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Mangelsdorf bleibt Uni-Sprecherin

von Jan Kixmüller

Entlastet. Uni spricht ihrer Sprecherin Vertrauen aus. Foto: UP

Universität Potsdam spricht ihrer Sprecherin mit Stasi-Kontakten das Vertrauen aus

Die Universität  Potsdam wird sich nicht von ihrer Stasi-belasteten Sprecherin trennen. Wie die Hochschul-Leitung  am Freitag mitteilte, spreche sie der Leiterin des Uni-Referates Presse- und Öffentlichkeitsarbeit  Birgit Mangelsdorf ihr Vertrauen aus. An der Hochschule hatte eine eigens einberufene Kommission die gegen die 51-jährige Sprecherin  erhobenen Vorwürfe geprüft. Sie soll von 1984 bis 1987 in einer Wohnung gelebt haben, die von der Staatssicherheit der DDR als konspirativer Treffpunkt genutzt wurde. 
Die Untersuchunsgkommission  stand unter der Leitung von Vizepräsidentin Ria De Bleser. Die Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur, Ulrike Poppe, habe beratend an der Sitzung der Kommission teilgenommen.  „Das Präsidium der Universität möchte an der vertrauensvollen und guten Zusammenarbeit mit Frau Mangelsdorf festhalten“, erklärt  Ria De Bleser.

Anfang August waren die Vorwürfe bekanntgeworden. Mangelsdorf hatte von 1984 bis 1987 in einer Wohnung gelebt, die von der DDR-Stasi als konspirativer Treffpunkt genutzt wurde. Ihr Mann Frank Mangelsdorf, heute Chefredakteur der „Märkischen Oderzeitung“ (MOZ), hatte bestätigt, dass er nach der Heirat von 1985 bis 1987 ebenfalls in der Wohnung gelebt hat. Er verwies darauf, dass die Stasi eine Notlage ausgenutzt habe

Birgit  Mangelsdorf arbeitet seit 2009 an der Universität Potsdam. Sie hatte die Hochschule nicht von ihren Stasi-Kontakten informiert. Da die Universität aus rechtlichen gründen ihre Stasi-Akten nicht eisehen darf, habe Mangelsdorf selbst der Hochschule die  Akten der Hochschulkommission zur Verfügung gestellt.  Nach Prüfung des Sachverhalts und Anhörung von Frau Mangelsdorf habe ihr die Kommission das Vertrauen ausgesprochen. „Hier handelt es sich um eine Kooperation, die unter Ausnutzung einer Drucksituation zustande kam und bald beendet wurde“, wertete Ulrike Poppe.
Der FU-Professor Klaus Schroeder, der der Brandenburger Enquete-Kommission zur Aufarbeitung der SED-Diktatur angehört, kam hingegen in den PNN zu einer ganz anderen Einschätzung. „Wenn Frau Mangelsdorf mit ihrer Vergangenheit bei der Einstellung an der Universität Potsdam nicht offen umgegangen ist, halte ich sie als Sprecherin für untragbar“, sagte der Leiter des Forschungsverbundes SED-Staat der Freien Universität Berlin (FU).
In einer so herausgehobenen Position wie der Sprecherin einer Universität brauche sie Glaubwürdigkeit. „Sie hat damals den Kontakten zugestimmt, Verschwiegenheit erklärt, durch die teilweise Übernahme der Mietkosten eine Geldleistung bezogen und aktiv den MfS unterstützt, damit sind die Kriterien einer aktiven Zusammenarbeit mit dem MfS gegeben“, so Schroeders Einschätzung. Dass keine Berichte geschrieben wurden, sei unerheblich: „Wer eine Wohnung für konspirative Zwecke zur Verfügung gestellt hat, brauchte keine Berichte mehr zu schreiben, das ist eine andere Ebene der Zusammenarbeit.“ Die Entschuldigung mit dem kranken Kind hält der Historiker Schroeder für unzureichend. „Viele mussten damals in der DDR in unzureichenden Wohnverhältnissen leben, das rechtfertigt keine Zusammenarbeit mit dem MfS“.

Birgit Mangelsdorf hat nach Angaben ihres Ehemanns Frank Mangelsdorf von 1984 bis 1987 in einer Wohnung gelebt, die von der Staatssicherheit der DDR als konspirativer Treffpunkt genutzt wurde. Ihr Mann Frank Mangelsdorf hatte von 1985 bis 1987 ebenfalls in der Wohnung gelebt und eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnet. In einem Interview in der MOZ erklärte er, dass die Stasi eine Notlage seiner Frau ausgenutzt habe – sie hatte wegen ihres damals kranken Kindes eine andere, trockene Wohnung gebraucht. Ein Kollege habe der seinerzeit beim DDR-Rundfunk tätigen Mangelsdorf eine Wohnung vermittelt, dafür musste sie der Stasi dort konspirative Treffen ermöglichen. MOZ-Chefredakteur Mangelsdorf versicherte, dass es zu keiner Zeit von ihm oder seiner Frau „irgendeinen Bericht für die Stasi“ gegeben habe. Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) habe ein Drittel der Mietkosten und einen Teil der Energiekosten für die Wohnung übernommen.
Kriterien für die Überprüfung der Uni-Kommission waren, ob Mangelsdorf jemandem geschadet hat und ob es eine Verpflichtungserklärung gab. So gesehen überrascht das positive Votum der Kommission. Eine Verpflichtungserklärung vom 25. Juni 1984 findet sich in den Akten der Jahn-Behörde. Ebenso ein Aktenvermerk vom 4. März 1985 aus dem hervorgeht, dass IMK „Brigitte“ einen Stasi-Major davon in Kenntnis gesetzt hat, dass ihr zukünftiger Mann Frank Mangelsdorf und dessen Mutter Westkontakte unterhielten. Birgit Mangelsdorf (geb. Schultz) war mit 18 Jahren in die SED eingetreten, nach dem Journalistik-Studium in Leipzig arbeitete sie beim DDR-Rundfunk. Einer ihrer Verwandten ersten Grades war hauptamtlich bei der Staatssicherheit tätig.

63 Kommentare

  • von Frage?04.09.2011 19:59
    Was heißt denn AUFARBEITUNG? Kann mir das einer definieren?

    Die Vergangenheit von Frau Mangelsdorf wurde offengelegt, nicht erst heute sondern schön des Öfteren. Ihr ist nicht nachgewiesen worden, gelogen, sich irgendetwas erschlichen zu haben oder gegen geltendes Recht verstoßen zu haben. Die Uni hat geprüft und ihr das Vertrauen ausgesprochen. Und nun?

