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  • 01.11.2017
  • von Jana Haase

Satellit soll im November verglühen: Grace-Mission geht nach 15 Jahren zu Ende

von Jana Haase

Doppelpack. Das Grace-Satellitentandem kreiste seit 2002 um die Erde. Grafik: GFZ

Sie sind unter den Spitznamen „Tom“ und „Jerry“ bekannt geworden – jetzt ist die Zwillings-Satellitenmission Grace nach mehr als 15 Jahren zu Ende gegangen. Bald sollen die Satelliten entsorgt werden.

Potsdam - Sie sind unter den Spitznamen „Tom“ und „Jerry“ bekannt geworden – jetzt ist die Zwillings-Satellitenmission Grace nach mehr als 15 Jahren zu Ende gegangen, wie das Deutsche Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ) mitteilte. Die Satelliten, die zur Vermessung des Erdschwerefeldes gestartet worden waren, seien damit mehr als dreimal so lange wie ursprünglich geplant unterwegs gewesen. „Grace“, die Abkürzung steht für Gravity Recovery and Climate Experiment, ist ein gemeinsames Projekt der US-Raumfahrtbehörde Nasa mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und des GFZ, die wissenschaftliche Auswertung der Daten wurde vom GFZ und mehreren US-Einrichtungen geplant und vorgenommen.

Bereits im September hatten die Forscher den Kontakt zu Grace-2, einem der beiden Satelliten verloren, wie das GFZ nun mitteilte – Grund war der altersbedingte Ausfall einer Batteriezelle. Zwar sei es gelungen, die Verbindung zum Satelliten wiederherzustellen. Zunächst hatten die Forscher noch auf eine letzte Messung Mitte Oktober gehofft – denn dann waren die Solarzellen auf den Satelliten wieder vollständig von der Sonne beschienen. Der Satellit habe sich bereits vorher mehrfach in den Ruhemodus geschaltet, um dann bei voller Sonneneinstrahlung die Arbeit wiederaufzunehmen. Das sollte diesmal aber nicht der Fall sein: Wie sich am 12. Oktober herausstellte, war selbst dann die Stromerzeugung der Solarzellen und die verbleibende Batteriekapazität zu schwach, um Daten zur Erde übertragen zu können. Daraufhin habe der Lenkungsausschuss der Mission mit Vertretern der NASA, des DLR und des GFZ beschlossen, den Satelliten außer Betrieb zu nehmen.

Sartellitnentsorgung in der Erdatmosphäre

Die in 15 Jahren gewonnenen Daten hätten unter anderem dabei geholfen, Veränderungen des Grundwassers oder den Gletscherschwund genau zu dokumentieren und den Zusammenhang mit dem Anstieg des Meeresspiegels aufzudecken, erklärte Reinhard Hüttl, der wissenschaftliche Vorstand des GFZ, zum Abschluss: „Die Mission trägt damit entscheidend dazu bei, das System Erde besser zu verstehen.“

Grace-2 werde ohne Treibstoff bald an Höhe verlieren. Er soll voraussichtlich Mitte bis Ende November in die Erdatmosphäre eintreten und verglühen. Ein Kollisionsrisiko mit Grace-1 oder anderen aktiven Satelliten bestehe nicht. Grace-1 soll bis Ende des Jahres weiter betrieben werden und Anfang 2018 in die Erdatmosphäre zurückkehren und verglühen. Die Nachfolgemission Grace Follow-on mit einem neuen Satellitentandem soll im Frühjahr 2018 starten. 

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