Väter und ältere Kids machen.“

Eine Kollegin erzählte Schneider-Firsching von den Roboter-Workshops des Potsdamer Unternehmens Somales. Die Kurse würden gleich mehrere Aspekte vereinen: Sie seien nicht nur informativ, beim gemeinsamen Bau ist der Sozialpädagogin zufolge auch Teamgeist gefordert.

Sieben Teams sind bei der Robotschlacht dabei: Fünf Väter und eine Mutter mit ihren Söhnen und ein Großvater mit seinem Enkel. Unter dem Motto „Roboter-Sumo“ konstruiert jedes Team seinen Bot. Der wird anschließend mit der Mission in die Arena geschickt, den Gegner „von der Matte“ zu schieben – tatsächlich liegt ein kleiner weißer Teppich aus. Gebaut und programmiert wurden die Roboter unter der fachlichen Anleitung von Olaf Weber, Gründer von Somales. Basis ist die Lego-Produktserie Mindstorms, Vorkenntnisse brauchten die Teilnehmer keine. Sämtliche Bauteile einschließlich Laptops brachte Weber mit. „Das Tolle daran ist, dass sich das für Kinder genauso eignet wie für Erwachsene“, erklärt der gelernte Ingenieur lachend. Kernstück ist der programmierbare „Brick“, der elektronische Baustein. Er wird an den Computer angeschlossen und mit allen wichtigen Bewegungsbefehlen gefüttert. Sogar ein Sensor, der auf Farben reagiert, kann in den Roboter eingebaut werden. Nach einem Kampf wird analysiert: Woran lag es, dass der eigene Roboter verloren hat? Weber gab Tipps. Möglicherweise habe der Gegner besseren Grip gehabt. Man müsse also versuchen, den anderen auszuhebeln.

Mit seiner Firma Somales, die er vor zehn Jahren gründete, bietet Weber an Schulen in und um Potsdam regelmäßig fortlaufende Robotik-Kurse im Nachmittagsbereich an. Ziel ist es, Kindern von acht bis 18 Jahren einen neuen Zugang zur Welt der Technik zu öffnen. Dieses Konzept begeisterte auch die Kommunen von Potsdam-Mittelmark, der Landkreis unterstützt es finanziell. Für die Teilnehmer ist es daher kostenlos.

Da die Resonanz am Wochenende gut war, steht Ursula Schneider-Firsching zufolge fest, dass es im Herbst einen weiteren Robotertag im Mehrgenerationenhaus geben wird. Stefan Kahlau

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