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  • 08.03.2016
  • von Henry Klix

„Auch Potsdam und Werder würden profitieren“

von Henry Klix

Landtagsfraktion der CDU fordert in „Stahnsdorfer Erklärung“ bessere Anbindung der Region ans Schienennetz

Stahnsdorf / Potsdam - Mit einer „Stahnsdorfer Erklärung“ will die CDU-Landtagsfraktion am heutigen Dienstag die Wiederbelebung der Stammbahn, die S-Bahnverlängerung von Teltow nach Stahnsdorf und den Bau der neuen Landesstraße 77 unterstützen. Die neue Stahnsdorfer Straßenspange soll die L 40 auf einer Nord-Süd-Achse mit dem Stahnsdorfer Hof verbinden und dabei das Stahnsdorfer Gewerbegebiet und den neuen S-Bahnhof anbinden, an dem ein völlig neues Bahnhofsquartier entstehen könnte. Vor einem Dreivierteljahr hatten die Stahnsdorfer Gemeindevertreter das Rathaus beauftragt, die städtebaulichen Vorbereitungen dafür zu treffen.

Wie berichtet denkt die Landesregierung darüber nach, die Schienenanbindung im Berliner Speckgürtel zu verbessern. Demnächst soll der neue Nahverkehrsplan vorgestellt werden, dem zu entnehmen sein wird, wohin die Reise geht. In der Region Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf macht man sich Hoffnungen auf die S-Bahnverlängerung nach Stahnsdorf und auf die Wiederbelebung der Stammbahn zwischen Potsdam, Kleinmachnow und Berlin.

„Beide S-Bahnprojekte müssen für die Landesregierung zu Leuchtturmprojekten werden“, so die Landtagsabgeordnete und mittelmärkische CDU-Kreischefin Saskia Ludwig. „Eine erfolgreiche Umsetzung würde sich nicht nur positiv auf die Region Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf auswirken, sondern würde auch den Individualverkehr in Potsdam deutlich senken und die Umlandgemeinden Werder (Havel) und Schwielowsee entlasten.“

Dass die CDU-Landtagsfraktion heute in Stahnsdorf tagt, geht auf Ludwigs Vorschlag zurück. Sie macht keinen Hehl daraus, dass damit auch der CDU-Bürgermeisterkandidat Daniel Mühlner unterstützt werden soll. Am 17. April ist Bürgermeisterwahl in Stahnsdorf. Mühlner gilt im Kandidatenquartett als Bewerber, der dem erfahrenen Amtsinhaber Bernd Albers (BfB) durchaus Paroli bieten kann.

Ein bisschen Rückenwind bekommt Mühlner auch vom CDU-Kreisverband: Die Stahnsdorfer Infrastrukturmaßnahmen sind in ein Verkehrskonzept für den Landkreis aufgenommen worden, das am Wochenende auf einer Klausurtagung des Kreisverbandes beschlossen wurde. Darin wird die S-Bahnverlängerung nach Stahnsdorf als „erster Schritt“ bezeichnet, dem die Stammbahn folgen müsse. Auch Mühlner ist für diese Reihenfolge.

Die Landesregierung prüft dem Vernehmen nach derzeit sieben Schienenstrecken im Berliner Umland zur Aufnahme in den neuen Nahverkehrsplan. Der komplette Ringschluss zwischen S-Bahnhof Teltow-Stadt über das Stahnsdorfer Gewerbegebiet und weiter über die ehemalige Friedhofsbahn nach Berlin-Wannsee sei das Einzige der Projekte, bei dem kein paralleler Schienenverkehr besteht, so die Kreis-CDU in ihrem Verkehrskonzept.

Darin wird auch explizit auf die Potsdamer Pläne zur Einengung der Zeppelinstraße und zu den Pförtnerampeln Stellung genommen, beides lehnt die Kreis-CDU ab. Man sei dagegen, Autofahrer durch Dauerstau in Bus und Bahn zu zwingen. Die Verkehrsteilnehmer sollten vielmehr mit attraktiven Angeboten von der Nutzung des öffentlichen Personennahverkehres überzeugt werden.

Zur „Optimierung/Verringerung“ des Stadt-Umland-Verkehrs steht auch die untote Umgehungsstraße im Westen von Potsdam im Konzept der Kreis-CDU: Mit der Netzverknüpfung zwischen B 1, B 2, B 273 und L 40 sollen demnach Wege auf die andere Havelseite verkürzt und Potsdams City entlastet werden. Nicht nur die Straße, auch die möglichen Effekte sind im politischen Raum überaus umstritten. Nicht einmal für das Teilstück zwischen B1 und B2, die Havelspange über den Templiner See, steht in den nächsten 15 Jahren eine Finanzierung in Aussicht.

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