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Nuthetal

  • 02.02.2017

Land lehnt großflächiges Gewerbe ab: Kein neuer Baumarkt für Nuthetal

Nuthetal - Die Gemeinde Nuthetal muss mit ihrem Plan, dass frühere Spezialbaugelände am Rande des Potsdamer Gewerbegebietes neu zu beleben, von vorn anfangen. Wie Bürgermeisterin Ute Hustig (Linke) am gestrigen Mittwoch mitteilte, hat die Landesentwicklungsplanung das Vorhaben zur Bebauung des 7,5 Hektar großen Geländes abgelehnt. Auch die zuständige Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) habe sich Hustig zufolge im gemeinsamen Gespräch mit Landrat Wolfgang Blasig (SPD) nicht überzeugen lassen, dem Neubau eines Baumarktes zuzustimmen.

Kern des Problems: Der Neubau eines etwa 8500 Quadratmeter großen Bau- und Gartenmarktes steht im Zentrum der Entwicklungspläne für das 7,5 Hektar große Areal nördlich der Arthur-Scheunert-Allee. Es liegt direkt an der Gemeindegrenze zu Potsdam. Laut Landesentwicklungsplanung sind Gewerbeflächen in der geplanten Größenordnung für eine kleine Gemeinde wie Nuthetal mit etwa 9000 Einwohnern unerwünscht und deshalb unzulässig.

Die Nuthetaler Gemeindevertretung hatte den Bebauungsplan Ende 2015 genehmigt, auch die Stadt Potsdam stimmte nach Debatten in der Stadtverordnetenversammlung dem Plan für den Markt zu. In der Gemeinde hatte es schon einmal einen Toom-Baumarkt gegeben, der jedoch aufgrund von begrenztem Platzangebot geschlossen hatte. Das Unternehmen war aber bereit, einen größeren Markt zu bauen. Auch die Regionale Planungsgemeinschaft Havelland-Fläming äußerte sich positiv zu den Plänen.

„Wenn die Fläche, die unmittelbar an Potsdam grenzt, zur Stadt Potsdam gehören würde, würde das Vorhaben genehmigt werden. Da sich das betroffene Gebiet aber auf Nuthetaler Seite befindet, wird es abgelehnt“, sagt Ute Hustig erbost. Noch unverständlicher sei die Ablehnung, da Nuthetal und Potsdam zu einem gemeinsamen Mittelzentrum gehören. Die Kommunen arbeiten auf unterschiedlichen Ebenen zusammen, so wird das Standesamt der Gemeinde etwa von Potsdam aus mitbedient. Mit der Entscheidung von Landesplanung und Ministerin müsse die Gemeinde nun neue Pläne für die Entwicklung des Areals erarbeiten. Es wurde zu DDR-Zeiten für die Produktion von militärischen Spezialanfertigungen durch einen volkseigenen Betrieb genutzt und hat einen eigenen Bahnanschluss. eb

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