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Stahnsdorf

  • 08.12.2016
  • von Enrico Bellin

Friedhofsbahn-Brücke über Teltowkanal: Stahnsdorfs Kirchhofsleiter kritisiert Brückenabriss

von Enrico Bellin

Da jährlich wieder mehrere Hundert Menschen auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf beigesetzt werden, besteht Ihlefeld zufolge noch immer ein Bedarf an der Bahn. Foto: Enrico Bellin

Stahnsdorf und Kleinmachnow wollen die marode Friedhofsbahn-Brücke über den Teltowkanal nicht kaufen, jetzt droht der Abriss. Der Verwalter des Stahnsdorfer Südwestkirchhofes kritisiert das.

Stahnsdorf - Olaf Ihlefeldt, der Verwalter des Stahnsdorfer Südwestkirchhofes, kritisiert den bevorstehenden Abriss der Brücke der Friedhofsbahn über den Teltowkanal. Wie berichtet wollen die Kommunen Stahnsdorf und Kleinmachnow die marode Brücke nicht kaufen, da die Unterhaltskosten im sechsstelligen Bereich liegen und damit zu hoch seien. Ein Abriss der Brücke ist dadurch kaum noch zu verhindern. „Wenn die Brücke abgerissen wird, wird wohl an eine Wiederbelebung der Verkehrsanbindung nicht mehr zu denken sein“, so Ihlefeldt. Der Südwestkirchhof war bis zum Mauerbau durch eine 4,2 Kilometer lange Bahnstrecke an den Bahnhof Wannsee angebunden.

Ihlefeldt könne zwar verstehen, dass die Kommunen den Unterhalt der Brücke nicht stemmen können. „Bedauerlich ist nur, dass die Bundesregierung nicht zu ihrem Wort des Einigungsvertrages steht und für die Wiederherstellung von durch die deutsche Teilung unterbrochenen Bahnstrecken sorgt“, so der Friedhofsverwalter. Da jährlich wieder mehrere Hundert Menschen auf dem Friedhof beigesetzt werden, besteht Ihlefeld zufolge noch immer ein Bedarf an der Bahn. Derzeit würden junge Leute fast ausschließlich per Auto zum Friedhof kommen, die Anreise mit Bussen sei sehr umständlich und für ältere Leute kaum zu bewerkstelligen. Der Bahnanschluss des Kirchhofes war jüngst Teil der Korridoruntersuchung zu Verkehrsbeziehungen zwischen Berlin und Brandenburg, die Landesregierung sieht für die Friedhofsbahn weniger Potential als etwa für die Stammbahn Potsdam-Kleinmachnow-Zehlendorf. 

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