Unter Druck. Ursache des Treibhauseffektes ist laut Forschung vor allem CO2 . Foto: dpa

„Wir sollten nicht noch nachheizen“ Starkes Echo auf Kritik an Klimaforschung

(05.08.09)

Ein offener Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), in dem die Verantwortung der Menschheit für den Klimawandel angezweifelt wird, hat zu einem breiten Echo geführt. Nachdem die PNN (Ausgabe 29. Juli) über den vom Europäischen Institut für Klima und Energie (Eike) in Jena initiierten Brief und die Anschuldigungen an das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) berichtet hatten, erreichten die PNN-Online-Redaktion zahlreiche Kommentare. Die Meinungen reichten von Zustimmung über Verschwörungstheorien bis hin zu wissenschaftlichen Erklärungen des menschgemachten Treibhauseffektes.

Mittlerweile ist laut Eike-Institut die Zahl der Unterzeichner des offenen Briefs von 190 auf 250 gestiegen, in einem weiteren Schreiben attackiert der Verein aus Jena nun auch das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI), das in Potsdam eine Zweigstelle unterhält. Vorgeworfen wird dem AWI, dass es sich für eine dem anthropogenen Klimawandel akzeptierende Medienberichterstattung habe „gleichschalten“ lassen. Und das, obwohl laut „Eike“ die Forschungsergebnisse des AWI „keineswegs geeignet sind, die Hypothese vom anthropogenen Klimawandel oder gar einer kommenden Klimakatastrophe zu stützen.“

Um genau diese Frage kreisen die meisten Kommentare auf pnn.de. So schreibt ein PNN-Leser: „Viel zu lange schon vermischen einige Potsdamer Wissenschaftler ihre wissenschaftliche Arbeit mit ihren privaten politischen oder weltanschaulichen Interessen. Unsere Klimamodelle sind noch sehr unvollständig und äußerst wackelig, das weiß und darüber redet in Fachkreisen jeder Wissenschaftler der damit zu tun hat“, schreibt der Leser, der anonym bleiben möchte, da er sonst „handfeste“ berufliche Probleme befürchtet.

„Die Diskussion muss beim sogenannten Treibhaus-Effekt beginnen“, schreibt Martin Wehlan. „Unter Verwendung der Thermodynamik dürfte vom Treibhaus-Effekt nicht viel übrig bleiben. Aber unsere Klimatologen werden diese Diskussion schon zu verhindern wissen.“ Eine Leserin gibt zu bedenken, dass niemand wisse, warum es überhaupt Warm- und Kaltzeiten gab. „Das Klima hat sich auf der Erde immer verändert, mal in langsameren Perioden, mal in kürzeren.“ Sie sei misstrauisch gegenüber der „allwissenden Macht“ einiger Wissenschaftler. „Es sollte nie unterschätzt werden, dass es in der Wissenschaft um sehr viel Geld geht“, meint sie.

Die wissenschaftliche Expertise des Jenaer Instituts wiederum zweifelt Nico Bäcker an: „Da meint tatsächlich eine Gruppe Akademiker und Hobbyklimatologen, sie könne sich eine adäquate Meinung über komplizierte wissenschaftliche Entdeckungen bilden, indem statt aufwendiger Analysen ein paar irgendwo im Netz aufgestöberte Wetterdaten graphisch dargestellt werden.“ Wer sich ein wenig mit Wetterdaten beschäftige, wisse, wie tückisch das sein könne. Nicht umsonst gebe es international organisierte Klima-Zentren, die nichts anderes machen, als rohe Messdaten zu verarbeiten und aufzubereiten. „Der Verein Eike hat für mich schon längst jede Ernsthaftigkeit verloren“, so der PNN-Leser.

Einen kleinsten gemeinsamen Nenner schlägt Clemens Andris vor: „Wir Menschen leben über unsere Verhältnisse.“ Ein anderer Leser schreibt: „Mir ist egal, warum es immer heißer wird. Fakt ist: Wir sollten nicht noch nachheizen.“ Herbert Weiß meint: „Gletscher lügen nicht.“ In den Alpen kämpfe man derzeit gegen das Abschmelzen von Gletschern. „Aber selbst wenn es nur um den Raubbau an nicht erneuerbaren Rohstoffen und ökologischen Ressourcen ginge, wäre eine Umkehr dringend nötig.“ Jan Kixmüller

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Kommentare

  • Bei aller Unvollständigkeit der Klimamodelle ist schon vor über 100 Jahren von Arrhenius festgestellt worden, dass Kohlendioxid in der Atmosphäre den Treibhauseffekt verstärkt. Um wieviel (Klimasensitivität), wenn wir darüber die letzte Gewissheit haben, ist der Schaden eingetreten. Und es ist ein unermesslicher Schaden. Dann ist es zu spät. Wir müssen vorsorglich handeln.

    Jost Kremmler (06.08.2009)
  • Und fast genauso lange ist bekannt, daß Arrhenius sich vertan hat, das tut aber der Freude am Aktivismus keinen Abbruch.
    Handeln um des Handelns willen, und am Ende der schlimmste aller Sprüche:
    "Wir haben es doch nur gut gemeint"
    Will heißen um CO2 zu vermeiden holzen wir Wälder ab und bauen Biosprit-Pflanzen an, verheizen Getreide um Auto zu fahren, verschandeln die Landschaft mit Quirlen um "Öko-Strom" zu produzieren, stellen die jetzt auch noch am liebsten in Schutzgebieten auf, vorzugsweise Vogelschutzgebieten, deindustrialisieren nebenher auch noch ein wenig unser Land, um den CO2 Sparzielen etwas näher zu kommen, und haben bis heute noch immer nicht registriert, daß es erstens nicht mehr wärmer wird, zweitens weder an dem einen noch an dem anderen CO2 eine Rolle spielt oder gespielt hat, wir unsere "Energie", unsere "Erwärmung" von der Sonne kriegen, dank deren Passivität es jetzt eben nicht mehr wärmer wird.
    Da diese Passivität noch einiges anhält, wird es mit der Abkühlung auch noch etwas länger so weiter gehen.
    Aber, nicht wahr, wir t u n ja was, stimmt, auf Deubel komm raus , ohne Sinn und Verstand, da sind wir groß.

    Und "under oberster Klima-Guru" stellt in einer wissenschaftlichen Arbeit fest, daß er vom anthropogenen Einfluß, wie er im IPCC-Bericht angenommen wird, nichts finden kann.

    Aber wir t u n ja was :|| (Wiederholung ad infinite)

    Krishna Gans (11.08.2009)