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  • 19.06.2017
  • von Jana Haase

Botanischer Garten der Uni Potsdam: Hobbygärtner sollen Wildpflanzen retten

von Jana Haase

Bedrohte Art. Der Sand-Thymian gehört zu den Pflanzen auf der Liste. Foto: R. Wittek/dpa

Unterstützung aus der breiten Masse: Die Universität Potsdam sucht Planzenpaten, die vom Aussterben bedrohte Wildpflanzen im heimischen Garten oder Blumenkasten pflegen. Das soll dem Naturschutz zugute kommen.

Potsdam - Sie tragen fantasievolle Namen wie Acker-Goldstern, Kriechende Hauhechel oder Ohrlöffel-Leimkraut – all diese Pflanzen haben eine Gemeinsamkeit: Sie sind in Brandenburg sehr selten geworden und zählen zu den gefährdeten Arten. Nun sollen ganz normale Hobbygärtner Naturschützern dabei helfen, insgesamt 34 Wildpflanzenarten zu retten. Das ist Ziel des Projekts „Urbanität und Vielfalt“, das in dieser Woche in Potsdam und Berlin startet. Im kommenden Jahr sollen die Städte Dresden und Marburg dazukommen. Federführend in Potsdam ist der Botanische Garten der Universität Potsdam. Für das Projekt werden noch Teilnehmer gesucht, wie Sprecher Patrick Loewenstein den PNN sagte.

34 Wildpflanzenarten stehen auf der Liste

Die Idee ist einfach: Die Pflanzenpaten sollen die vom Projekt ausgegebenen Pflanzen in den eigenen Garten oder in den Blumenkasten auf dem Balkon pflanzen und dann pflegen. Die dabei gewonnenen Pflanzensamen sollen später von Naturschützern an geeignete Naturstandorte in den Boden gebracht werden, so dass sie sich wieder ausbreiten können, erklärt Loewenstein: „Mit Hilfe der Bürger wollen wir die Pflanzen in großen Stückzahlen vermehren – das kann der amtliche Naturschutz allein nicht leisten.“

Mitmachen kann aber auch, wer weder Balkon noch Garten hat, betont Loewenstein. Auf der Internationalen Gartenausstellung in Berlin-Marzahn (IGA) gibt es im Rahmen des Projektes die sogenannte „Archefläche“ mit 900 Kleinbeeten, die mithilfe von Pflanzenpaten gepflegt werden sollen. Bei Bedarf erhalten die Pflanzenpaten auch eine IGA-Dauerkarte.

Wer mitmacht, kann eine Dauerkarte für die IGA Berlin erhalten

Finanziert wird das Projekt, das zunächst auf vier Jahre angelegt ist, unter anderem vom Bundesumweltministerium und dem Brandenburgischen Landesumweltamt.

Insgesamt peile man eine deutlich vierstellige Teilnehmerzahl an, sagte Loewenstein. Interessierte Pflanzenpaten finden im Internet das Teilnahmeformular, das ausgefüllt und unterschrieben werden muss. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Auftaktveranstaltung findet am Sonntag, dem 25. Juni, auf der IGA in Berlin statt.

Das Projekt wird außerdem mit verschiedenen Angeboten wie Vorträgen und Exkursionen flankiert, an der die Pflanzenpaten bei Interesse teilnehmen können. So gibt es zum Beispiel am 1. Juli einen Kurs zum Pflanzenbestimmen. Bei diesem fakultativen Begleitprogramm, das ebenfalls kostenlos ist, soll die Umweltbildung gestärkt werden, erklärt Loewenstein. Insgesamt erhoffe man sich, dass im Projektzeitraum eine Community von interessierten Bürgern für den Naturschutz entsteht. 

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