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  • 24.01.2018

Seltsamer Stern verrät Schwarzes Loch Potsdamer Instrument ermöglichte Entdeckung

Mit Hilfe Potsdamer Technik haben Astronomen in einem riesigen Sternhaufen ein verborgenes Schwarzes Loch entdeckt. Wie das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) mitteilte, konnten die Wissenschaftler unter der Leitung der Georg-August-Universität Göttingen mit dem vom AIP entwickelten Muse-Instrument der ESO am Very Large Telescope in Chile einen Stern im Kugelsternhaufen NGC 3201 ausmachen, der sich sehr seltsam verhält. Er wird mit Geschwindigkeiten von mehreren hunderttausend Kilometern pro Stunde hin- und her geschleudert werde, wobei sich dieses Muster alle 167 Tage wiederholt.

Die Forscher fanden unter Beteiligung von AIP-Kollegen heraus, dass der Stern etwas vollkommen Unsichtbares umkreist, mit einer Masse, die mehr als viermal so groß ist wie die Sonne. „Das kann nur ein Schwarzes Loch sein“, erklärte Erstautor Benjamin Giesers. Und zwar das erste Schwarze Loch in einem Kugelsternhaufen überhaupt, das sich direkt über seine Anziehungskraft bemerkbar gemacht hat. Die Entdeckung sei insofern wichtig, weil sie sich auf unser Verständnis der Entstehung dieser Sternhaufen, Schwarzer Löcher allgemein und vom Ursprung der Gravitationswellenereignisse auswirken, erklärten Wissenschaftler des AIP.

Kugelsternhaufen sind riesige, kugelförmige Ansammlungen von Zehntausenden von Sternen, die die meisten Galaxien umkreisen. Sie gehören zu den ältesten bekannten Sternsystemen im Universum und gehen auf den Beginn des Wachstums und der Evolution von Galaxien zurück. Mehr als 150 Kugelsternhaufen, die zur Milchstraße gehören, sind derzeit bekannt. Einer dieser Sternhaufen, NGC 3201 im südlichen Sternbild Vela (das Segel des Schiffs Argo), wurde jetzt mit dem Muse-Instrument am Very Large Telescope der ESO in Chile näher untersucht.

Die Beziehung zwischen Schwarzen Löchern und Kugelsternhaufen ist bedeutsam, aber auch geheimnisvoll. Aufgrund ihrer großen Massen und ihres hohen Alters geht man davon aus, dass diese Sternhaufen eine große Anzahl von Schwarzen Löchern mit stellaren Massen erzeugt haben. Demnach sind sie im Laufe des langen Lebens des Sternhaufens entstanden, und zwar immer dann, wenn massereiche Sterne explodierten und die Überreste in sich zusammengefallen sind.

Das Muse-Instrument der ESO in Chile – unter anderem entwickelt und gebaut in Göttingen und am AIP Potsdam – bietet Astronomen die einzigartige Möglichkeit, die Bewegungen von Tausenden von weit entfernten Sternen gleichzeitig zu messen. Kix

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