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  • 06.07.2017
  • von Jan Kixmüller

Sexismus-Vorwurf an FH Potsdam: Fachhochschule Potsdam positioniert sich zu Präsident Binas

von Jan Kixmüller

Eckehard Binas, Präsident der FH Potsdam, wurde für seine Wortwahl kritisiert. Er entschuldigte sich nun dafür. Foto: M. Thomas

Nach den als sexistisch kritisierten Äußerungen von FH-Präsident Eckehard Binas hat es an der Fachhochschule Potsdam nun eine offizielle Erklärung an die Hochschulmitglieder gegeben.

Potsdam. Im Fall der umstrittenen Äußerungen des Präsidenten der Fachhochschule Potsdam, Eckehard Binas, hat es nun eine offizielle Erklärung an die Hochschulmitglieder gegeben. In dem von den Vizepräsidenten, Dekanen, der Senatsvorsitzenden, Kanzlerin und der Gleichstellungsbeauftragten unterzeichneten Text heißt es, dass die Worte bezüglich einer „erotischen Grunderschütterung“, die auf dem diesjährigen Hochschultag gefallen waren, „viele Anwesenden irritiert“ hätten. Sie seien „von nicht wenigen als sexistisch“ wahrgenommen worden. „Schon vor Ort wurden diese Äußerungen kritisiert und in Folge in vielen Hochschulgremien – im Präsidium, im Präsidialkollegium, im AStA, in einigen Fachbereichsräten und im Senat – intensiv diskutiert“, so die Erklärung. Binas hatte sich in der Senatssitzung am 3. Mai für seine Äußerungen entschuldigt.

In der Rede eines Hochschulpräsidenten unangemessen

Der Vizepräsident für Internationales, Hermann Voesgen, sagte gegenüber den PNN, dass die Äußerungen von Binas zur „Attraktivität junger Menschen“ offensichtlich auch so verstanden wurden, dass dies in Bezug auf Studentinnen gemeint war. Diesen Zusammenhang hatte Binas gegenüber den PNN allerdings dementiert. Voesgen hält die Worte in der Rede eines Hochschulpräsidenten grundsätzlich für unangemessen.

Mit der Erklärung wolle man nun auch dem Eindruck entgegen treten, dass es keine Möglichkeit für eine offene und kontroverse Diskussion zu dem Vorfall an der Hochschule gibt, so Voesgen. „Dem widersprechen wir ausdrücklich und laden alle ein, sich in die hochschulöffentliche Diskussion einzubringen“, heißt es in dem Text. „Die Sensibilisierung und der gemeinsame Diskurs über einen diskriminierungsfreien/vielfaltsfördernden Umgang miteinander ist gemeinsames Anliegen vieler Akteure in der Hochschule“. Aktuell würden dazu entsprechende Regularien erarbeitet. Es gebe an der FH ausreichend Möglichkeiten für alle Hochschulmitglieder, mitzudiskutieren und sich einzubringen. „Wir sind eine offene Hochschule, in der alle Mitglieder Entscheidungen hinterfragen und kritisieren können“, so die Erklärung.

Wiederholt heikle Äußerungen nicht bestätigt

Behauptungen, dass es wiederholt ähnlich heikle Äußerungen von Präsident Binas an der FH gegeben habe, konnte der Vizepräsident Voesgen und die zentrale Gleichstellungsbeauftragte Sandra Cartes nicht bestätigen. „Selbst wenn mir dazu etwas bekannt wäre, könnte ich das wegen der Vertraulichkeit meiner Beratungen nicht sagen“, sagte Sandra Cartes den PNN.

Senat nimmt Entschuldigung an

Der FH-Senat hatte die Äußerung des Präsidenten zuvor als einen Fehler bewertet. „Der Senat hat darüber gesprochen und die Entschuldigung angenommen“, so die Senatsvorsitzende Jutta M. Bott. Der Präsident habe sich darüber hinaus einem weiteren Diskurs vor allem mit den Studierendenvertretern nicht verschlossen. „Es ist in einem demokratischen Rechtsstaat durchaus gute Praxis, dass Menschen, die einen Fehler begangen haben, dazu stehen und sich entschuldigen, im weiteren Umgang fair behandelt werden“, so Bott. 

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