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  • 08.06.2012
  • von Tobias Reichelt

Universität kooperiert mit Lepsiushaus Feste Verankerung in der Wissenschaft als Ziel

von Tobias Reichelt

Mit Leben erfüllt. Das Lepsiushaus will mit der Uni enger zusammenarbeiten. Foto: Suse

Die Philosophische Fakultät der Universität Potsdam und das Lepsiushaus wollen künftig noch enger zusammenarbeiten. Am Mittwoch unterzeichneten der wissenschaftliche Leiter des Lepsiushauses, Rolf Hosfeld, und der Dekan der Philosophischen Fakultät, Johann Hafner, eine Kooperationsvereinbarung. Damit strecken die Wissenschaftler und Verantwortlichen am Lepsiushaus ihre Fühler bis weit in die Potsdamer Wissenschaftslandschaft aus.

„Wir haben ein großes Interesse daran, dass sich das Lepsiushaus in der Wissenschschaftslandschaft fest verankert“, erklärte Hosfeld. Die Kooperation sei nicht finanzieller Natur, aber im gegenseitigen Vorteil. Vereinbart wurde eine intensive fachliche Zusammenarbeit auf dem Gebiet der „Genocide Studies“. Studenten der Universität könnten künftig die Räume und die Bibliothek mit Büchern und Briefen des Humanisten und Theologen Johannes Lepsius (1858-1926) nutzen, wissenschaftliche Praktika absolvieren, Betreuung für ihre Abschlussarbeiten erhalten sowie an Forschungsprojekten, Konferenzen und Publikationen teilnehmen. Gleichzeitig wollen die Verantwortlichen des Lepsiushauses auf das Know-how der Universitätskräfte und deren Räumlichkeiten zurückgreifen. Gemeinsame Veranstaltungen sind geplant: Ende September wird es eine Wissenschaftliche Tagung auf dem Campus in Griebnitzsee unter dem Titel „Johannes Lepsius, eine deutsche Ausnahme“ geben.

Uni-Dekan Hafner würdigte die bisherige wissenschaftliche Arbeit im Lepsiushaus: „Es erfreut uns außerordentlich, dass das Haus mit Leben erfüllt wird.“ Hafner appellierte an die Lehrkräfte der Universität, ihre Studenten zum Lernen und Arbeiten in das Haus am Fuße des Pfingstbergs zu schicken. Die Zusammenarbeit sei interessant für zahlreiche Fachgebiete, von der Soziologie über Geschichte und Religionswissenschaften. Auch das Menschenrechtszentrum soll durch die Kooperation neue Impulse erhalten, so soll es dort eine Professur zur „Kulturgeschichte der Gewalt“ geben.

Das Lepsiushaus in der Großen Weinmeisterstraße ist im Mai vergangenen Jahres eröffnet worden. Die Einrichtung im ehemaligen Wohnhaus von Lepsius wurde zunächst vom Bund und inzwischen vom Land Brandenburg und der Stadt Potsdam finanziert. Das Haus hat sich zur Aufgabe gestellt, Leben und Wirken von Lepsius sowie den Völkermord an den Armeniern 1915/16 zu erforschen. Mit seinem „Bericht über die Lage des armenischen Volkes in der Türkei“ hatte Lepsius von Potsdam aus die Weltöffentlichkeit über den Genozid informiert. In der Kooperation gehe es nun darum, den wissenschaftlichen Gegenstand und die Forschung an der Person Lepsius, seinem Wirken und der leidvollen Geschichte der Armenier zu erweitern. Tobias Reichelt

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