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  • 23.05.2018
  • von Jan Kixmüller

Ernährungsforschung in Potsdam: Papas Burger ist schlecht für die Kinder

von Jan Kixmüller

Krankmacher. Fastfood kann die Spermien der Väter negativ beinflussen. Foto: dpa

Potsdamer Ernährungsforscher haben herausgefunden, dass sich nicht nur das Essverhalten der Mutter negativ auf das Kind auswirkt. Auch die männlichen Spermien werden von zu viel Fastfood beeinflusst.

Potsdam - Ernährungsforscher der Universität Potsdam haben herausgefunden, dass Ernährungsfehler von Vätern die Gesundheit ihrer zukünftigen Kinder beeinflussen können. Dass ein Zusammenhang zwischen der Ernährung und Erkrankungen der Mutter während der Schwangerschaft und späteren Krankheiten der Nachkommen besteht, wissen Mediziner schon länger. Dass die Grundlagen für eine Erkrankung der Kinder bereits vor der Schwangerschaft gelegt werden und auch Väter über ihre Ernährung beeinflussen, wie gesund ihre Kinder bleiben, ist nun aber neu.

Diesen Zusammenhang konnten die Potsdamer Forscher in Studien mit Ratten zeigen. Die Wissenschaftler hatten den Zusammenhang zwischen einer fett-, zucker- und salzreichen Ernährung des Vaters während und vor der Spermienreifung und einem gestörten Glukosestoffwechsel beim Kind, der später zu Diabetes führen kann, betrachtet.

Fastfood-reiche Ernährung der Väter wirkt sich schädlich auf die Kinder aus

Für die Untersuchung imitierten die Forscher in experimentellen Tierstudien eine Fastfood-reiche Ernährung, wie sie häufig bei jungen Männern zu finden ist. Ihr Ergebnis: Die so ernährten Väter zeugten im Vergleich zu einer Kontrollgruppe größeren und schwereren Nachwuchs, bei weiblichen Tieren war zudem die Glukosetoleranz gestört. Auch in der Leber und der Bauchspeicheldrüse konnten die Forscher negative Effekte der ungesunden Ernährung nachweisen. Ein weiteres Ergebnis dabei war, dass eine Folsäurebehandlung der schwangeren Mütter, heute bereits wegen einer weiteren Prävention routinemäßig verschrieben, die negativen Auswirkungen der Ernährungsfehler des Vaters ausgleichen konnte.

„Die hier zugrundeliegenden Mechanismen sind ernährungsabhängige Veränderungen in den Spermien der ungesund ernährten Vatertiere“, erklärt Professor Berthold Hocher, Leiter einer Arbeitsgruppe für Experimentelle Ernährungsmedizin an der Universität Potsdam. Die Ernährungsfehler der Eltern wirken sich demnach direkt auf die Erbinformation ihrer Fortpflanzungszellen aus. „Diese geben die Eltern dann an den Nachwuchs weiter“, so Hocher.

Das deutsch-chinesische Forschungsteam um den Potsdamer Nephrologen Professor Berthold Hocher hat die Studie nun im Fachmagazin Diabetologia veröffentlicht. 

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