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  • 12.03.2016
  • von Henry Klix

Schuke-Orgelbau in Werder (Havel): Schuke kann nach Insolvenz wieder hoffen

von Henry Klix

Kann wieder hoffen. Orgelbaumeister Matthias Schuke. Foto: hkx

Zwei Großaufträge, durch die das Werderaner Unternehmen ins Trudeln gekommen war, werden nun doch noch bezahlt. Und ein chinesischer Geschäftsmann will den Handel mit Schulorgeln in Gang bringen. Ganz einfach ist das nicht.

Werder (Havel) - 15 Monate ist es her, dass Schuke in Werder Insolvenz anmelden musste – die traditionsreiche Orgelbaufirma ist bis heute nicht aus den roten Zahlen. Drei der vormals 22 Mitarbeiter mussten entlassen werden, bedauert Orgelbaumeister Matthias Schuke. Immerhin gibt es inzwischen Entwicklungen, die ihn hoffnungsvoller in die Zukunft blicken lassen. So können Ausfälle für die zwei Aufträge, die die Turbulenzen ausgelöst hatten, nun wahrscheinlich doch noch ausgeglichen werden.

Schuke hatte den Auftrag, im ukrainischen Charkow eine Orgel für den neuen Konzertsaal zu bauen. Die Orgel stand fertig verpackt vor Ort, konnte wegen der angespannten Lage aber nicht aufgestellt werden. Nun sieht es so aus, als wenn sie im April doch noch in den Konzertsaal kommt. Der Vertrag sei unterschrieben und Matthias Schuke geht davon aus, dass die Rechnung jetzt beglichen wird.

Chinese John Zou interessiert sich für Schuke

Das zweite Problem hatte es mit einem russischen Oligarchen gegeben, der in Shelkovo einen Hotelkomplex mit Konzerthalle bauen wollte, darin eine Schuke-Orgel. Die Orgel steht in Werder bereit, war aber nur zur Hälfte bezahlt worden. Jetzt interessiert sich der chinesische Geschäftsmann John Zou, Inhaber einer Investmentfirma und Musikliebhaber, für das Instrument und möchte noch eine Schuke-Übungsorgel dazu kaufen.

Die Ärgernisse, die zur Insolvenz geführt hatten, wären damit aus dem Weg geräumt. Mit einer eigens von Insolvenzverwalter Christian Graf Brockdorff gegründeten Vertriebsfirma beteiligt sich Schuke auch wieder erfolgreich an Ausschreibungen. Auftragssicherheit für die nächsten anderthalb Jahre, wie sie der Insolvenzrichter fordert, könne man aber noch nicht darstellen, so Schuke.

Orgelstudium in Shanghai

Im Insolvenzplan kommt deshalb erneut John Zou ins Spiel, der im vorigen Jahr in Werder war. Er möchte in Kooperation mit deutschen Hochschulen an der Shanghai-Universität einen Studiengang für Organisten initiieren – und damit einen Handel für die kleinen Schuke-Übungsorgeln in Gang bringen. In vielen chinesischen Konzerthäusern wurden in den vergangenen Jahren zwar Orgeln eingebaut, doch das Land hat kaum Organisten. Zou hat sogar schon erwogen, sich an Schuke zu beteiligen.

Doch weil die chinesische Staatsführung mit Hochdruck gegen Korruption vorgehe, viele eingesperrt wurden, sei es zurzeit schwierig, Unterschriften für einen neuen Musikstudiengang zu bekommen, habe ihm John Zou erzählt. „Es traut sich niemand mehr, so etwas zu entscheiden“, so Matthias Schuke. Wie die Sache ausgeht, sei offen. Über ein paar andere und sichere Großaufträge wäre er entsprechend froh. 

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