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  • 09.09.2011

Mit künstlichen Muskeln Licht dirigieren

Potsdamer Physiker forschen an elektrisch verstellbaren Polymeroptiken

Forschern der Universität Potsdam und des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Polymerfoschung (IAP) in Golm konnten erstmals zeigen, dass „künstliche Muskeln“ kompakte optische Systeme gezielt steuern können. Die Technologie basiert nach Angaben der Universität Potsdam auf der Verwendung von weichen, sehr dehnbaren Polymermaterialien und elektrischer Spannung. Sie kann beispielsweise helfen, aufwändige und kostenintensive Konstruktionen in der Robotik, Unterhaltungselektronik oder in der Medizin zu vermeiden. Diese Vorteile macht sich nun die Kooperation der Universität mit dem Fraunhoferinstitut zunutze. Wie auch das biologische Vorbild können „künstliche Muskeln“ aus Polymermaterialien Bewegung erzeugen. Gängige klassische und starre Optiken wie Linsen, Gitter und Spiegel, haben hervorragende optische Eigenschaften. Diese Systeme können laut Uni jedoch nur mit großem Konstruktionsaufwand variiert werden. Die Kombination einer elektrisch gesteuerten Formveränderung durch die Verwendung von „künstlichen Muskeln“ mit den Möglichkeiten flexibler optischer Polymersysteme würden dagegen eine direkte und effizientere Variation von optischen Parametern schaffen. Der Paradigmenwechsel von starren optischen Komponenten hin zu Polymersystemen mit einstellbaren optischen Parametern ist in der Wissenschaft Thema zahlreicher Forschungsarbeiten.

Ihre Ergebnisse haben die Nachwuchsforscher nun in den renommierten Fachzeitschriften Optics Letters und im Journal Advanced Materials publiziert. Die Idee zur Spannungssteuerung der Laserwellenlänge von Polymerlasern meldeten die Forscher zum Patent an. „Die hohe Akzeptanz in der Fachwelt belegt die Aktualität des Themas“, so die Universität. PNN

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