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  • 10.01.2018
  • von Joachim Huber

Doku im KiKa: Deutsches Mädchen liebt syrischen Jungen

von Joachim Huber

Die Liebe zwischen Malvina und Diaa ist stark, konfliktfrei ist sie wegen kultureller Unterschiede nicht. Screenshot: Tsp

Ein AfD-Bundestagsabgeordneter skandalisiert eine Dokumentation im Kinderkanal von ARD und ZDF. Es ist eigentlich ein zurückhaltender Beitrag.

Gehört der Vorgang in die aktuelle Debatte um junge Flüchtlinge und deren Alter? Im Kinderkanal von ARD und ZDF ist am 26. November 2017 die Dokumentation „Malvina, Diaa und die Liebe“ gezeigt worden. Der Beitrag gehört in die Reihe „Schau in meine Welt“. Er handelt von Malvina und von Diaa und von ihrer Liebe. Das Alter des deutschen Mädchens wird im Film mit 16 Jahren angegeben, das Alter des arabischen Jungen bleibt unerwähnt. Vermittelt wird der Eindruck, beide seien in etwa gleichaltrig.

Beide berichten in den rund 24 Minuten von den großen Herausforderungen, die beider Kulturen an sie stellen. Sie sagt: „Wir sind nicht immer derselben Meinung, zum Beispiel bei den Homosexuellen.“ Er sagt: „Die Religion gibt uns die Regeln. Und daran müssen wir uns halten.“ Der Beitrag von Marco Giacopuzzi ist ein reiner O-Ton-Film, verzichtet auf jeden Kommentar. Er findet sich in der KiKa-Mediathek.

Auf der Website des Programms wird Diaas Alter jetzt mit 19 angegeben, vorher war der Syrer aus Aleppo 17. Heute ist Diaa 20, „dies wurde geprüft“, sagte KiKa-Sprecherin Christiane Rohde dem Tagesspiegel. Der Kinderkanal hat die Verwirrung bei den Altersangaben mittlerweile aufgeklärt: „Entschuldigen wollen wir uns für einen Fehler in Bildunterschriften: Im Film wird über Malvinas Alter (zum Zeitpunkt des Drehs 16 Jahre) gesprochen, nicht aber über Diaas. Recherche und Drehbeginn für die Dokumentation lagen am Beginn 2017. Diaa war zu der Zeit 19 Jahre alt. Als er und Malvina sich kennenlernten, war er 17 Jahre alt.“ Dass dieses Alter dann in Bildunterschriften aufgetaucht sei, sei irreführend, wir haben das korrigiert.“

AfD-Spaniel zieht Parallelen zum Kandel-Mord

Das Thema aufgebracht hatte Dirk Spaniel, der für die Alternative für Deutschland (AfD) im Bundestag sitzt. Auf seinem Facebook-Account hatte er geschrieben: „KiKa erzählt die Geschichte als Rührstück und vermittelt den festen Glauben an ein Happy End, in dem mit Kompromissen und gutem Glauben alles funktionieren würde. Das Video selbst widerspricht der Darstellung und straft die Macher Lügen.“

Einmal im Rausch, zog Spaniel eine Linie vom KiKa-Beitrag zum Mord in Kandel. Dort war ein Mädchen von einem angeblich erst 15 Jahre alten afghanischen Flüchtling in einer Beziehungstat erstochen worden. Spaniel, mit Blick auf die Kika-Doku: „Es ist unerträglich, wie dieses Mädchen hier als Vorbild hingestellt und instrumentalisiert wird. Vor dem Hintergrund des Mordes an der 15-jährigen Mia ist es ein Skandal ersten Ranges, dass – noch dazu ein Kindersender (!!!) auf subtile Art falsch verstandene Toleranz bewirbt.“ Der Film sei eine unverantwortliche Manipulation und Indoktrination Minderjähriger.

Christiane Rohde sagte zu den Einlassungen des AfD-Politikers Dirk Spaniel: „Dies kann man nicht mehr kommentieren.“

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