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  • 14.02.2018
  • von Joachim Huber

TV-Rechte der Premier Leaque: Reich, aber nicht reicher

von Joachim Huber

Liverpool-Trainer Jürgen Klopp kann sich freuen. Die Premier League wird weiter die reichste TV-Fußball-Liga sein. Foto: Reuters

Inflation bei TV-Geldern für Fußball gestoppt: Englische Premier League ohne neue Rekordmarke.

Das wird auch die Bundesliga mit Interesse, wenn nicht mit Überraschung registrieren. Die Preisinflation bei den Fernsehgeldern für die Übertragungen der englischen Premier League hat einen Dämpfer erhalten. Ein Großteil der Rechte für die Saisons 2019/20 bis 2021/22 wurde für rund 4,5 Milliarden Pfund (rund fünf Milliarden Euro) an den Pay-TV-Sender Sky und die BT Group verkauft, wie die Premier League mitteilte. Beim derzeit laufenden Rechtedeal erlöst die Eliteliga 5,14 Milliarden Pfund (5,8 Milliarden). Während aktuell 2,3 Milliarden Euro in die Klubkassen fließen, werden es demnächst 1,7 Milliarden Euro pro Spielzeit sein.

Was zu beachten gilt: Vergeben wurden fünf von sieben Übertragungspaketen für drei Saisons. Sky Sports erhielt demnach den Zuschlag für vier Pakete mit 128 Spielen. Insgesamt zahlt der Pay-TV-Gigant dafür 3,579 Milliarden Pfund. Das entspricht pro Partie rund 9,3 Millionen Pfund (rund 10,5 Millionen Euro). Bislang musste der Sender für ein Spiel rund elf Millionen Pfund (12,4 Millionen Euro) aufbringen. BT (British Telecommunications) erwarb die Rechte für 32 Spiele am Sonntagmittag. Der frühere Telefonmonopolist zahlt damit umgerechnet rund 9,2 Millionen Pfund, im Vergleich zu 7,6 Millionen bisher.

Damit die Zuschauerzahlen in den Stadien nicht sinken, wurden nur 200 der 380 Saisonspiele für den heimischen Markt ausgeschrieben. Rechte für alle Spiele können nur Sender aus dem Ausland erwerben. Dabei schielt die Premier League nach China, nicht unbedingt wegen der Zuschauerresonanz, sondern wegen des sehr lukrativen Wettmarktes.

Nur geringes Plus bei der italienischen Serie A

Noch nicht vergeben sind für Großbritannien 40 Spiele, die in zwei gleich große Pakete aufgeteilt sind. Sie umfassen jeweils die Rechte für zwei komplette Spieltage. Dafür gibt es laut Liga mehrere Interessenten, über Amazon wird spekuliert. Ligaboss Richard Scudamore zeigte sich zuversichtlich, nach dem Verkauf der noch verbliebenen Rechtepakete doch über die bisherige Rekordmarke von 5,14 Milliarden Pfund für die TV-Rechte in Großbritannien zu springen. Die Bundesliga kassiert für die nationalen TV-Rechte zwischen 2017/18 und 2020/21 insgesamt 4,64 Milliarden Euro – rund 1,16 Milliarden pro Saison.

Bei der italienischen Serie A ist der bisherige Pay-TV-Partner Sky Italia beim Bieterwettbewerb für die nächsten drei Saisons leer ausgegangen. Die aufgerufene Summe von 3,15 Milliarden Euro, die ein Plus von fünf Prozent für die Seria A bedeutet, wollte Sky nicht bezahlen, das übernahm MediaPro. Das spanische Unternehmen ist kein Sender, sondern ein Rechtehändler. Es wird MediaPro sehr daran gelegen sein, über Lizenzen an Telekommunikationsunternehmen, Streamingdienste, auch Sky Italia die bezahlte Summe mehr als nur zu refinanzieren.

Für die Fans in Italien und in Großbritannien bedeuten die neuen Vergaberunden: noch mehr Abos kaufen, noch mehr Geld ausgeben, wenn die Liga per TV verfolgt werden soll. Joachim Huber

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