19.07.2018, 23°C
  • 11.07.2018
  • von Jan Kixmüller

Max-Planck-Forscher entdecken Mechanismus: Grüne Selbstheilung in Down Under

von Jan Kixmüller

An Samenkapseln von immergrünen Banksia-Pflanzen hat ein internationales Forscherteam unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam-Golm einen Selbstheilungsmechanismus entdeckt. Sie fanden heraus, dass spezielle Wachse, die in der Verbindungszone zwischen den zwei Kapselklappen eingelagert sind und die bei sommerlichen Umgebungstemperaturen schmelzen, kleine Risse verschließen.

Viele Arten der in Australien verbreiteten Pflanzengattung Banksia benötigen Hitze, damit die Samen aus den Fruchtständen freigesetzt werden. Da Brände in unregelmäßigen Abständen auftreten, verbleiben die Samen nach ihrer Reife oft noch lange in den zweiklappigen Kapseln, manchmal sogar bis zu 17 Jahre. Während dieser langen Zeit ist die verholzte Kapselwand ständig Witterungseinflüssen ausgesetzt. Dabei entstehen mitunter winzige Risse, durch die Feuchtigkeit oder Krankheitserreger eindringen und die Samen zerstören können.

Wie sich die Pflanzen davor schützen, haben die Wissenschaftler nun herausgefunden. Eine wichtige Rolle spielen dabei die besagten Wachse an den Klappen der Samenkapsel. Sie können bei sommerlichen Temperaturen kleinere Verletzungen effektiv versiegeln. Ein ähnliches, temperaturabhängiges System könnte nach Ansicht der Forscher auch für praktische Anwendungen interessant sein, etwa für Holz im Außenbereich. Die Potsdamer Forscher haben für die im Fachmagazin „Advanced Science“ veröffentlichte Studie mit Kollegen aus Dresden, Wien und dem westaustralischen Kings Park and Botanic Garden zusammengearbeitet.

Die verholzten Fruchtstände vieler Banksien-Arten öffnen sich erst bei hohen Temperaturen, wie sie bei Buschfeuern auftreten. Der temperaturabhängige Öffnungsmechanismus war bislang nicht vollständig geklärt. Bisher dachte man, dass die beiden Klappen der Samenkapseln von Harzen zusammengehalten werden, die sich bei Hitze verflüssigen, wodurch sich die Klappen öffnen. „Wir haben in der Verbindungszone zwischen den Klappen allerdings keine Harze, sondern Wachse nachgewiesen“, erklärte Jessica Huss, Doktorandin am Potsdamer Institut und Erstautorin der Studie. 

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