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  • 04.04.2018

Eine herausragende Persönlichkeit Gründungsdirektor von Max-Planck gestorben

Foto: MPIKG

Der langjährige Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Kolloid- und Grenzflächenforschung, Helmuth Möhwald, ist am 27. März nach kurzer schwerer Krankheit verstorben. Professor Möhwald wurde 72 Jahre alt. Von 1993 bis zu seiner Emeritierung 2014 war er wissenschaftliches Mitglied und Direktor am Max-Planck-Institut, von 2014 bis zu seinem Tod war er als Leiter einer Emeritus Gruppe weiterhin am Institut aktiv.

Möhwald war einer der weltweit wichtigsten und einflussreichsten Wissenschaftler im Bereich der Grenzflächenforschung. Ihm sind wesentliche Erkenntnisse im Verhalten von organischen Schichten, insbesondere von Lipidmonoschichten, aus denen Zellmembranen aufgebaut sind, zu verdanken. Wie das Max-Planck-Institut hervorhob, findet sein Konzept, Polyelektrolyt-Schichten zu Mikrokapseln zu formen, in denen Wirkstoffe eingeschlossen werden, inzwischen unzählige Anwendungen – etwa im Bereich Technik, Pharmazie und Medizin. „Mit einer Vielzahl von Beiträgen zu aktiven, schaltbaren, selbstheilenden oder bioaktiven Materialien und Beschichtungen hat Helmuth Möhwald das Forschungsfeld geprägt“, so eine Sprecherin des Instituts. Sein Anliegen sei stets das grundlegende physikalisch-chemische Verständnis gewesen: „Dennoch haben viele seiner Entdeckungen Eingang in technische Anwendungen gefunden“.

Markus Antonietti, Geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für Kolloid- und Grenzflächenforschung, zeigte sich vom plötzlichen Tod Möhwalds „tief bestürzt und getroffen“. „Wir verlieren mit Helmuth Möhwald einen großartigen Wissenschaftler und Menschen, der wesentlichen Anteil an der noch jungen Geschichte des vor 25 Jahren gegründeten Instituts hatte“, sagte Antonietti. Seine starke und herausragende Persönlichkeit habe Generationen von Doktoranden und jungen Forschern geprägt, motiviert und befördert. „Seine Kollegen und ehemaligen Mitarbeiter werden sich an ihn als großzügigen, offenen und stets integrierenden Menschen erinnern, der immer das große Ganze im Blick hatte.“ Bis zuletzt war Möhwald in der Forschung international aktiv. „Er inspirierte mit seiner Leidenschaft für die Wissenschaft seine Kollegen und Freunde“, so Antonietti.

Der Physikochemiker Möhwald hat laut Institut mehr als 1000 referierte Publikationen veröffentlicht und wurde mehr als 50 000 Mal zitiert. Er war aber auch als Hochschullehrer sehr erfolgreich: Mehr als 50 ehemalige Mitarbeiter besetzen Professuren weltweit in den Fachgebieten Physikalische Chemie, Angewandte- und Biophysik, Polymerchemie, Materialwissenschaften und Chemieingenieurwesen. Helmuth Möhwald wurde für seine herausragenden Arbeiten vielfach ausgezeichnet. So erhielt er unter anderem den Preis für Physik der Deutschen Gesellschaft für Physik (1978), den Liesegang Preis (1998), die Mitgliedschaft in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (2004) und den „Distinguished Scientist“-Preis der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (2017). Kix

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