    Demokraten ereifern sich nun darüber, dass Demokratie gelebt wird. Aufarbeitung heißt doch für die Ereiferer hier in den Kommentaren eigentlich: Sofortige Entlassung, Anprangerung, ein Mal in die Stirn gebrannt und lebenslanges Berufsverbot.

    Was bitte wollen Sie eigentlich? Hier wurde aufgearbeitet, nur das das Prüfungsergebnis wohl den Racheengeln nicht gefällt, also muss weiter gehetzt werden. Können Sie mit dieser Art der Aufarbeitung nicht leben? Hier wurde nicht unter den Teppich gekehrt, nur damit Sie weiter im Schmutz wühlen können. Sonst kämen Sie da ja nicht mehr heran.

    Wenn demokratische Prozesse nicht passen, dann muss man sie eben passend machen, oder?
  • von checkit02.09.2011 16:48
    @Uni-Mitglied: Nicht alles durcheinader bringen, bei Springer war doch ihr Mann... Und schaden will wohl niemand der Uni, ganz im Gegenteil, es geht hier um ihre Zukunft als unabhängige Hochschule. Aufarbeituzng wäre hier angebracht, nicht unter den Teppich kehren!
  • von Uni-Mitglied seit 199202.09.2011 11:51
    @Brandenburg: nichts, wenn es denn so wäre. Nur sind die Vorwürfe eben nicht neu, sondern bereits des Öfteren bewertet worden, nämlich bei jeder ihrer bisherigen Arbeitsstellen, wie z.B. beim MDR oder im Springerkonzern (!).

    @Studentin an der UP: ich glaube Ihnen nicht, dass Sie Studentin der Uni Potsdam sind, denn man müsste schon ziemlich blöde sein, den eigenen Uni-Abschluss dadurch zu entwerten, dass man die eigene Uni wider besseren Wissens als Stasi-Hort bezeichnet (was die Arbeitsplatzsuche sicherlich nicht erleichtern wird).

    Im Übrigen ist mir immer noch nicht ganz klar, warum die Uni Potsdam so verleumdet wird. Wer hat denn da ein Interesse daran, der Uni zu schaden? Das mit den Stasi-Seilschaften ist nachweislich dreist gelogen, denn die obligatorische „gauckung“ aller Mitarbeiter wurde erst durch Beschluss einer CDU-geführten Bundesregierung zur Abschaffung der Regelanfrage eingestellt. Universitäten sind starke Wirtschaftsfaktoren. Wer möchte denn hier dem Standort Potsdam um jeden Preis schaden?
  • von Brandenburg02.09.2011 11:12
    Was ist eigentlich so schlimm daran, wenn die Bild-Zeitung eine Sache aufdeckt und die Fakten wahrheitsgemäß wiedergibt?
  • von Studentin an der UP01.09.2011 12:32
    Herr Schroeder spricht mir aus der Seele: Vorteilsnahme nennt man das Verhalten, was Frau Mangesldorf an den Tag gelegt hat. Und das an einer Universität, die ihre Stasi- und tiefrote Pädagogik-Vergangenheit in keiner Weise bearbeitet! Wer weiß, welche Interessen Frau Mangelsdorf verfolgt, wenn sie mit ihrer eigenen Vergangenheit nicht umgehen kann? Alles einfach noch länger unter den Teppich kehren? Daher halte ich Frau Mangelsdorf in dieser Position für untragbar. Vielen Dank der PNN Redaktion, die das Thema endlich öffentlich angeht! Trotzdem sollte die Universität selbst mit einer kompetenten Sprecher/in dazu in der Lage sein.
  • von an die pnn-redaktion31.08.2011 23:27
    aber sicher macht ihr mit der bild-zeitung gemeinsame sache. michael sauerbier und alexander froehlich sprechen sich ab, und die akte habt ihr von der bild-zeitung.

    aber weil ihr ja so tapfer eure unabhaengigkeit und serioesitaet verteidigt ein weiteres mal die nachfrage, warum eigentlich der ehrenwerte redakteur herr metzner nicht mehr ueber stasi-themen schreiben darf?

    peinlich, nicht wahr...

    weitermachen.
  • von Ehrlicher (Sehr geehrte Redaktion, bitte löschen Sie meine beiden vorigen Beiträge, Danke)31.08.2011 02:35
    Sehr geehrte Redaktion,

    um auf Ihren Eingriff in die Diskussion zu antworten: Und das ist auch gut so. Angesichts einiger Kommentare findet ich es sehr wichtig, dass Sie weiterhin so ehrlich und so unparteiisch über die immer noch anhaltenden Stasi-Verstrickungen im Land Brandenburg berichten. Das Festhalten einer öffentlichen Einrichtung (bezahlt von unseren Steuergeldern) an der stasibelasteten Sprecherin der Universität ist unerträglich und untragbar. Lassen Sie sich bitte nicht von den Sympathisanten der Stasi-Nutznießer Ihrer Berichterstattung beeinflussen!
  • von PNN-Redaktion30.08.2011 17:02
    @Potsdamerin: Wir haben uns von der Bild-Zeitung weder Informationen noch Formulierungen "besorgt". Der PNN-Redaktion liegt die Stasi-Akte von Frau Mangelsdorf vor, wir haben von unserem Recht Gebrauch gemacht, daraus zu zitieren.
  • von Potsdamerin30.08.2011 13:14
    Es ist schier unglaublich zu beobachten wie ein Schreiberling Kixmueller von einer Tochter des eigentlich als seriös geltenden TAGESSPIEGEL sich mit der BLÖD-Zeitung auf eine Stufe stellt und sich sogar von einem Reporter der BILDZEITUNG mit verdrehenden Informationen versorgen und sich die Formulierungen für den Artikel besorgt.
    Die Stasi in DDR-Zeiten hätte es mit Rufschädigungen, Verunglimpfungen, falschen Unterstellungen usw. nicht besser machen können als das war hier durch die Zeitungen PNN und BILD vorgenommen wird.
    Es ist so durchsichtig was hier gemacht wird (ohne von mir Stasi-Kontakte zu beschönigen und zu rechtfertigen). Aber der PNN- und BILD-Schmutz fällt leider bei manchen auf fruchtbaren Boden wie frau es aus etlichen z.T. hasserfüllten Leserkommentaren entnehmen kann.
    Schade, dass es solch eine armseligen Kampagne gibt, 20 Jahre danach. i
  • von uni202029.08.2011 18:16
    Na ja, die Kunst, die wusste doch nicht viel. Aber warum ist es eigentlich um all die anderen so ruhig, nur aus der CDU ein zartes Gegenstimmchen, sonst regt sich keiner auf, nicht einmal der ASTA...
  • von Wo ist Frau Prof. Kunst?29.08.2011 15:18
    Was sagt eigentlich Frau Ministerin S. Kunst zur "Causa Mangelsdorf"?

