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  • 25.04.2018
  • von Jan Kixmüller

Nachwuchsfilmfestival in Potsdam: Verblüffend gut und voll im Wandel

von Jan Kixmüller

Produzentin Jamila Wenske nahm im vergangenen Jahr den Preis für den besten Spielfilm "Der glücklichste Tag im Leben des Oli Mäki" entgegen. Foto: Manfred Thomas

Das 47. internationalen Studierendenfestival „Sehsüchte“ ist am Mittwoch an der Filmuniversität Babelsberg gestartet. 26 Filme und 16 Musikvideos aus 30 Ländern sind noch bis Sonntag zu sehen. Motto des diesjährigen Festivals ist Wandel und Verwandlungen.

Potsdam - Marcos Kantis ist positiv überrascht. Zum Studierendenfestival „Sehsüchte“ hat der Filmproduzent mit seinen Jury-Kolleginnen und Kollegen sechs Filme für den Produzenten-Wettbewerb ausgesucht. „Es war eine Riesenfreude, diese Filme zu sehen – alle auf ihre Art und Weise auf höchstem Niveau“, sagt der Filmemacher, der den umjubelten und vielfach preisgekrönten Spielfilm „Oh Boy“ produziert hat. Die Budgets der Filme lagen zwischen 700 und über 500 000 Euro. „Verblüffend was da so auf uns zukommt, auch an neuen Generationen von Produzentenfilmen.“

Rund 5000 Zuschauer erwartet

Der Produzentenpreis ist einer von elf Preisen für insgesamt 40 000 Euro die zum den diesjährigen „Sehsüchten“ vergeben werden. Am Mittwochabend wurde im fx.Center auf dem Studiogelände Babelsberg das 47. internationale Studierendefestival vor rund 150 Gästen eröffnet. In den kommenden vier Tagen werden 26 Filmen und 16 Musikvideos aus 30 Ländern auf dem öffentlichen Festival an der Filmuniversität Babelsberg und im fx.Center zu sehen sein. Wie im Vorjahr erwartet man rund 5000 Zuschauer. Motto des diesjährigen Festivals ist „Metamorphosis“, die Studierenden, die das Festival mit jährlich neuem Team komplett alleine organisieren, haben dazu aus über 1000 eingereichten Arbeiten von Nachwuchsregisseuren Filmen ausgesucht. Sie wollen Filme zeigen, die sich mit einer Welt des immer schneller werdenden Wandels befassen.

Filmuni als Motor zur Stärkung des Medienstandortes

Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD) würdigte das Filmfestival als herausragendes Aushängeschild für den Filmstandort Babelsberg. „Die Studierenden und Nachwuchsfilmer organisieren jedes Jahr mit unglaublichem Engagement und unbändiger Kreativität die ,Sehsüchte' und machen Lust auf filmische Entdeckungen", sagte Münch am Mittwoch. Mit dem traditionsreichen Festival belege die Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf einmal mehr ihre Ausnahmestellung. "Deutschlands einzige Filmuniversität ist nicht nur bei der filmischen Ausbildung weit vorne – sie hat auch eine Vorreiterrolle in der Filmforschung, beispielsweise über die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Filmproduktion." Damit sei die Hochschule zentraler Motor zur Stärkung und Weiterentwicklung des Medienstandortes Babelsberg.

Südafrika, Future-Kids und Abschlussparty

Zu sehen sein werden zu dem Festival auch Filme von Studierenden aus Südafrika, in diesem Jahr ist die University of the Witwatersrand Johannesburg Partnerhochschule des Potsdamer Festivals. Im Rahmen einer Retrospektive wird es zudem zwei Kurzfilmprogramme geben, die verschiedene Facetten studentischen Filmschaffens aus unterschiedlichen Jahrzehnten repräsentieren. Einer der Blöcke wird sich mit der deutschen Wiedervereinigung befassen – und damit das Motto vom Wandel und Verwandlung aufgreifen. Für Kinder und Jugendliche sind die Filmblock Future: Kids und Future: Teens gedacht, hier werden vom „Sehsüchte-Team“ Filme versprochen, die die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen auf „anspruchsvolle und fesselnde“ Art und Weise darstellen. Für Besucher, die das geschriebene Wort bevorzugen, ist der Schreibsache-Tag am Samstag gedacht, bei dem das Drehbuch im Vordergrund steht.Die große Abschlussparty des Festivals findet in diesem Jahr ebenfalls am Samstag im Atrium der Filmuniversität (Marlene-Dietrich-Allee 11). Tickets für die Filme kosten zwischen 5 bis 7 Euro, Tageskarten zwischen 12 bis 17 Euro. Sie sind im Foyer der Filmuniversität erhältlich.

Das gesamte Programm im Internet:
www.sehsuechte.de

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