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  • 22.02.2016
  • von Enrico Bellin

Flüchtlinge in Potsdam-Mittelmark: Einzug in Werder erst im August

von Enrico Bellin

Neue Unterkunft in Werder: In das frühere Wohnheim sollen 250 Flüchtlinge ziehen. Foto: Henry Klix

In das ehemalige Lehrlingswohnheim in Werder (Havel) sollen ab dem Sommer 250 Flüchtlinge einziehen. Im Landkreis Potsdam-Mittelmark gibt es derzeit viele freie Plätze für Flüchtlinge.

Werder (Havel) - In das ehemalige Lehrlingswohnheim in Werder, das der Landkreis als Unterkunft für 250 Flüchtlinge angemietet hat, sollen vor allem alleinreisende Männer ziehen. Das bestätigte Kreissprecher Kai-Uwe Schwinzert gegenüber den PNN. „Wir gehen davon aus, dass die Flüchtlinge im August einziehen, je nach Schnelligkeit des Eigentümers bei den nötigen Renovierungen und den Flüchtlingszuweisungen an uns vielleicht auch schon im Juni“, so Schwinzert.

Der Eigentümer des Wohnheimes, die Objekt Bismarckhöhe GbR, hatte das Objekt vorher gegenüber den PNN als besonders geeignet für Familien beschrieben, Grundschule und Oberstufenzentrum sind in direkter Nachbarschaft. Großen Bedarf an Unterkünften für Familien gebe es Schwinzert zufolge jedoch nicht. „Wir werden aber noch entscheiden, ob wir eventuell eine Etage des Hauses für unbegleitete Minderjährige reservieren“, so der Pressesprecher. Das Gebäude verfüge über 83 Wohnräume, im Schnitt würden sich drei Flüchtlinge ein Zimmer teilen. Der Mietvertrag mit dem Eigentümer wurde über drei Jahre geschlossen, der Kreis zahlt dafür jährlich 360 000 Euro. Die Sanierungskosten für das seit Jahren leer stehende Haus zahle der Eigentümer. Die Objekt Bismarckhöhe GbR hatte das Haus im Jahr 2012 vom Landkreis erworben, der es nun zurückmietet, um Reserveplätze für Flüchtlinge zu haben. Seit dem Spätsommer hatten Landkreis und Eigentümer über die Anmietung des Hauses in der Schubertstraße verhandelt.

250 freie Plätze in Unterkünften in Potsdam-Mittelmark

Derzeit seien Schwinzert zufolge etwa 250 Plätze in den Unterkünften des Kreises frei. Dazu kommen noch einmal 250 Plätze, die ab April im Michendorfer Sens-Convent-Hotel entstehen sollen. „Wir warten gespannt auf die Prognose der Flüchtlingszahlen für den Landkreis, um unsere Suche nach Unterkünften entweder zu forcieren oder lockerer anzugehen“, so Kai-Uwe Schwinzert. Nach Möglichkeit wolle der Landkreis auf weitere Behelfslösungen wie die Unterbringung in Containern verzichten. Derzeit gibt es eine Containersiedlung in Bad Belzig sowie schnell aufbaubare mobile Metallhäuser in Brück und Seddiner See (PNN berichteten). Neben den neuen Unterkünften in Werder und Michendorf sei der Kreis unter anderem in Verhandlung über die Unterbringung von 200 Flüchtlingen in einem früheren Kasernengebäude in Damsdorf, konkrete Ergebnisse dazu gebe es nicht. 

 

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