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  • 07.04.2012
  • von Nik Afanasjew und Joachim Huber

EX-RBB-MODERATOR KEN JEBSEN: „Israel will Endlösung für Palästina“

von Nik Afanasjew und Joachim Huber

Moderator Ken Jebsen. - Foto: ARD/Fritz

Um radikale Äußerungen verlegen war Ken Jebsen noch nie. Was der Moderator jedoch angesichts der Causa Grass in seiner Sendung zu sagen hatte, dürfte ihn endgültig in der Sparte "Verschwörungstheoretiker" verorten.

Radiomoderator Ken Jebsen – bekannt für seine frühere Show Ken FM im RBB-Radio Fritz – hat in einem am Donnerstag online gestellten Beitrag Israel vorgeworfen, einen Massenmord an den Palästinensern zu begehen. In dem 57 Minuten langen Monolog mit dem Titel „Zionistischer Rassismus (jüngstes Opfer: Günter Grass)“ entwickelte Jebsen die These, dass radikale Zionisten sowohl die USA als auch die Massenmedien unterwandert hätten. „Es ist eine mediale Massenvernichtungswaffe, die hilft, dass wir seit über 40 Jahren die Fresse halten, wenn im Auftrage des Staates Israel Menschen in Massen vernichtet werden“, sagte Jebsen mit Bezug auf die Diskussion um Günter Grass’ Gedicht „Was gesagt werden muss“.

Die Kritik an Israel sei berechtigt, da der jüdische Staat systematisch die Palästinenser ausrotte, um „Platz für das auserwählte Volk zu schaffen“, meinte Jebsen. Er finde es außerdem seltsam, dass der Iran gezwungen werde, seine Unschuld im Atomdisput nachzuweisen, während Israel heimlich Atomwaffen entwickelt habe und sein Arsenal noch ausbaue.

Neben wütender Polemik gegen Israel hatte Jebsen für die Kritiker von Grass vor allem Verachtung übrig. Der Publizist Henryk M. Broder „hätte im Dritten Reich einen hervorragenden Lagerkommandanten abgegeben und würde heute in jedem israelischen Folterknast seinen Spaß haben“, sagte Jebsen. Hass sei der Antrieb für den „ Springer-Schergen“ Broder.

Jebsens Beitrag ist nur online zu hören, auf seiner auch von Spenden finanzierten Plattform KenFM.de. Der RBB hatte sich Ende 2011 von seinem Moderator getrennt. Vorwurf: Beiträge Jebsens hätten nicht den journalistischen Standards des RBB entsprochen. Zuvor hatte der Sender Jebsen gegen den Vorwurf verteidigt, er sei Antisemit und Holocaust-Leugner. Jebsen hatte einem Hörer unter anderem geschrieben, „ich weiß, wer den Holocaust als PR erfunden hat.“ Den Holocaust leugnete Jebsen am Donnerstag nicht.

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