30.09.2016, 18°C
  • 05.01.2016

HINTERGRUND: Junge Flüchtlinge

Wie viele jugendliche Flüchtlinge leben in Brandenburg?

Im Dezember wurden von den brandenburgischen Jugendämtern rund 1200 unbegleitete Minderjährige betreut. Weitere 150 Jugendliche sollen noch in die Mark kommen, damit erfüllt Brandenburg seine Quote (3,08 Prozent, Königsteiner Schlüssel) zu etwa 60 Prozent. Mit einer weiteren Zunahme ist daher zu rechnen.

Wer ist für die Jugendlichen zuständig?

Das Land verteilt die jungen Flüchtlinge auf die 18 Jugendämter der Kreise und kreisfreien Städte. Die Jugendämter übernehmen die Vormundschaft und schicken die Jugendlichen in eine sogenannte Clearingstelle, das sind in der Regel freie Träger der Jugendhilfe, die wie in Kloster Lehnin ein Wohnheim betreiben. Die Clearingstelle bestimmt, welche Hilfen nötig sind, sie hilft, Verwandte aufzufinden und sucht gemeinsam mit dem Jugendlichen nach der passenden Ausbildung. Während dieser meist drei Monate andauernden Phase ruht die Schulpflicht. Den Jugendlichen werden aber Deutschkurse angeboten. In den Clearingstellen werden theoretisch Kinder ab zehn bis unter 18 Jahren betreut.

Wie geht es nach der

Orientierungsphase weiter?

Nach der rund dreimonatigen Betreuung (analog zur Erstaufnahme) in der Clearingstelle wird nach einer dauerhaften Wohnlösung gesucht. Die Jugendlichen können später in einem Jugendheim oder in betreutem Jugendwohnen untergebracht werden. Auch eine eigene Wohnung mit sozialpädagogischer Begleitung oder eine Pflegefamilie sind möglich.

Was passiert, wenn die

Jugendlichen älter sind,

als sie angeben?

Wird während der Clearingphase festgestellt, dass der Jugendliche bereits volljährig ist, wird er oder sie in einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge untergebracht.

Was kostet die Betreuung

das Land?

Die Kosten pro minderjährigem Flüchtling sind sehr unterschiedlich und abhängig von der Dauer der Unterbringung und der Art der Hilfe. Aus dem Jugendministerium heißt es zudem, dass sich durch eine Novelle des Bundesgesetzes die bisherigen Kosten deutlich erhöhen werden. Bisher nahmen die Bundesländer nur diejenigen auf, die direkt bei ihnen ankamen. Das führte zu einem Ungleichgewicht. Jetzt ist gesetzlich geregelt, dass auch minderjährige Flüchtlinge, wie andere Asylsuchende auch, per Königsteiner Schlüssel, also nach Quote auf die Bundesländer verteilt werden. Brandenburg rechnet daher mit einer Zunahme der bisherigen Zahlen. Eine konkrete Prognose zu den Kosten gibt es deshalb auch noch nicht. Der Bund will die Länder bis 2019 bundesweit mit jährlich 350 Millionen Euro unterstützen. es

Social Media

Umfrage

Soll das Tempo 30 auf der Zeppelinstraße erst einmal auf drei Monate zeitlich begrenzt werden und nur testweise erfolgen?