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  • 16.03.2016
  • von Henry Klix

Bürgermeisterwahl in Stahnsdorf: Kandidat Mühlner: Eine Wahlperiode reicht ihm nicht

von Henry Klix

Daniel Mühlner (CDU) möchte Bürgermeister von Stahnsdorf werden. Foto: promo

CDU-Kandidat Daniel Mühlner hätte fast schon mal das Landtags-Direktmandat für die Region geholt. Als Stahnsdorfer Bürgermeisterkandidat verspricht er einen klaren Kurs und mehr Professionalität.

Am 17. April wählen die Bürger in Stahnsdorf ihren neuen Bürgermeister. Vier Kandidaten stehen zur Wahl, die PNN stellen sie bis zum Wahltag in einer Serie vor. Heute mit Daniel Mühlner.

 

Stahnsdorf - Elf Jahre ist das her. Als sich Daniel Mühlner in Stahnsdorf nach einem Haus umschaute, landete er mit seiner Familie im Grashüpferviertel. Kinder hätten auf der Straße mit Kreide gemalt, sein kleiner Sohn habe sich dazugesellt. Und Mühlner und seine Frau wussten: In dieser Idylle, gleich nebenan die Großstadt, wollen sie bleiben.

Zwischenzeitlich ist Daniel Mühlner in Stahnsdorf ein bekannter Name. Seine „Auseinandersetzung mit einer konservativen Leitidee für mein Leben“ führte ihn vor acht Jahren zur CDU. Er wurde CDU-Ortschef, hätte fast ein Landtags-Direktmandat für die Region geholt und trug als Spitzenkandidat dazu bei, dass sich die Stahnsdorfer Christdemokraten bei der letzten Kommunalwahl von 16,6 auf 24,6 Prozent verbesserten.

Mühlner will aktiv in Stahnsdorf mitwirken

Daniel Mühlner ist nicht zu unterschätzen, attestieren ihm seine Parteifreunde. Jetzt will der 40-Jährige, der als Beamter im Bundesinnenministerium tätig ist, Bürgermeister von Stahnsdorf werden, vorn im Wind stehen, Ideen verteidigen und dabei klüger werden, wie er sagt. Als Haushaltsberater im Innenministerium sei er nah dran an der großen Politik, „aber in einer passiven Rolle“. Das wolle er ändern, aktiv an Dingen mitwirken, die der Allgemeinheit dienen. In der Wachstumsgemeinde Stahnsdorf, der mit einem möglich erscheinenden S-Bahn- Anschluss ein Boom bevorstehen könnte, sieht er da viele Möglichkeiten. Den Siedlungsdruck aus Berlin und Potsdam müsse man aufnehmen, eine „gesteuerte Entwicklung“ zulassen, wie er sagt.

Mühlner ist in Dessau geboren, war auf der Sportschule, hätte fast eine Karriere als Leistungssportler eingeschlagen, wenn er mit seinen 1,91 Metern als Mittelblocker im Volleyball nicht etwas zu klein gewesen wäre. Immerhin wurde er mit dem SC Berlin vor 25 Jahren gesamtdeutscher Meister. Doch nach Abi und Wehrdienst trat er – auf eine Zeitungsannonce hin – doch besser eine Verwaltungslaufbahn in Sachsen-Anhalt an.

Nach dem Studium als Diplomverwaltungswirt wurde er Teamleiter der Landeszentralkasse in Magdeburg, verwaltetet EU-Gelder für das Sozialministerium, bevor er in der Bundesverwaltung begann. Auch dort ist er im Haushaltsreferat mit Zahlen beschäftigt, zuständig für Mittel des Bundeskriminalamtes und des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik.

„Was gut läuft, war Herr Albers, was schlecht läuft waren die anderen"

Wenn davon die Rede ist, dass ein Bruch durch die Gemeinde Stahnsdorf geht, dann ist damit auch Daniel Mühlner gemeint. Er hält nicht hinterm Berg damit, dass er das viel kritisierte Rathaus von Bürgermeister Bernd Albers für schlecht geführt hält. Auch im Umgang mit Gemeindevertretern, Bürgern und Gewerbetreibenden sieht er Verbesserungsmöglichkeiten. „Was gut läuft, war Herr Albers, was schlecht läuft waren die anderen“, nennt er einen seiner Kritikpunkte – und verspricht einen klaren Kurs und mehr Professionalität.

Chancen als Berliner Vorort nutzen und dabei den Charme von Stahnsdorf bewahren – so lautet das Credo des CDU-Kandidaten, der auf sein Wahlplakat neben seinem Namen nur „Bürgermeister“ zu stehen hat. „Weil das der Posten ist, um den ich mich bewerbe“, wie er sagt. Er wolle Kandidat für alle Stahnsdorfer sein und dass er in der CDU ist, wüssten die Bürger ja.

"Wettbewerb um Lösungen"

Falls er gewählt wird, wie wird sich Stahnsdorf dann in acht Jahren verändern? „Nach acht Jahren können wir erst mal Halbzeitbilanz ziehen“, macht Mühlner schon mal klar, dass er es nicht dabei bewenden lassen will. Eine Wahlperiode reiche gar nicht aus, um die Potenziale zu heben. Beispielsweise würden weder die S-Bahn noch die neue L77 vom Himmel fallen. „Und neue Pläne brauchen Zeit, bis sie wirken.“

Mühlner findet auch nicht, dass ein Bruch durch die Gemeinde geht, kann den endlosen Streitigkeiten, etwa um den Standort des neuen Feuerwehrdepots, auch etwas abgewinnen. „Ich sehe keine Blöcke in der Gemeindevertretung, ich sehe einen Wettbewerb um Lösungen.“ Mit dem erst jetzt beschlossenen Grundstückskauf für den neuen Feuerwehrstandort am Güterfelder Damm zum Beispiel bleibe die Möglichkeit gewahrt, am lange diskutierten Standort Annastraße ein kleines Ortszentrum zu entwickeln. Nicht die langen Debatten seien ärgerlich, sondern ein Rathaus, das Beschlüsse der Gemeindevertreter unterlaufe.

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