    Verdächtig ruhig ist es um die Frau, die als ehemalige Präsidentin all den ganzen MfS-Seilschaften Unterschlupf geboten hat!!!
  • von Uni-Mitglied seit 199229.08.2011 14:15
    Was bezwecken eigentlich Leute wie g.g. damit, die Universität Potsdam zu verleumden („Erst ein zwei drei Palgiate, dann ein Stasi-Fall der keiner sein soll, und dann der ganze Uni-Keller voller MfS-Leichen..., das ist sehr schlechte PR für die kleine, feine Uni Potsdam. Schade eigentlich.“), obwohl jeder, der es wissen möchte, auch wissen kann, das dies totaler Unfug ist. Im Gegensatz zu vielen anderen Behörden und Ministerien in Brandenburg wurden in den 90er Jahren ausnahmslos alle(!) Mitarbeiter in einem rechtsstaatlichen Verfahren „gegauckt“. Wer das bestreitet, es woher auch immer besser weiß, besser: zu wissen glaubt oder sowieso nichts außer der eigenen Meinung akzeptiert, verlangt von der Uni, von rechtsstaatlichen Verfahren abzuweichen. Das wird die Uni sicherlich nicht tun. So ganz im Vorbeigehen wird dann indirekt auch noch die fachliche Kompetenz von Frau Poppe bestritten, deren Votum sich im Kommissionsergebnis wiederfindet. Im Übrigen gibt es momentan nur einen Plagiatsfall, denn die Untersuchung des Vorwurfs gegenüber dem niedersächsischen Kultusminister ist noch nicht abgeschlossen. Der „dritte Fall“ ist kein Fall der Uni Potsdam, da die Betroffene nicht an der Uni Potsdam promovierte, sondern m.W. in Bonn, damit also ein Fall der Bonner Universität.
  • von @pnn29.08.2011 11:09
    da ihr ja offenbar auf inquisition mit dem entsprechenden publikum und tonfall zu stehen scheint, hier noch mal meine nachfrage:

    warum schreibt eigentlich euer hervorragender mitarbeiter, herr metzner nicht mehr über diese sensationellen stasi-enthüllungen?

    darf er nicht mehr?

    hahaha, ihr seid so durchschaubar...

    weitermachen.

    ach so, die bild wartet schon auf euren anruf zur befehlsausgabe...
  • von @soso29.08.2011 10:50
    genau, so ungefähr habe ich mir die Antwort vorgestellt.
    Robert Havemann hat also einen Wandel vollzogen. Frau Mangelsdorf hat den mit Ihrer Arbeit nach 1989 natürlich nicht vollzogen. Schon klar.

    Frau M. hat ihrem vorherigen Arbeitgeber ihre Stasi-Kontakte offenbart. Dort hat eine Kommission nach rechtsstaatlichen Vorgaben, unter Mitwirkung der Stasi-Unterlagenbehörde sich Ihren Fall angesehen und ist zu einem Entschluß gekommen.

    Der Gesetzgeber hat 2006 die Meldepflichten verändert. Seit 1.1.2007 brauchte Frau M. sich der Uni nicht offenbaren, die Uni nicht nachfragen.

    Robert Havemann hat über seine IM-Phase zeitlebens nicht berichtet, das ist erst nach seinem Tod herausgekommen.
  • von soso29.08.2011 10:37
    Havemann hat einen Wandel vollzogen, den er öffentlich gemacht hat, und zu dem er steht. Frau M. hat niemandem etwas gesagt, und auch bis jetzt nichts gesagt. Darin liegt der Unterschied!
  • von an die person, die sich hier über kleinbuchstaben aufregt...29.08.2011 10:35
    1. ja, sie meine ich.
    2. wer in einer debatte, die ihm nicht schmeckt oder in der ihm recht schnell die argumente ausgehen, sich mit kinderkacke wie klein- oder rechtschreibung beschäftigen muss, der macht sich erstmal verdächtig.
    3. wie oft ich das in diskussionsforen lesen muss, dass man ja kommentare gar nicht lese, um sich dann doch darüber aufzuregen wie ein kleines bockiges kind, das sein willen nicht bekommt.
    4. ich schreibe wie es mir passt, verstanden, und werde mir weder für meinen stil noch meine meinung ihre huldvolle erlaubnis einholen.
    5. und nun können sie weiter meine kommentare ignorieren.
  • von @Freie Wissenschaft in Potsdam?29.08.2011 10:30
    es geht sehr wohl immer die jeweiligen Einzelfälle, denn Ihrer Logik folgend dürften wir heute Robert Havemann nicht die Ehre zu teil werden lassen, die ihm gebührt, denn auch Robert Havemann war Stasi-IM bevor er zum Staatsfeind Nummer Eins wurde. Bei Robert Havemann wird die individuelle Lebensleistung mit eingerechnet, übrigens vollkommen zu recht, nur bei anderen soll das nicht gelten.
    Andere ehemalige Bürgerrechtler sind in der SED gewesen. Ihrer Logik folgend dürften die heute nicht den Mund aufmachen.
    Ich kann mir vorstellen, dass es schwer ist, angesichts vergifteten Atmosphäre durch die dümmliche Hetze, die BILD und PNN hier mit aufgewärmten, bereits mehrfach überprüften Sachverhalten entfacht haben.
  • von Freie Wissenschaft in Potsdam?29.08.2011 08:42
    In der DDR, Tschechoslowakei, in Polen, Ungarn gab es eine Reihe von Wissenschaftlern, die den Wahrheitsanspruch der Wissenschaft ernst nahmen und auch unter Totalitarismus- und Zensurbedienungen (insbesondere in den Geistes- und Sozialwissenschaften) in Forschung und Lehre zu verwirklichen suchten. Dieser Berufsethos hatte damals einen hohen Preis: Gefängnis, Berufsverbot, Ausweisung. Dass eine ehemalige Stasi-Mitarbeiterin, d.h. eine aktive Gestalterin der Diktatur (wen überzeugt schon dieses kitschige Tränendrücker-Argument „krankes Kind“?) nun an den Schaltstellen der Universität sitzt, ist doch ein Schlag ins Gesicht der vielen Menschen, die dem Totalitarismus damals einfach aufgrund ihrer Anständigkeit und Integrität tagtäglich widerstanden.
    Man ist schon fassungslos, dass die Hochschulleitung nicht in der Lage ist, hier etwas Fingerspitzengefühl zu zeigen. Es geht doch nicht um die individuelle Arbeitsleistung von Frau Mangelsdorf (die Stasi war ja mit ihr auch zufrieden und andere Arbeitgeber oder Arbeitsplätze würden sich auch finden lassen). Es geht um die Frage, wofür diese junge Universität mit den spezifischen Wurzeln eigentlich stehen will –in ihrem Bildungsauftrag, ihrer gesellschaftlichen Stellung, in ihrer innerdeutschen und internationalen Wirkung.
  • von Gegen Parteischlacht für eine bunte gelebte Demokratie28.08.2011 22:09

    Ich habe keine Opfer verhöhnt bzw. mich gegen die Aufarbeitung ausgesprochen und warum unterstellen sie mir Anwalt der Linken zu sein.

