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  • 28.09.2015
  • von K. Graulich

80 Lesungen in 20 Tagen: Zeichen der Zauberkugel

von K. Graulich

Foto: promo

Stefan Gemmel war für Rekord-Lesereise in Werder

Werder (Havel) – Etwas versteckt liegt der Eingang zu Werders Stadtbibliothek und so landete auch Stefan Gemmel am Freitagabend erst mit Verspätung im Saal. Seine 75. Lesung war es – schon nahe am Weltrekord von 80 Lesungen innerhalb von 20 Tagen. Das Motto dieses Lesemarathons ist angelehnt an den Klassiker von Jules Verne „In 80 Tagen um die Welt“. 2012 hatte Gemmel schon einen ersten Weltrekord mit einer Lesung aufgestellt, zu der über 5400 Zuhörer kamen. Diesmal geht es um die schnellste Lesereise.

Fünf Lesungen aus „Im Zeichen der Zauberkugel“ hatte er am Freitag schon hinter sich, als er in Werder eintraf. Einige der rund 30 kleinen Zuhörer hatten es sich am Boden auf Kissen bequem gemacht, aber an Einschlafen war nicht zu denken. Vor allem, weil Kinder gern Geschichten aus der Kinderzeit von Erwachsenen hören, fand Gemmel sofort einen Draht zu ihnen. So war es mucksmäuschenstill als der Autor bekannte, er sei mal ein Nichtleser gewesen und im Fach Deutsch über eine Vier minus nicht hinausgekommen. Ungläubiges Staunen in den Gesichtern der Kinder, dann ein leises Glucksen, als er schilderte, dass es in seinem Elternhaus gerade mal fünf Bücher gab, deren Wertschätzung darin bestand, einem wackligen Tisch zu mehr Standfestigkeit zu verhelfen. Nur dank einer engagierten Lehrerin sei er doch noch zum Vielleser geworden.

Bei Stefan Gemmel kam zur Leseleidenschaft die Lust am Schreiben dazu, erst für die Schülerzeitung, später für Tageszeitungen und schließlich für Bücher. Mittlerweile sind es 37 Bücher geworden. Voller Erwartung lauschten Werders Leseratten den Auszügen aus seinem neuesten Werk „Im Zeichen der Zauberkugel“. Trotz seiner arg strapazierten Stimme wechselte er bei Dialogen die Tonlagen von quietschig bis brummelnd. Held seiner jüngsten Geschichte ist der 12-jährige Alex, der auf dem Dachboden seiner Großeltern eine verbotene Tür öffnet. Dort findet er eine Zauberkugel, in der sich ein Geist befindet. Es ist der Junge Sahli, der schon mehrere hundert Jahre in der Kugel gefangen ist. Als Alex ihn befreit, stehen ihm drei Wünsche offen, allerdings beginnt damit auch der Ärger mit dem mächtigen Dschinn Argus, der Sahli verwunschen hatte. Allen Mut und viel Cleverness müssen die Beiden einsetzen, um Argus Paroli zu bieten.

Zum Schreiben des Buches brauchte Gemmel nur drei Wochen, wie die Zuhörer erfuhren. Allerdings seien das täglich zehn bis zwölf Stunden. Und für manchen kleinen Absatz sei auch ein halber Tag drauf gegangen. K. Graulich

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