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  • 06.09.2016
  • von Solveig Schuster

Schenkenhorst: Gedämpfter Höhenflug

von Solveig Schuster

Abgefahren. Insgesamt 278 Teams sind am Wochenende in Schenkenhorst an den Start gegangen. Ab Samstag können Simson-Besitzer mit ihren Mopeds auf die Strecke. Foto: Promo

Beim Motocross-Wochenende in Schenkenhorst hatten Besucher schon bei der Anfahrt staubige Pisten.

Stahnsdorf – Nach langer Durststrecke richtete der Motocross-Club Schenkenhorst-Berlin am vergangenen Wochenende zum zweiten Mal in Folge auf dem rund 21 Hektar großen Sportgelände am Rande Stahnsdorfs ein Renn-Wochenende aus. Nachdem auf den Tag genau vor einem Jahr schon einmal die besten Motocross-Fahrer Europas zum Finale der Deutschen Meisterschaft im Motocross-Seitenwagen im Ortsteil Schenkenhorst zusammen gekommen waren, fand am Sonntag die Saison für die Seitenwagen-Fahrer ihren Abschluss.

Der Vereinsvorsitzende Robert Korr ist zufrieden mit dem Rennverlauf. Erneut habe der Verein die hohen Ansprüche an ein solches Rennen erfüllen können und eine Empfehlung für weitere Wettkämpfe durch den Deutschen Motorsport Bund erhalten, sagte er. Im kommenden Jahr könnten somit noch ein paar Rennen mehr in Schenkenhorst stattfinden.

Die Zufahrtsstraße zum Gelände präsentiert sich aber wenig meisterlich. Nach rund 200 Metern Kopfsteinpflaster geht die Potsdamer Landstraße in eine „Miniatur-Rennstrecke“ über – Hunderte Fans erlebten so bereits bei der Anreise auf dem von Schlaglöchern übersäten Sandweg ihr ganz eigenes Motocross-Gefühl. „Gesund ist das sicher nicht“, urteilte ein Berliner mit Blick auf seine Stoßdämpfer.

Für Robert Korr ist die Straße vor allem ein Ärgernis, weil sie Rettungskräften ein zu großes Wagnis sei. Mehrere Male musste im vergangenen Jahr ein Hubschrauber auf dem Gelände landen, weil sich die Rettungskräfte mit den Verletzten nicht im Krankenwagen über die holprige Zuwegung trauten, weiß auch Ortsvorsteher Sven Püstow. Dadurch würden nicht nur unnötige Kosten verursacht, im Ernstfall verlören die Rettungskräfte auch wichtige Zeit, ergänzt Korr.

Seitens des Ortsbeirates habe es mehrere Vorstöße gegeben, den Zustand zu verbessern, sagte der Ortsvorsteher den PNN. Auch aktuell liege der Gemeinde ein entsprechender Antrag vor. „Die Gemeinde soll prüfen, welche Mittel erforderlich sind, um die Strecke so herzurichten, dass zumindest ein Abtransport durch den Rettungsdienst problemlos möglich ist und dafür Geld in den Haushalt 2017 einstellen“, erklärte Püstow.

Ob das passiert, ist derzeit offen. Bislang hätten „Gemeindevertretung und -verwaltung die Prioritäten beim Ausbau Dutzender noch unbefestigter Verkehrswege in der Gemeinde anders gesetzt“, so Gemeindesprecher Stephan Reitzig. Wie die Haushaltsverhandlungen 2017 verliefen, ließe sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sagen, erklärte er.

Noteinsätze gab es an diesem Wochenende zwar keine, aber auch nicht alles ging für die Rennfahrer glatt über die Bühne. Bei recht „zwiespältigem Wetter“, wie Streckensprecher Hartmut Kunkel es ummalte, erlebten die Zuschauer überraschende Final-Rennen. Schon nach wenigen Runden mussten etwa die Favoriten Andreas Clohse und Christian Verhagen (Belgien/Niederlande) aufgrund technischer Probleme die Segel streichen und schieden nach aussichtsreichem Start aus dem Rennen aus. Der Titel war ihnen zu diesem Zeitpunkt jedoch schon nicht mehr zu nehmen.

Insgesamt kämpften an beiden Tagen 278 nationale wie internationale Teams auf der mehr als zwei Kilometer langen Piste um Punkte und Titel. Einen beachtlichen dritten Platz, obwohl krankheitsbedingt nicht am Start, erreichte der Stahnsdorfer Uwe Friedrisszyk mit Tino Hannuschke (Luckau) im Pokalrennen – sie hatten im Verlauf der Saison bereits die entsprechenden Punkte gesammelt. In den Läufen zur Deutschen Meisterschaft reichte es für die Schenkenhorster Motorsportler indes nicht bis nach ganz oben. „Daran arbeiten wir noch“, sagt Vereinsvorstand Robert Korr.

Zunächst aber steht am Wochenende ein weiteres Event an. Zum Gaudi-Rennen werden Simson-Fans aus aller Welt in Stahnsdorf erwartet, die sich auf ihren alten DDR-Mopeds über die Kinder-Motocross-Strecke bewegen können. „Etwas volkstümlicher, aber unbedingt sehenswert“, wirbt der Ortsvorsteher Sven Püstow. Solveig Schuster

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