16.08.2018, 28°C
  • 18.07.2018

Wasser sparen bei der Kirschernte Agrarforscher entwickeln Gießhilfe für Obstbauern

Trotz der anhaltenden Trockenheit in diesem Jahr konnten Obstbauern in Schmergow (Potsdam-Mittelmark) dank intelligenter Wässerungssteuerung zumindest bei den Kirschen Wasser sparen: Zu diesem Ergebnis sind die Wissenschaftler des Projektes Aqua C+ am Leibniz-Institut für Agrartechnik in Potsdam-Bornim (ATB) gekommen. Ziel ist es, die Steuerung der Bewässerung in Obstbaubetrieben zu optimieren, wie das ATB mitteilte. Dafür werde derzeit gemeinsam mit Praxispartnern ein internetgestütztes Informationssystem entwickelt, das künftig auch weiteren Obstproduzenten in der Region zur Verfügung gestellt werden soll. Finanzielle Förderung gibt es vom Land Brandenburg und der EU.

Der Wässerungsbedarf bei Brandenburger Böden sei kleinräumig betrachtet sehr verschieden, erklärte ATB-Wissenschaftlerin Manuela Zude bei einem Vororttermin mit Brandenburgs Agrar- und Umweltstaatssekretärin Carolin Schilde bei der beteiligten Märkischen Obstbau GmbH in Schmergow. So lägen etwa Sand- und Lehmlinsen oft direkt nebeneinander, hätten aber unterschiedliche Verdunstungsraten, erläuterte die Forscherin: „Der Bewässerungsbedarf variiert in einer Anlage zum Teil ganz enorm.“

Die Agrarwissenschaftler haben nun anhand von Laboranalysen zur Bodenbeschaffenheit und Daten zur elektrischen Bodenleitfähigkeit die jeweiligen Verdunstungsraten kartografiert. Außerdem verwendeten sie für ihr Informationssystem Sensoren, die Daten zum Pflanzenzustand lieferten, sowie Daten von Wetterstationen. So könnten die Bewässerungsanlagen präziser gesteuert und das verfügbare Wasser gezielter genutzt werden, erklärte Zude. Bei den Kirschen am Standort Schmergow habe sich etwa gezeigt, dass im Vergleich zur herkömmlichen Bewässerung mit der neuen Methode Wasser eingespart werden konnte. Bei den Äpfeln hätte dagegen für eine optimale Ernte teils deutlich mehr gegossen werden müssen.

Laut ATB wird die Methode derzeit an Kern-, Stein- und Beerenobst in sechs Produktionsanlagen in ganz Brandenburg untersucht. Abschließende Ergebnisse werden 2021 erwartet. jaha

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