23.07.2018, 26°C
  • 16.04.2018
  • von Ulrich Amling

Deutsche Oper Berlin: Die Saison 2018/19: Franzosen, Fontane und Fanale

von Ulrich Amling

Foto: Britta Pedersen/dpa

Die Deutsche Oper Berlin hat ihre Planung für die Saison 2018/19 vorgestellt. Und sieht sich als einziges Berliner Haus, das französisches Repertoire pflegt.

Seit sieben Jahren das gleiche Team am Tisch, das mag man langweilig finden oder als Zeichen für Kontinuität werten. Dietmar Schwarz, Intendant der Deutschen Oper Berlin, lässt bei der Vorstellung der Pläne seines Hauses für die Saison 2018/19 keinen Zweifel daran, dass er für Letzteres plädiert. 177 Vorstellungen auf der großen Bühne (ohne Ballett), 36 verschiedene szenische Produktionen – an der Bismarckstraße fühlt man sich als wackerer Wahrer des Kernrepertoires von Mozart bis Strauss. In der neuen Saison kommen zwei Werke der Deutschen Oper der zwanziger Jahre neu ins Programm: Ole Anders Tandberg inszeniert Alban Bergs „Wozzeck“, die musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Donald Runnicles (Premiere am 5. Oktober). Außerdem setzt Tobias Kratzer Alexander von Zemlinskys „Der Zwerg“ in Szene, dem Schönbergs „Begleitmusik zu einer Lichtspielszene“ vorangestellt wird (Dirigent Donald Runnicles, Premiere am 24. März 2019).

Die Deutsche Oper sieht sich als einziges Berliner Musiktheater, welches das französische Repertoire gleichberechtigt mit dem deutschen und italienischen pflegt. Drei Werke stehen dafür: Jacques Offenbachs „Les Contes d’Hoffmann“ kommt in einer Inszenierung von Laurent Pelly auf die Bühne, die erstmals 2005 in Lyon gezeigt wurde. Es dirigiert Enrique Mazzola, der ab der kommenden Saison als 1. Ständiger Gastdirigent firmiert (Premiere am 1. Dezember). Jakop Ahlbom wird „Don Quichotte“ von Jules Massenet neu deuten, Emmanuel Villaume dirigiert (Premiere am 30. Mai 2019). Konzertant erklingt „Hamlet“ von Ambroise Thomas mit Florian Sempey und Diana Damrau (Dirigent Yves Abel, Premiere am 24. Juni 2019).

Eine neue Preiskategorie ab 20 Euro ist geplant

Auch eine Uraufführung auf der großen Bühne wird es geben. Der Komponist Detlev Glanert hat sich von einem Fontane-Fragment zu „Oceane“ anregen lassen, einem Sommerstück für Musik in zwei Akten. In einem Seebad erregt eine schillernde Außenseiterin Empörung wie auch Liebe. Robert Carsen inszeniert, Donald Runnicles hat die musikalische Leitung (Premiere am 28. April 2019). Schließlich wird es auch eine szenische Belcanto-Oper geben: Jossi Wieler studiert seine Stuttgarter Sicht auf Vincenzo Bellinis „La Sonnambula“ in Berlin neu ein, es soll der Beginn einer längeren Zusammenarbeit werden (Dirigent Diego Fasolis, Premiere am 26. Januar 2019). Im Repertoire wiederum leitet Simon Rattle drei Aufführungen von Puccinis „Manon Lescaut“ (9., 12. und 15. Juni 2019).

Um der Preiserhöhung von knapp fünf Prozent ein kleines Zeichen entgegenzusetzen, führt die Deutsche Oper eine fünfte Preisgruppe ein, in der es Karten ab 20 Euro gibt. Die Folgen des Wasserschadens, mit dem das Haus seit Weihnachten zu kämpfen hat, sollen bis Ende Mai komplett behoben sein. Den Sachschaden samt Mindereinnahmen beziffert die Oper auf fünf Millionen Euro, die Versicherung soll sie tragen. Und Donald Runnicles hat dem Kultursenator abgerungen, einige gesperrte Stellen im Orchester neu besetzen zu können.

Social Media

Umfrage

Die Einengung der Zeppelinstraße in Potsdam hat im Zuge der Dieseldebatte bundesweit Interesse geweckt. Ist die Maßnahme nötig, um ein Dieselfahrverbot in Potsdam zu verhindern? Stimmen Sie ab!