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  • 11.04.2018
  • von Jan Kixmüller

Ehrung der Universität Potsdam : Klaus Töpfer wird Ehrendoktor

von Jan Kixmüller

Foto: Britta Pedersen, dpa-Zentralbild

Er ist Gründungsdirektor des Potsdamer Nachhaltigkeitsinstituts IASS und war CDU-Umweltminister sowie UN-Mitarbeiter. Nun erhält Klaus Töpfer die Ehrendoktorwürde der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam.

Potsdam - Klaus Töpfer hat schon immer über den Tellerrand hinausgeschaut. So hat der Gründungsdirektor des Potsdamer Nachhaltigkeitsinstituts IASS die Energiewende sofort auch als eine globale Aufgabe erkannt. „Es ist eine Narretei, wenn wir meinen, das wäre nur aus unserer Sicht zu betrachten“, sagte er dazu in einem PNN-Interview. Von den über neun Milliarden Menschen, mit denen 2050 auf der Erde gerechnet wird, seien gerade mal fünf Prozent Europäer, weniger als ein Prozent Deutsche. Deswegen müsse die Internationalisierung des Themas vorangebracht werden. „Wir brauchen Energie für neun Milliarden Menschen. Und das ist eine Herausforderung“, so Töpfer.

Für sein breit aufgestelltes Wirken in Wissenschaft und Politik erhält der ehemalige CDU-Umweltminister und UN-Mitarbeiter am heutigen Mittwoch nun die Ehrendoktorwürde der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam. „Klaus Töpfer dokumentiert mit seinem beruflichen Werdegang eine ideale Verbindung zwischen Wissenschaft und Politik“, erklärte dazu Maik Heinemann, Dekan der Fakultät. Er begründet die Auszeichnung für Töpfer mit dessen „unermüdlichen Engagement und Wirken“, womit er globale Gefahren wie den Klimawandel in den Fokus der Politik gerückt hat. „Die heutzutage verbreitete Einsicht, dass die Auseinandersetzung mit diesem Thema internationaler Kooperationen bedarf, ist Klaus Töpfer zu verdanken.“

Töpfer gilt als Wegbereiter der Umweltpolitik

Klaus Töpfer leitete als Gründungsdirektor von 2009 bis 2015 das Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) in Potsdam. Bis heute ist er dort als Berater in Umweltfragen tätig. Töpfer war 1987 von der Regierung Kohl zum Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit ernannt worden. Von 1994 bis 1998 übernahm er das Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau. Nach seinem Ausscheiden aus der Bundespolitik leitete er von 1998 bis 2006 als Exekutiv-Direktor das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und übernahm die Generaldirektion des UN-Büros in Nairobi. 2007 wurde er an die Elite-Universität Tongji in Shanghai auf einen Lehrstuhl für nachhaltige Entwicklung berufen. Überdies übernahm er die Vizepräsidentschaft der deutschen Welthungerhilfe.

Klaus Töpfer gilt heute als ein Wegbereiter der deutschen und auch globalen Umweltpolitik. Dass der Klimawandel entschiedene und wissenschaftlich fundierte Antworten verlangt, hatte er schon früh erkannt. Allerdings sei es dabei auch immer wichtig, das Handeln zu hinterfragen, so der Umweltpolitiker. Am IASS war es ihm daher auch wichtig, neben der Lagerung des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) auch dessen Nutzung in den Blick zu nehmen. Es müsse in Zukunft darum gehen, einen Kreislauf zu schaffen, anstatt das CO2 allein unter der Erde zu lagern. Die Forschung an der Wiederverwertung des Kohlenstoffs ist bis heute Bestandteil der Arbeit des Instituts. Auch war ihm am IASS die Weitergabe der wissenschaftlichen Erkenntnisse an Politik und Gesellschaft wichtig, in einer Art Scharnierfunktion. Ein Anspruch, dem auch er selbst immer wieder gerecht wird. 

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