    Die CDU/CSU/FDP muss an ihrer eigenen Geschichtsaufarbeitung arbeiten da sie sich dieser bis heute nicht ausreichend gestellt hat.

    Darauf hin zuweisen ist mir ein Anliegen.

    Die Frau Mangelsdorf ist mir sowas von Egal wenn sie Menschen geschädigt hat muss sie von ihrem Amt zurücktreten ist doch klar und wenn muss halt ein Gericht die Frage klären schuldig ja oder nein.


  • von g.g.28.08.2011 21:46
    Erst ein zwei drei Palgiate, dann ein Stasi-Fall der keiner sein soll, und dann der ganze Uni-Keller voller MfS-Leichen..., das ist sehr schlechte PR für die kleine, feine Uni Potsdam. Schade eigentlich.
  • von Parteischlacht oder was?28.08.2011 21:45
    Da Sie hier als Anwalt der Linken auftreten: Ich würde vielleicht irgendwann "Links" wählen, wenn ich nicht immer wieder feststellen müsste, dass Leute wie Sie unter den Wählern sind! Ist Ihnen nicht klar, dass - unter anderen - Sie es sind, die einen Linksruck in diesem Land verhindern?
  • von An alle 28.08.2011 21:31
    Liebe Generalisierer:

    1990-1998 regierte die CDU/CSU/FDP im Bund und sie wollen doch nicht ernsthaft behaupten das diese nicht daran interessiert waren den "Roten Socken" alles genauestens nach zuweisen.

    Wer ist hier der Generalsierer also wo war die CDU/CSU/FDP all die ganzen Jahre?

    Seit 2005 regiert die CDU/CSU wieder im Bund.

    Langsam frage ich mich wirklich ob die Opfer nicht immer und immer wieder medial herhalten müssen im Kampf gegen die Linke.
    Pech nur das der steinewerfende EX-Außenminister Fischer nicht bei der Stasi war da könnte man immer wieder zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.
  • von P.S.28.08.2011 21:27
    Ich danke Jan Kixmüller für seine gute Recherche!
  • von An die Person, die hier überwiegend in Kleinbuchstaben schreibt:28.08.2011 21:21
    Wer sich so aufregt und sich offenbar zum Ziel gesetzt hat, die Ehre der Birgit Mangelsdorf zu retten, macht sich 1. verdächtig und 2. unglaubwürdig. 3. hört man bald auf, Ihre Kommentare zu lesen.

    Selbst wenn diese Person nun die Idee hat, in Großbuchstaben zu schreiben, erkennt man sie an ihrem schrillen Ton und an ihrem verzweifelten Zynismus...
  • von Liebe Generalisierer:28.08.2011 21:05
    Es macht aber schon einen Unterschied, Daten über jemanden zu sammeln und ihn im schlimmsten Fall zu feuern - oder: Daten über jemanden zu sammeln und ihm hinterher Berufsverbot zu erteilen, seine Telefongespräche abzuhören und minutiös zu dokumentieren, seine Freunde gegen ihn aufzustacheln, die Familie unter Druck zu setzen oder ihn spurlos verschwinden zu lassen!

    Das gilt im Übrigen auch dann noch, wenn Ihr Euch nicht als Generalisierer angesprochen fühlt.
  • von Pure Realität - Danke für das Stolpe- Bashing 28.08.2011 20:24
    Hallo Leipzig ist ihr Einsatz auch so heftig in der HandySpitzeläffare des sächsichen Justiz/Polizeistaatsapparates.


    Lidl/Telekom/Schlecker.... Überwachung überall!!!!
    Das ist unsere Realität dieser --Unser-- Staat sammelt dank der modernen Technik doch all unsere Daten siehe z.B. neuer Personalausweis.

    Der Lügenbaron die Schwarzgeldkonten .....

  • von wie peinlich!28.08.2011 20:05
    Diese Geschichte werde ich jedem erzählen, der in Erwägung zieht, an der Uni Potsdam zu studieren!
  • von @ohne Namen28.08.2011 20:02
    Ihre Plattitüden tragen hier ja nun wirklich nicht zur Sache bei.

    Es geht hier darum, dass Menschen, die sich in der Öffentlichkeit nun als tragisches Opfer darstellen, für Begünstigungen ein Terror-Regime unterstützten, zum Verrat von Menschen beitrugen und ihren Anteil leisteten, dass Menschen in DDR-Gefängnissen zu Grunde gerichtet wurden.

    Wie viele Menschen, die dem Regime nicht huldigten, mussten unter problematischen Wohnbedingungen legen, ohne dass sie niederträchtigen Verrat an ihren Mitmenschen begangen oder einen indirekten Beitrag dazu geleistet haben.

    Frau M. verkauft hier erneut eine Märchenlegende, die sie vor Jahren gesponnen hat, um aus den bloßgelegten Wahrheiten wieder herauszukommen. So wie Herr Stolpe eben mehr oder weniger erfolgreich die Legende vom aufopfernden Kirchenvater sich zurechtgelegt hat. Diese Lügen sind unerträglich.

    Es erinnert an die alte Komödie "Eins, Zwei, Drei" in der ein Chauffeur eisern beteuert, im Dritten Reich im Untergrund gearbeitet zu haben. Auf Nachfrage stellt sich dann heraus, dass er wohl Schaffner in der U-Bahn war...

    Eben so ein Opfer wie Frau M.
  • von ohne Namen28.08.2011 17:15
    Hallo Leipzig ist ihr Einsatz auch so heftig in der HandySpitzeläffare des sächsichen Justiz/Polizeistaatsapparates.


    Lidl/Telekom/Schlecker.... Überwachung überall!!!!
    Das ist unsere Realität dieser --Unser-- Staat sammelt dank der modernen Technik doch all unsere Daten siehe z.B. neuer Personalausweis.

    Der Lügenbaron die Schwarzgeldkonten .....


