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Stahnsdorf

  • 04.01.2017
  • von Enrico Bellin

Stahnsdorf: Stahnsdorfs Starkoch Ronny Pietzner verdoppelt Mitarbeiterzahl

von Enrico Bellin

Kocht im großen Stil. Ronny Pietzners Unternehmen kocht allein für Ikea 600 bis 700 Tonnen roter Grütze im Jahr. Die Produktion soll in den kommenden Jahren erweitert werden. F.:T. Reichelt

Ronny Pietzner baut für die Produktion von Grütze und Suppe eine neue Großküche. Allerdings nicht in Stahnsdorf, sondern in Jüterbog.

Stahnsdorf / Jüterbog - Der Stahnsdorfer Starkoch Ronny Pietzner will in den kommenden Jahren seine Fertigung von frischen Fertiggerichten für den Einzelhandel und für Großabnehmer deutlich ausbauen. Mit einem neuen Produktionsstandort in Jüterbog (Teltow-Fläming), an dem 70 bis 75 Mitarbeiter beschäftigt werden sollen, soll die Mitarbeiterzahl in etwa verdoppelt werden. Rund elf Millionen Euro will Pietzner investieren, das Grundstück in einem Jüterboger Gewerbegebiet habe er schon 2015 gekauft.

„Ich habe schon lange nach einem größeren Grundstück gesucht und auch mit der Gemeinde Stahnsdorf gesprochen“, sagte Pietzner am gestrigen Dienstag den PNN. In der Region Jüterbog-Luckenwalde habe man ihm „den roten Teppich ausgebreitet“. „Dort waren sofort Mitarbeiter für mich da, mit denen ich mir mehrere Grundstücke anschauen konnte.“ In der Hauptstadtregion habe man das wohl nicht mehr nötig, für ihn gebe es hier keine Wachstumsmöglichkeiten mehr.

Hauptsitz bleibt in Stahnsdorf

Pietzners Firmen Gastronomie Management GmbH und Gastro Consult Beteiligungs GmbH sollen ihren Hauptsitz aber in Stahnsdorf behalten. Auch das Lager und die Produktion für seine Cateringfirma in Potsdam sollen unverändert weiterbestehen. Am Produktionsstandort in Berlin-Pankow, wo bisher hauptsächlich gekocht wird, sollen künftig vor allem die sogenannten Superfrische-Produkte entstehen: Das sind vor allem Suppen, die nur etwa zwei Tage haltbar sind. Die 30 Berliner Mitarbeiter sollen damit künftig die Hauptstadtregion versorgen. Verkauft werden die Produkte etwa in den Supermärkten von Kaufland und Rewe, auch Firmen, die Kantinen beliefern, kaufen beim Stahnsdorfer.

Bei seinen Gerichten verzichtet Pietzner eigenen Angaben zufolge völlig auf Konservierungsstoffe. Am meisten hergestellt werde rote Grütze: Allein für Restaurants der Ikea-Möbelhäuser stelle er jährlich 600 bis 700 Tonnen der Nachspeise her. Insgesamt würden etwa 1200 Tonnen Grütze für Großabnehmer hergestellt.

Das Geschäft laufe inzwischen dauerhaft gut. „Wir haben von 2015 zu 2016 unseren Umsatz um 50 Prozent steigern können“, so Pietzner. Und das ohne Werbung. Seitdem er vor gut fünf Jahren in den Handel eingestiegen sei, hätte sich das Geschäft extrem positiv entwickelt. Daher werde das neue Werk nötig. „Wir schieben in unserer Produktion einen richtigen Kochprozess an und geben nicht nur Eier, Zucker und Schmalz in eine Maschine“, beschreibt Pietzner sein Erfolgsrezept.

Jüterboger Standort könnte 2018 eröffnet werden

Die Pläne und Kalkulationen für den Jüterboger Standort seien schon fertig. Derzeit gehe er von einem Baubeginn im kommenden Jahr aus. Es könne jedoch auch 2019 werden. Eröffnet werden könnte die Produktion etwa ein halbes Jahr nach Baubeginn.

Zwar lägen dann knapp 100 Kilometer zwischen den Produktionsstandorten. Doch die Belieferung des Großhandels erfolge ohnehin durch große Logistikunternehmen, die von Jüterbog aus über die Bundesstraßen besser auf die Autobahnen 9 und 10 kommen würden als von Berlin aus. Die Produktionsanlagen sollen bis zu 7000 Quadratmeter groß sein. Zudem gebe es eine Erweiterungsoption.

Neben der Herstellung von Fertigprodukten berät der Stahnsdorfer auch die Industrie, etwa zu Herstellungsprozessen von Lebensmitteln. Gemeinsam mit der Zieher KG hat er sogar eine eigene Porzellanlinie herausgebracht, auf der die Gourmetküche besonders gut zur Geltung kommen soll. 

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