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  • 13.06.2018
  • von Markus Ehrenberg

Axel Balkausky: Irritationen um Interview des ARD-Sportkoordinators

von Markus Ehrenberg

ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky. Foto: dpa

ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky gab dem Medienmagazin auf Radio Eins kein Interview. Angeblich wolle er nicht in einer Sendung auftauchen, in der Medienjournalist Daniel Bouhs berichtet. Balkausky widerspricht. Nun soll es eine Aussprache zwischen den Beteiligten geben.

Über Sinn und Unsinn des Expertentums bei Fußballübertragungen lässt sich trefflich streiten, auch im Medienmagazin des RBB auf Radio Eins. Ist U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz, also ein Angestellter des DFB, wirklich ein guter ARD-Experte, um Spiele des DFB zu bewerten? Wird da nicht Sendezeit vergeudet? Wie sieht es mit der kritischen Analyse aus? Oder sind Live-Übertragungen von Fußballspielen eh reine Unterhaltung, da kommt es auf ein Gran mehr oder weniger Kritik nicht an?

Moderator Jörg Wagner und Medienjournalist Daniel Bouhs wollten dazu im Medienmagazin auch den Mann in der ARD befragen, der für die Experten zuständig ist: ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky. Doch dieser soll ein Interview verweigert haben. Balkausky wolle nicht in einer Sendung auftauchen, in der Medienjournalist Daniel Bouhs spricht – das teilte zumindest Jörg Wagner in der Sendung mit, als Antwort auf seine E-Mail-Anfrage an Balkausky. Dieser nehme, auch dem Moderator gegenüber, nicht Stellung zur kommenden WM-Berichterstattung.

Eine irrige Form von Medienverständnis? "Die Darstellung von Herrn Wagner verzerrt die Realität", sagt Axel Balkausky dem Tagesspiegel. "Mit meinem Verhältnis zu Daniel Bouhs hatte die Absage an den RBB nichts zu tun. Ich habe die Interviewanfrage des RBB, die kurzfristig am vergangenen Donnerstagabend an mich heran getragen wurde, aus zeitlichen Gründen absagen müssen, da ich Freitag und Samstag terminlich sehr stark eingebunden war. Tatsächlich habe ich aber am Freitagmorgen WDR 5 ein Interview zu genau der Thematik gegeben, die auch den RBB interessierte. Dieses Interview war bereits eine Woche vorher angefragt und vereinbart worden, so dass es am Freitag entsprechend umgesetzt werden konnte. Da es sich um das gleiche Thema handelte, habe ich dem RBB die Nutzung dieses Interviews für seine Zwecke im Rahmen des Medienmagazin frei gegeben. Der Austausch von Hörfunk-Interviews innerhalb der ARD ist gang und gäbe, deshalb erschließt sich mir nicht, warum Jörg Wagner jetzt so ein Theater um meine Absage macht."

Jörg Wagner bleibt dem Tagesspiegel gegenüber bei seiner Darstellung, die er in der Sendung vom 9.6.2018 transparent gemacht hat, dass es einen zweiteiligen Grund für die Interview-Absage des ARD-Sportkoordinators an den RBB.gab. Nur einer davon war ein Zeitproblem.

Zum Hintergrund: Daniel Bouhs hatte zuvor, vor allem im NDR-Medienmagazin "Zapp", über umstrittene Nebentätigkeiten von ARD-Sport-Moderatoren berichtet, nachdem mit René Kindermann und Torsten Püschel zwei Sportjournalisten der ARD selbst einen Langlauf-Weltcup organisiert haben und damit parallel zu ihren TV-Engagements unter die Sportveranstalter gegangen waren.

Nun teilte der RBB mit, dass ein gemeinsames Gespräch aller Beteiligter angeregt wurde, "dem haben sowohl ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky als auch Daniel Bouhs, Jörg Wagner vom Radioeins-Medienmagazin und die ,Zapp-Redaktionsleiterin Annette Leiterer zugestimmt". Man hoffe, dass die Differenzen auf diesem Weg beigelegt werden können.

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