  • von rotes kloster leipzig28.08.2011 14:45
    noch einmal, damit es auch jeder, auch die unverbesserlichen "ehemaligen DDR-Bürger" viellicht kapieren:

    was nicht erwähnt wird, ist, dass das studium von Frau M. des journalismus in leipzig (karls marx uni = das rote kloster) nur politisch 100%tigen vorbehalten war - eine kaderschmiede. birgit mangelsdorf war systemträgerin der propagandamaschine der ddr/sed insofern ist auch die bereitstellung einer konspirativen wohnung systemimmanent. was ihr mann in der ddr getrieben hat darüber ist wenig zu finden - das spricht für sich. die durchdringung der heutigen deutschen presse mit dieser art polit-journalisten ist nicht förderlich. noch weniger förderlich ist es, wenn eine uni wie die in potsdam (der stadt in der sich die stasi und militärkader ihre titel abgeholt haben) kein geschichtliches bewußtsein hat. das wäre sie den nachfolgenden generationen schuldig, die nicht mehr in einer partei-diktatur leben müssen.
    von daher hat die uni potsdam ihren bildungsauftrag nicht erfüllt - und es gibt wohl noch reichlich andere gute gründe in dieser hinsicht.
  • von simones28.08.2011 13:44
    Liebe Mitbürger,oder hereingesetzte sogenannte Potsdamer Bürger.
    Warum seit ihr nach Potsdam gezogen? Um uns ehemaligen DDR-Bürgern zu erklären,dass ehemalige IM's an den Galgen gehören?
    Macht das IHR in eure wohnlichen ehemaligen Nester zurück zieht,dort könnt ihr jeden Baum anschreien und euren Unmut und Unzufriedenheit rauslassen. Denkt aber immer daran,ihr lausigen Meckerer,ihr lebt und äußert euch auf hohem Niveau. Haltet das Maul,so lange ihr nicht die Brotkanten von der Strasse fressen müßt und seht es als Ehre an,in so einer schönen Stadt wie Potsdam leben zu dürfen!
  • von ergo28.08.2011 13:03
    So wird schnell aus dem Täter das Opfer, warum wurde denn Frank M. beobachtet, weil "Brigitte" dem Verein verraten hatte, dass er Westbekanntschaften pflegt. Und: Es geht hier nicht um eine rechtliche, sondern um eine moralische Frage, ob man so etwas macht, und wie man später dazu steht. Und davon, wie sie dazu heute steht, war noch nichts zu hören!
  • von @Koloborare28.08.2011 12:51
    Wie lange wirds denn in etwa noch dauern? Ich will ja rechtzeitig den Männern in den weißen Kitteln Bescheid sagen.
  • von AStA!28.08.2011 12:00
    Ein interessantes Ergebnis, das die "unabhängige" Kommission da zutage bringt. Glückwunsch, Brigitte.
    An der Haltung der Studierenden wird das aber nichts ändern: die Methoden, mit denen das Präsidium mit ihren Mitgliedern (Angestellten, Studierenden) umspringt, sind alles andere als respektvoll und fair. Daran würde aber wahrscheinlich allein die Neubesetzung des Presse- und Öffentlichkeitsreferats nichts ändern. Wo Hochschulen nur noch gewinnmaximierende (!) Unternehmen sind und die Interessen von Bertelsmann (bzw. das Centrum für Hochschulentwicklung) den Ton angeben, kann man einfach nicht mehr mit angemessenen Bedingungen für die Betroffenen rechnen.

    An die Kritiker der "PNN- und Bild-Meinungsmache": zumindest die Kritik des AStA war keine Trittbrettfahrerei, sondern eine nüchterne Feststellung über die Vorgehensweise von Frau M. und bezog sich nicht auf die Stasi-Vergangenheit, sondern die fachliche Kompetenz in der Gegenwart.
  • von ???28.08.2011 11:06
    Lese ich tatsächlich, dass Frau M. die Akten selbst der Uni gegeben hat? Was ist das denn? Die Seiten, die ihr peinlich waren, hat sie zuhause gelassen???
  • von Koloborare28.08.2011 10:58
    Ich verstehe Ihre Wut. Aber darüber machen Sie sich bitte keine Sorgen. Frau Mangelsdorf's Zeit ist genauso abgelaufen, wie der Rest des Stasi-Drecks! Beobachten Sie bitte die nächste Zeit genau. Sie werden erstaunt sein, in welcher grandiosen Stadt Sie leben.

    Denn das ist uns zu eigen: Wir sind stolze und freiheitsliebende Bürger und lassen uns von niemanden unterdrücken: WIR SIND DIE NEUE POTSDAMER GENERATION!
  • von Koloborare28.08.2011 10:57
    Ich verstehe Ihre Wut. Aber darüber machen Sie sich bitte keine Sorgen. Frau Mangelsdorf's Zeit ist genauso abgelaufen, wie der Rest des Stasi-Drecks! Beobachten Sie bitte die nächste Zeit genau. Sie werden erstaunt sein, in welcher grandiosen Stadt Sie leben.

    Denn das ist uns zu eigen: Wir sind stolze und freiheitsliebende Bürger und lassen uns von niemanden unterdrücken: WIR SIND DIE NEUE POTSDAMER GENERATION!
  • von Ich möchte nicht mehr in der DDR leben.28.08.2011 01:18
    Leider ist es nicht damit getan, auf das Ableben von MitarbeiterInnen der Staatssicherheit zu warten. Ihre Ideologie und ihre erlernten Taktiken geben sie Tag für Tag an andere weiter, die ihren Job dann fortführen. Ganz besonders erfolgreich sind sie dann, wenn sie in einflussreichen Positionen sitzen! Ihre Nachfolger kann man dann allerdings nicht mehr anhand von Aktenvermerken identifizieren. Wie schade, dass in ein paar Tagen wieder Gras über die Sache gewachsen ist und Frau Mangelsdorf sich ins Fäustchen lacht.
  • von @koloborare28.08.2011 00:23
    ja, genau, da nehm ich auch hundert gramm von
  • von Koloborare27.08.2011 21:04
    Gestern Täter mit der Aussicht auf maximalen persönlichen Profit, heute Opfer wegen der Kinder oder der Angst vor Repressalien...

    Eins lasst euch gesagt sein, Ihr Feigen Stasi-Ratten: Ihr mögt euch in diesen Leben wohl verstecken hinter Lug und Trug oder durch eure lieb gewonnenen Seilschaften bis heute weiter angeln.

    Aber auch eure Zeit vergeht, und mit eurem Ableben werdet Ihr Euch für jede Eure menschenverachteten Taten rechtfertigen müssen!

    Ihr blinden Eiferer: Wenn Ihr wüsstet, welch unsäglicher Schmerz Euch bevorsteht!

    Jeder Tag ist eine Freude für uns.


