• 26.02.2010

Streit um Lang Lang

Soll es einen Modellversuch mit Gigalinern geben?

Als „völlig unausgegoren“ hat der Verkehrswissenschaftler Matthias Knobloch vom Auto Club Europa (ACE) Pläne für einen bundesweiten Modellversuch mit Gigalinern bezeichnet. „Ohne ein tragfähiges neues Gesamtkonzept für den Güterverkehr sind weitere Versuche mit den Riesenlastwagen wenig sinnvoll“, sagte Knobloch der dpa. „Es gibt einfach zu viele offene Fragen.“ So sei nicht geklärt, welches Gewicht die Gigaliner haben dürfen, wie lang sie sein können und wo sie überhaupt fahren sollen, sagte Knobloch. „Kritisch ist auch die Parkplatzfrage.“

Derzeit würden überall an den Autobahnen in Deutschland neue Stellplätze für Lastwagen gebaut. „Aber eben für Lkw mit Normalmaßen.“ Für Gigaliner müssten dann völlig neue Plätze errichtet werden. „Die Kosten dafür trägt wieder der Steuerzahler. Und den Nutzen hat allein die Wirtschaft.“  Vor weiteren Versuchen mit Gigalinern sei auch zu klären, „wie die Fahrer für den richtigen Umgang mit den Riesen-Lkw geschult werden sollen“, sagte der Verkehrswissenschaftler. Dies sei bisher noch überhaupt nicht richtig bedacht worden.

Die schwarz-gelbe Bundesregierung hatte sich in ihrem Koalitionsvertrag für einen deutschlandweiten Versuch mit den Riesenlastwagen ausgesprochen. Laut Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sind bereits interne Vorarbeiten eingeleitet worden. Auch Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) dringt auf ein solches Modellprojekt. Er will dabei die Erfahrungen eines Gigaliner-Tests in Niedersachsen im Jahr 2007 einbringen.

Es könne zwar durchaus sein, dass Gigaliner irgendwann in der Zukunft einen positiven Beitrag zur Bewältigung des Gütertransportes leisten können, sagte Knobloch zu den Planungen. Zum jetzigen Zeitpunkt lehne er wegen der vielen ungeklärten Fragen weitere Versuche mit den Riesenlastern aber ab. dpa

  • Erschienen am 26.02.2010 auf Seite 29

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