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  • 12.08.2017

70. Filmfest Locarno: Goldener Leopard für Chinesen Wang Bing

Der chinesische Regisseur Wang Bing gewinnt beim Filmfest Locarno den Goldenen Leoparden für seinen Dokumentarfilm "Mrs. Fang". Foto: dpa/Urs Flueeler

Der chinesische Dokumentarist Wang Bing wird für seinen Alzheimer-Film "Mrs. Fang" in Locarno geehrt. 2017 ist das Jahr des Wang Bing: Auch die Documenta in Kassel widmet ihm derzeit eine Retrospektive.

Der chinesische Dokumentarfilmer Wang Bing hat mit "Mrs. Fang" den Goldenen Leoparden von Locarno gewonnen. Das gab die Jury des 70. internationalen Filmfestivals Locarno bekannt, Jury-Vorsitzender ist der französische Regisseur Olivier Assayas („Carlos - Der Schakal“). Ein wenig Ehre geht damit auch nach Deutschland: Bei dem Film über das Sterben einer an Alzheimer leidenden alten Frau handelt es sich um eine deutsch-französisch-chinesische Koproduktion. Die aktuelle Documenta in Kassel widmet dem chinesischen Regisseur derzeit eine vollständige Retrospektive, die von einer Ausstellung begleitet wird.

Bei den Schauspielern gewannen Isabelle Huppert, die in "Madame Hyde" eine zickige Lehrerin spielt, und der Däne Elliott Crosset Hove als gewalttätiger Arbeiter in "Winterbrüder". Zu den Favoriten hatten bei den Darstellerinnen und Darstellern auch die Deutsche Johanna Wokalek ("Freiheit“) und der US-Amerikaner Harry Dean Stanton („Lucky“) gezählt.

Ihren Spezialpreis verlieh die Jury dem brasilianisch-französischen Spielfilm „As boas maneiras" (Gute Manieren) von Juliana Rojas und Marco Dutra, einem Drama über eine junge Frau, deren Pflegesohn sich bei Vollmond in einen Werwolf verwandelt. Als bester Regisseur wurde der Franzose F.J. Ossang ausgezeichnet, für seinen surreale Thriller "9 Finger", der zugleich eine Gesellschaftsparabel darstellt.

Der deutsche Beitrag "Drei Zinnen" hat Chancen auf den Publikumspreis

Zu den zahlreichen Preisen in den anderen Reihen zählen ein Goldener Leopard im Wettbewerb "Cineasti del Presente" für die bulgarisch-deutsche Produktion "3/4" von Ilian Metev und der "Variety Piazza Grande Award" für Jan Zabeils auf der Piazza gezeigten Spielfilm „Drei Zinnen“. Der Preis wird vom US-Branchenblatt „Variety“ an einen künstlerisch überzeugenden Film mit dem Potenzial zum Publikumserfolg vergeben. "Drei Zinnen" gehört auch zu den Favoriten für den Publikumspreis, der am Samstagabend um 21.30 Uhr verkündet wird. (dpa/Tsp)

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