  • von @sowhat27.08.2011 20:01
    nein, natürlich nicht. aber ALLE fakten müssen zu einer beurteilung herangezogen werden, und dazu zählen eben auch die tatsache, dass herr mangelsdorf bespitzelt wurde, dass mehrere kommissionen genau die fragen gestellt haben, die hier gestellt werden und immer zu schlüssen gekommen sind, die hier einigen nicht gefallen.
  • von | sowhat27.08.2011 19:58
    @Ehrlicher : Also, Schwamm drüber??? Fakten bringen ist gehetzt? Merkwürdige Sicht...
  • von @Ehrlicher27.08.2011 19:48
    Es steht ihnen frei, ihre kleingeistigen Schlüsse aus der Hetzkampagne von BILD und PNN zu ziehen und Ihre eigene kleine Hetzkampagne zu starten.
    Frau Mangelsdorf hat erklärt, wie es zu ihrem Kontakt mit der Stasi kam. Das ist gewiss kein Ruhmesblatt, weil tausende Menschen in der DDR in zum Teil entwürdigen Wohnungsverhältnissen lebten, darunter viele auch mit Kindern und sich dennoch nicht mit der Stasi einließen. Aber wie mutig man ist, weiß man bekanntlich immer erst hinterher. Und wie man als Mutter entscheidet, wenn das Kind vor einem erkennbar leidet, weiß man auch erst, wenn man als Mutter in eine solche Situation kommt.
    Vor allem aber haben sich mehrere Untersuchungskommission genau mit diesem Umstand und dieser Frage auseinandergesetzt und das Für und Wider abgewogen. Und sind die alle blöd gewesen oder was?
    Frau Mangelsdorf hat erklärt, dass sie das Angebot der Stasi angenommen hat im Interesse ihres Kindes. Ich habe inzwischen ein gutes Dutzend Frauen kennengelernt, die meisten übrigens aus dem Westen, die nie einen Fuß in die DDR gesetzt haben, die mir ohne zu zögern erklärten, es, so wörtlich, kotze sie an, dass sich jetzt Leute zu Richtern über Biographien aufschwingen, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit von der Schrecklichkeit der Diktatur in der DDR und der Allmacht der Stasi schwadronieren, aber dann von den Menschen, die da lebten, einen Heldenmut verlangen, den sie selbst sehr wahrscheinlich nie aufgebracht hätten. Sie jedenfalls hätten, wenn sie in der Situation gewesen wären, wahrscheinlich ebenfalls das Angebot angenommen, im Interesse des Kindes und mit der Hoffnung im Hinterkopf, die Stasi irgendwie doch ausbooten und wieder loswerden zu können.
    Und was wird nun ausgegraben. Nun ist sich die PNN nicht zu schade und zu schäbig, das gleiche Gift zu spritzen wie die Stasi, Sippenhaft, Unterstellungen, Verleumdungen.
    Bravo!
  • von @pnn27.08.2011 19:35
    danke, ihr guten journalisten von der pnn, denn das ergebnis eurer sorgfältigen recherchen und journalistischen berichterstattung sind solche richtungsweisenden kommentare wie die von koloborare.
    habt ihr doch so gewollt nicht wahr? und da solche zeitgenossen nun auch wissen, wie frau m. aussieht, werdet ihr euch natürlich entsetzt zeigen, wenn solche zeitgenossen wie koloborare, aufgehetzt und aufmunitioniert durch eure sorgfältige und seriöse berichterstattung zur selbstjustiz schreiten...
  • von @Brigitte27.08.2011 19:32
    also wir haben dies nicht vergessen, aber die besagten zwei medien, denn es sind ja leider nicht mehr als zwei zeitungen, die versuchen, diese alte, verschrumpelte zitrone auszupressen, haben das offenbar vergessen und betätigen sich nicht als kontrollinstanz, sondern als zweifelhafter großinquisitor.
    frau m. hat einer menschenverachtenden geheimpolizei nicht zugearbeitet, festgestellt von mehreren überprüfungsgremien, mit aktenzugang und entsprechenden auskünften des bstu. muss ihnen nicht gefallen, ist aber trotzdem so.
    und vielleicht sind sie besser beraten, sich einen job bei der bild-zeitung zu organisieren als anderen altkluge berufstipps zu geben.
  • von @Brot und Spiele für Volk und ASTA 27.08.2011 19:28
    auch sie können das ziemlich gut, das spiel der stasi, sprich zersetzung mit allen mitteln, also vor allem auch mit unterstellung, gerüchten, halbwahrheiten, faktennegierung, aber eben auch mit dumpfer beschimpfung. gut gelernt!

    die uni hätte überhaupt keine kommission gründen müssen, weil sie dazu nach rechtslage nicht verpflichtet ist, genausowenig wie frau mangelsdorf verpflichtet gewesen ist, über ihre stasi-kontakte die uni zu unterrichten. die bundesregierung hat es ende 2006 so beschlossen, das muss ihnen nicht gefallen, sicher beschuldigen sie die damalige bundesregierung auch noch eine "lex mangelsdorf" erlassen zu haben.

    die uni hat deshalb auch nicht bei der einstellung danach gefragt und frau mangelsdorf hat auch keine leistungen der stasi zugearbeitet, alles nachzulesen im bescheid des bstu, den natürlich auch die schmierfinken von bild und pnn kennen, aber das stört natürlich beim gehetze.

    dann die nummer mit der jahn-behörde: der hat nicht "man" juristische fesseln angelegt, sondern maximal die bereits erwähnte bundesregierung. der gesetzgeber hat damit u.a. auch der tatsache rechnung getragen, dass viele ehemalige ddr-bürger inzwischen mehrfach gegauckt, gebirthlert und gejahnt wurden, und dass man vielleicht auch mal auf etwas anderes als das in akten gegossene gift der stasi vertraut, zum beispiel die lebensleistung von beschuldigten seit 1989, erst recht, wenn mehrfache überprüfungen keine anhaltspunkte für eine zusammenarbeit mit der stasi erbracht haben oder solcher, die man als kündigungsgrund ansehen muß.

    kommen also sie und erklären frau m. habe belastende unterlagen zur verfügung gestellt, wie wäre es ihnen denn recht gewesen, dass für die urteilsfindung die angaben der bild-zeitung maßgebend sind, weil uni und land keine akten mehr ziehen dürfen? schlauer schachzug:

    und noch einmal frau m. brauchte nach rechtslage überhaupt nichts rausrücken und die uni brauchte ebenfalls nichts tun, hätte sagen können, ja, schön liebe bild-zeitung, dass ihr euch pünktlich vor wahlterminen daran erinnert, dass ihr in drei eurer zeitungen einen mann wie herrn m. beschäftigt habt und damit keine probleme hatte, obwohl ihr von den stasi-kontakten seiner frau wusstet und die immer für unbedenklich gehalten habt.
    all das, was jetzt so süffisant und gehässig hier ausgebreitet wird als handele es sich bei frau m. um eine abart von gallespritzender mata hari hat bereits mehreren kommissionen vorgelegen, hat der geschäftsführung des springer-konzerns vorgelegen, und hat jedesmal dazu geführt, dass der springer-konzern entschieden hat, herrn m. in drei seiner blätter in prominenter vertrauensposition zu beschäftigen, hat dazu geführt, dass frau m. mehr als ein jahrzehnt an einer der wichtigsten vertrauenspositionen der ard, nämlich dem hauptstadtstudio gearbeitet hat. das alles soll jetzt nicht mehr wahr sein, genauso wie die tatsache einfach unter den tisch fällt, dass herr m. von der stasi bespitzelt wurde und damit natürlich auch seine damalige freundin und spätere frau.

