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  • 23.11.2012

„Das war wie ein Ritterschlag

Bernhard Begemann (22) studiert im fünften Semester Interdisziplinäre Russlandstudien an der Uni Potsdam. Er nahm am diesjährigen Petersburger Dialog teil. Foto: privat

Potsdamer Student auf dem Petersburger Dialog

Herr Begemann, Sie konnten am Petersburger Dialog zwischen Deutschland und Russland in Moskau teilnehmen. Sicherlich ein nachdrückliches Erlebnis?

Unbedingt. Es ist natürlich ein Ritterschlag, am Petersburger Dialog teilnehmen zu dürfen. So war es für mich sowohl inhaltlich ein großes Erlebnis – die Arbeitsgruppen, Vertreter verschiedenster zivilgesellschaftlicher Organisationen, die Diskussionen, die Gespräche auf so hoher, zwischenstaatlicher Ebene. Auf der anderen Seite sind die Konferenz im besten Hotel Moskaus und das Abschlussplenum im Kreml natürlich auch ein beeindruckendes Ereignis.

Wie groß war die Aufregung bei Ihnen?

Ich war nur zu Beginn ein wenig gespannt auf die anderen Teilnehmer und auf das Prozedere einer so großen internationalen Konferenz. Allerdings waren alle Beteiligten sehr aufgeschlossen gegenüber der jungen Generation, sodass ich selbst in der Arbeitsgruppe Zivilgesellschaft aktiv mitdiskutieren konnte. So wurde die Aufregung schnell zur produktiven Anspannung!

Was wird Ihnen in jedem Fall in Erinnerung bleiben?

Alles! Besonders vermutlich das Abschlussplenum im Kreml mit Putin und Merkel. Im Säulensaal des Kreml haben beide Fragen beantwortet, den Petersburger Dialog der Zivilgesellschaft abgeschlossen und die Regierungskonsultationen auf Ministerebene eröffnet.

Ende Oktober war der deutsche Russland-Beauftragte Schockenhoff mit Kritik an der russischen Justiz im Kreml in Ungnade gefallen. Haben Sie von den Verspannungen etwas mitbekommen?

Die Ereignisse der letzten Wochen waren durchaus präsent. Allerdings wurden sie von beiden Seiten offen angesprochen und konstruktiv behandelt. Zudem ist Andreas Schockenhoff Beauftragter für deutsch-russische zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit und alle Teilnehmer haben ihn als diesen akzeptiert. Auf streng politischer Ebene mag dies nicht immer so gewesen sein.

War es die Potsdamer Uni, die Ihnen die Türen zu dem Treffen geöffnet hat?

Natürlich ist der Studiengang der Interdisziplinären Russlandstudien ein unheimlich wertvolles Fundament für eine solche Konferenz wie den Petersburger Dialog. Zudem habe ich von der Ausschreibung für Junge Teilnehmer am Petersburger Dialog in der Uni Potsdam erfahren.

Was haben Sie für Ihr Studium gelernt?

Sehr viel praktische Anwendung. Den Umgang und das Auftreten auf einer internationalen Konferenz und einen guten Ausblick, wo mich mein Studium hinführt.

Wie sieht es mit Ihrem Berufswunsch aus, Diplomat?

Einen konkreten Berufswunsch zu nennen ist immer schwer. Russlandreferent, Berater für kulturelle, politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit könnte eine Umschreibung bieten. Diplomat ist zweifelsohne ein interessanter Beruf – unmittelbar am Geschehen. Ich befürchte jedoch, der freie Geist leidet manchmal unter dem diplomatischen Reglement beziehungsweise dessen Begrenzungen.

Fragen von Jan Kixmüller

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