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  • 26.02.2016
  • von Eva Schmid

Nuthetal: Neue Asylunterkunft im Toom-Baumarkt: Mehr Licht für Flüchtlinge

von Eva Schmid

Bis zu 300 Flüchtlingen können in den ehemaligen Toom-Baumarkt in Nuthetal unterkommen. Foto: Andreas Klaer

Im April sollen 300 Flüchtlinge in den alten Toom-Baumarkt im Rehbrücker Gewerbegebiet ziehen. Es gibt aber Kritik an dem neuen Standort - und auf einer Einwohnerversammlung wurden nun erste Verbesserungsvorschläge geäußert.

Nuthetal - Der Andrang war enorm: Rund 350 Nuthetaler wollten am Mittwochabend wissen, was in dem alten Toom-Baumarkt im Rehbrücker Gewerbegebiet passiert. In das leer stehende Gebäude sollen wie berichtet ab April bis zu 300 Flüchtlinge einziehen. Es ist die erste Asylunterkunft im Kreis, die in einem Gewerbegebiet liegt.

Umfeld rund um alten Toom-Baumarkt düster und öde

Dass der Standort alles andere als ideal ist, wurde bei der Veranstaltung in der Otto-Nagel-Grundschule klar. Dunkel sei es in der Halle, sagte ein Anwohner. „Als Flüchtling hätte ich Angst.“ Auch recht grau und wenig einladend sei es. Die Vorsitzende des Sozialausschusses, Katrin Krumrey (SPD), schlug vor, Pflanzenkübel aufzustellen. Damit schaffe man mit wenig Aufwand ein etwas angenehmeres Umfeld. Hilfsbereit zeigte sich auch eine Nuthetaler Kinderärztin, die Hausbesuche im Heim anbot und sich um den Impfschutz der Kinder kümmern wollte.

Rund die Hälfte der Zuhörer hob die Hand, als es darum ging, sich ehrenamtlich zu engagieren. Die andere Hälfte der Zuhörer war vermutlich mit weniger Optimismus gekommen. Bei der Fragestunde, die der Landkreis den Nuthetalern anbot, wurde auch klar, wie viel Ängste und Sorgen vor allem die an das Heim angrenzenden Nachbarn haben. Eine Anwohner forderte, den durchlöcherten Zaun rund um das Toom-Baumarkt-Gelände wieder auf Vordermann zu bringen. Damit würden sich die Anwohner wieder sicherer fühlen. Wie berichtet soll es im Zuge der Ankunft der Flüchtlinge auch eine Sicherheitspartnerschaft geben. Eine andere Anwohnerin wollte wissen, ob die Flüchtlinge gemeinnützige Arbeit in der Gemeinde erledigen könnten. Als sie klarmachte, dass es um das Saubermachen öffentlicher Plätze ginge, erntete sie Protest aus dem Publikum. Mit einem schrillen Pfiff aus einer Trillerpfeife wurde ein Nuthetaler unterbrochen, der gleich zu Beginn der Veranstaltung umfassende Kritik an der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung äußerte und mit asylfeindlichen Äußerungen laute Zwischenrufe kassierte. Nach kurzer Zeit verstummte er, sein vorbereitetes, mehrseitiges Redemanuskript packte er wieder ein.

Vor Einzug der Flüchtlinge können sich Nuthetaler Anwohner vor Ort umsehen

Nuthetals Bürgermeisterin gab sich zuversichtlich: Im Vorfeld hatte sie viele Gespräche mit Anwohnern, die ihr gegenüber Sorgen und Ängste äußerten. Sie sei froh, dass die Veranstaltung dennoch gut verlief: „Ich bin stolz auf die Hilfsbereitschaft in der Gemeinde“, so Hustig. Wer im Frühling in den Toom-Baumarkt, der gerade mit Trockenbauwänden ausgestattet wird, einzieht, ist noch unklar. Falls Familien kommen, gibt es Hustig zufolge Platz für eine Willkommensklasse für Flüchtlingskinder in der Otto-Nagel- Grundschule und im Mehrgenerationenhaus. Der Kreis bot zudem an, vor dem Bezug das fertig eingerichtete Gebäude der Öffentlichkeit vorzustellen.

 

 


 

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