    ein lacher ist auch, dass sie einfach unterschlagen, dass die uni 1994/95 - anders als das land - ALLE seine mitarbeiter auf stasi-kontakte hin überprüft hat, mit entsprechenden ergebnissen und in jedem einzelfall mit einem bescheid der stasi-unterlagenbehörde.

    wie schon anfangs erwähnt, das schmutzige geschäft der stasi beherrschen sie perfekt.
  • von dsd27.08.2011 17:33
    Topspion!
  • von Ehrlicher27.08.2011 13:36
    Die Entscheidung der Universität Potsdam ist ein Skandal. Wie kann man nur eine stasibelastete Mitarbeiterin an solch einer exponierten Stelle halten? Was hat das für eine Signalwirkung auf die Studenten, die Landeshauptstadt und auf die angebliche Aufarbeitung der DDR-Geschichte im Land Brandenburg?

    In der DDR gab es viele Menschen, die sich aus Überzeugung dem Ministerium für Staatssicherheit angeboten haben. Mit Blick auf die Geschichte Deutschlands mit großer Toleranz noch nachvollziehbar. Aber die Sprecherin der Universität Potsdam hat sich der Stasi angeboten, um persönliche Vorteile in Form einer Wohnung, von Mietzahlungen und üppigen Geschenken zu erhalten. Das sind für mich die schlimmsten Täter!
  • von Koloborare27.08.2011 12:05
    Mieses, Stasi-Verdrecktes Potsdam: Vetternwirtschaft wie eh und je. Solche Verräter am eigenen Volk wären in anderen Bundesländern mit Fußtritt beseitigt worden. Welch ein Armutszeugnis für die Brandenburger Haupstadt.
  • von Brot und Spiele für Volk und ASTA27.08.2011 08:45
    So eine Kommission mit Frau Poppe hat man gebildet - na das hört sich ja nach einem sehr offenen Verfahren an. In Wirklichkeit ist das doch ein Schauspiel, dessen Ausgang längst vorher feststand - mit oder ohne Poppe:

    Die UNI hat bei der Einstellung nicht gefragt, hat also arbeitsrechtlich keinerlei Handhabe gegen Frau M. - egal wie viele Leistungen sie aus welchen Motiven heraus der Stasi zugearbeitet hat. Wer nicht fragt, kann sich vor dem Arbeitsgericht auch nicht auf Verschweigen berufen. Davon abgesehen wollte es sicherlich auch keiner wissen ... Brandenburger Weg eben.

    Dann die Nummer mit der Jahn-Behörde: Der hat man (noch) juristische Fesseln angelegt, so dass sie keine Akten herausgeben darf. Kommt also Frau M. und stellt die belastenden Unterlagen selbst zur Verfügung. Schlauer Schachzug:

    Welcher Arbeitsrichter würde einer Kündigung zustimmen, wenn der Arbeitnehmer freiwillig belastende Fakten rausrückte, die der Arbeitgeber nicht hatte.

    Zum Schluss noch der Lacher, dass wegen der Jahnbehörde in Brandenburg alles ganz anders sei: In Brandenburg wurde seit den 90er Jahren doch regelmässig aus diesem Grund bei der Jahnbehörde gar nicht angefragt, sondern der Persilschein vorab erteilt. Wenn dann belastende Vorwürfe kommen, wird erst mal darauf verwiesen, dass man ja irgendwie geprüft und entschieden habe ... und das muss so schon seine Richtigkeit haben. Wenn das kein Decken der Täter ist, was denn dann?
  • von aha26.08.2011 23:57
    soso, rotes kloster, gut dass die nachgeborenen auch mal erfahren, wie das so einzuschätzen ist. ich habe jetzt das gefühl, dass uns sehr viele hier in und um p. nicht ganz die wahrheit sagen. ein mieses gefühl...
  • von Brigitte26.08.2011 23:46
    Sagt mal, haben hier alle vergessen, dass die Medien eine Kontrollinstanz in der Demokratie sind?! Und alle haben vergessen, dass die Uni eine öffentliche Einrichtung ist, an der unsere Kinder die Freiheit der Wissenschaft kenne lernen sollen. Und dieses mit unseren Steuergeldern bezahlte Haus soll nun jemand nach außen vetreten, der einer menschenverachtenden Geheimpolizei zugearbeitet hat? Vielleicht sollte sie sich einen Job bei der "Jungen Welt" suchen...
  • von hymn26.08.2011 23:09
    Brandenburg... ohhhh Brandenburg......
  • von R. Kenner26.08.2011 23:08
    @eslebedieselbstgerechtigkeit:
    warum schreist du eigentlich so, wer schreit, ist im unrecht. es kommen doch alle seiten zu wort, bis auf frau M, weil die zu all dem immer noch nichts gesagt hat. na, fällt der groschen?
  • von @An die roten Stasifreunde26.08.2011 19:11
    natürlich werden sie es empört zurückweisen, aber ihre art des argumentierens ist stasi und sed-propagandasprache in reinkultur. der gegner mit einer anderen meinung muss vernichtet werden, mit allen mitteln, zumindest muss man ihn diskreditieren, unglaubwürdig machen. dazu ist auch beleidigung, unterstellung, verleumdung erlaubt.
    sie beherrschen das perfekt. alle achtung! gute lehrvorführung für diejenigen, die ddr nicht aus eigenem erleben kennen.

    glauben sie nicht, dass die kommissionen, die sich bislang mit den stasi-kontakten der eheleute mangelsdorf beschäftigt haben, sich nicht ihre frage gestellt haben, was mit den menschen ist, die in zwangslagen standhaft geblieben sind?

    glauben sie tatsächlich, der springer-verlag hat sich diese frage nicht auch gestellt? und trotzdem ist der springer-verlag zu der einschätzung gelangt, dass man mit diesem mann weiter intensiv und an herausgehobener position zusammenarbeiten wollte. macht sie das nicht stutzig mit ihrer plumpen kalte-krieg-hau-drauf-tirade?

    und meinen sie nicht auch, dass alleine die existenz der stasi-unterlagenbehörde eine wiederholung des unsäglichen persilscheinwesens nach '45 verhindert hat?
  • von @rotes kloster leipzig26.08.2011 19:02
    und?
    das hat springer alles nicht gewusst oder stutzig gemacht?
    und trotzdem haben sie frank mangelsdorf in drei springer-blättern beschäftigt?
    und das, obwohl sie von seinen stasi-kontakten über seine frau informiert waren?
    und obwohl er in leipzig studiert hat, also angeblich ein politisch 100%tiger war?
    und obwohl auch die kommission des mdr dies alles gewusst hat?
    und obwohl es rechtsstaatliche überprüfungen gegeben hat?
    und obwohl die alle auch die akten kannten?

    und dann kommen die jetzt damit aus der deckung?

    wie verlogen ist das denn?
  • von AStA?!26.08.2011 19:02
    Und wurde die AStA gleich mit mundtot gemacht?
    Nach Bekanntwerden der IM-Verbindung von Mangelsdorf und ihrem MOZ-Mann waren die Studis noch zu hören! Und nun?

    Soviel zum Thema Meinungsfreiheit an der Uni Potsdam!
    Oder ist Kai Gondlach von der Grün-Alternativen Liste auch gerade im Urlaub, wie Frau Mangelsdorf?

    AStA bitte kommen!!!

  • von An die roten Stasifreunde26.08.2011 18:54
    @eslebedieselbstgerechtigkeit:

    Ihre Selbstgerechtigkeit kotzt ja einen nun wirklich an. Was ist mit den Menschen, die in sogenannten Zwangslagen standhaft blieben? Ach ja - das waren für Sie ja feindlich gesteuerte Elemente. Und so bleibt Brandenburg noch etwas länger das Land der rotlackierten Diktatoren. Nach 1945 mussten sich Jüngere von Ex-Braunen Sprüche anhören wie "Ihr wart ja gar nicht dabei..." Heute hört man sich von den roten Tätern den unten stehenden Blödsinn anhören.
  • von rotes kloster leipzig26.08.2011 18:41
    was nicht erwähnt wird, ist, dass das studium des journalismus in leipzig (karls marx uni = das rote kloster) nur politisch 100%tigen vorbehalten war - eine kaderschmiede. birgit mangelsdorf war systemträgerin der propagandamaschine der ddr/sed insofern ist auch die bereitstellung einer konspirativen wohnung systemimmanent. was ihr mann in der ddr getrieben hat darüber ist wenig zu finden - das spricht für sich. die durchdringung der heutigen deutschen presse mit dieser art polit-journalisten ist nicht förderlich. noch weniger förderlich ist es, wenn eine uni wie die in potsdam (der stadt in der sich die stasi und militärkader ihre titel abgeholt haben) kein geschichtliches bewußtsein hat. das wäre sie den nachfolgenden generationen schuldig, die nicht mehr in einer partei-diktatur leben müssen.
    von daher hat die uni potsdam ihren bildungsauftrag nicht erfüllt - und es gibt wohl noch reichlich andere gute gründe in dieser hinsicht.
  • von eslebedieselbstgerechtigkeit26.08.2011 18:33
    @checkit ja, ganz richtig, das ergebnis steht für die pnn und die bild schon vorher fest. genauso liest sich die bisherige berichterstattung.
  • von eslebedieselbstgerechtigkeit26.08.2011 18:32
    und ein weiteres mal würde sich der genosse mielke freuen, wie mit einfachen journalistischen tricks eine faktenlage so hingebogen werden kann, dass am ende der gewünschte makel bleibt.
    dazu muss einfach nur ordentlich gefiltert werden. also wird eben geschrieben, dass frau mangelsdorf die hochschule nicht über ihre stasikontakte informiert hatte, und nicht, dass sie die uni deshalb nicht informierte, weil sie das gar nicht brauchte, weil das gesetz seit 1.1.2007 das so vorsieht.
    es wird auch nicht gewürdigt, dass frau poppe dem verfahren beiwohnte. ihr sachverstand in der bewertung von akten wird einfach abgetan.
    stattdessen wird wieder die allzweckwaffe schröder aus dem köcher gezogen, der ja bekanntlich gerne und ausgiebig die vorzüge des demokratischen rechtsstaates gegenüber der sed-und-stasi-diktatur in der ddr hervorhebt, um dann aber fröhlich zu erklären, dass wer eine konspirative wohnung zur verfügung gestellt hat, per se schuldig und zu verurteilen sei.
    es wird ignoriert, dass sich eine kommission des mdr mit dem fall befasst hat, in kenntnis der stasi-akten und dass im ergebnis eine weitere zusammenarbeit mit frau mangelsdorf befürwortet wurde.
    ein einfaches googeln reicht aus, um zu erfahren, dass frau mangelsdorf für den mdr im ard-hauptstadtstudio gearbeitet hat, ein job, den man doch wohl als vertrauensstellung bezeichnen darf oder? und haben die anderen ard-anstalten protestiert?
    und warum eigentlich sollen nicht auch als kriterium das leben und wirken nach 1989 gelten? vielleicht ist die kommission der uni ja zu dem schluss gelangt, dass man mit der arbeit von frau mangelsdorf so sehr zufrieden ist, dass man dieses gut höher einschätzt als eine verschwiemelte hetzkampagne von bild und pnn auf der basis von fakten, die alle bereits mehrfach überprüft wurden, vor allem auch vom springerkonzern, der herrn mangelsdorf gleich in drei seiner blätter beschäftigt hatte, und nun auf einmal im jahre 2011 sind die aufgewacht oder was? wer soll denn solchen blödsinn glauben.
    aber die pnn macht dieses ekelhafte spiel unbekümmert mit und schwingt sich erneut auf zum richter über ddr-biographien, aber auf welcher grundlage eigentlich? welche neuen, den anderen kommissionen nicht bekannte erkenntnisse und tatsachen hat die pnn für ihre vorverurteilende und eindeutig gehässige berichterstattung vorzuweisen?
    oder ist der informationsfluss aus der bild-redaktion nicht schnell genug?
    und warum eigentlich schreibt der ehrenwerte herr metzner eigentlich keinen artikel darüber? darf er nicht oder will er nicht?
    kehrt also erstmal vor eurer eigenen tür, kann man euch nur empfehlen, bevor ihr wichtig durch die gegend marschiert.
    ende der durchsage
  • von checkit26.08.2011 17:35
    Die ganze Uni ist von Stasi-Selschaften durchsetzt, immer noch. Das Ergebnis stand vorher fest!
  • von Überrascht?26.08.2011 16:51
    So ist er eben ... der Brandenburger Weg ...

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