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  • 06.07.2016
  • von Matthias Matern

Ausbau des Wissenschaftsstandorts Golm : Potsdam schafft Platz für junge Unternehmen

von Matthias Matern

Soll wachsen: Um rund 40 000 Quadratmeter soll der Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Golm erweitert werden. Vor allem junge forschungsnahe Unternehmen sollen Platz finden. Foto: Lutz Hannemann

Der Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Golm soll um rund 40.000 Quadratmeter wachsen. Vor allem forschungsnahe Start-ups sollen dort Platz finden. Das Land Brandenburg stellt Flächen zur Verfügung.

Potsdam - Mit Hilfe des Landes wollen die Stadt Potsdam und die Universität Potsdam den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Golm in den nächsten zehn Jahren um rund 40 000 Quadratmeter Ansiedlungsfläche für Firmen erweitern. Die Grundstücke dafür stellt das Land Brandenburg zur Verfügung. Entwickelt und vermarktet werden sollen die Flächen zum Teil von einem gemeinsamen Standortmanagement der Universität und der Stadt. Die neu gegründete Gesellschaft soll außerdem von 2017 bis 2022 mit jährlich 750 000 Euro vom Land gefördert werden. Dies teilten Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs und Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (beide SPD) am Dienstag auf einer Pressekonferenz in der Staatskanzlei mit.

Jakobs: Haben Schwierigkeiten, Unternehmen vor Ort zu halten

Mit dem massiven Ausbau des Standortes reagieren Land, Universität und Stadt auf den Mangel an geeigneten Flächen in Potsdam für Start-ups und Ausgründungen aus den zahlreichen Forschungseinrichtungen der Stadt. „Wir haben große Schwierigkeiten, die Unternehmen vor Ort zu halten, weil es an der nötigen räumlichen Infrastruktur mangelt“, räumte Jakobs gestern ein. Wie berichtet hatte es in der Vergangenheit diesbezüglich Kritik an Jakobs gegeben, in dessen Geschäftsbereich die Wirtschaftsförderung liegt. Wirtschaftsverbände, Unternehmer der Stadt und der 2015 von den Stadtverordneten berufene Wirtschaftsrat hatten bemängelt, für die Bereitstellung von Gewerbeflächen in Potsdam werde zu wenig getan. Daraufhin hatte Jakobs angekündigt, in die Offensive gehen zu wollen.

Gleichzeitig soll mit dem Ausbau der gewachsenen landesweiten Bedeutung des Standortes Rechnung getragen werden. „Golm ist der größte und an Perspektiven reichste Wissenschaftsstandort in Brandenburg. Für uns ist es deshalb sehr wichtig, den Standort weiter auszubauen“, sagte Wirtschaftsminister Gerber. Auch Universitätspräsident Oliver Günther hatte vor Kurzem in einem PNN-Interview gesagt, Golm habe sich in den vergangenen 25 Jahren gut entwickelt, es sei aber noch mehr drin.

Neues Technologiezentrum in Golm soll sechs bis acht Millionen Euro kosten

Den ersten Schritt macht die Stadt wie berichtet auf eigene Kosten – zumindest fast. In Eigenregie baut Potsdam in Golm neben dem bereits 2006 eröffneten sogenannten Go:in I auf rund 5000 Quadratmetern ein zweites Technologiezentrum, das Go:in II. Auch dieses Grundstück stellt das Land. „Die Ausschreibung ist bereits erfolgt“, sagte Jakobs gestern. Einziehen sollen dort vor allem jene Firmen aus dem Go:in I, deren Mietverhältnis förderbedingt nach acht Jahren ausläuft und für die es bislang keine alternativen Angebote in der Stadt gab. Für das Go:in II wird es keine maximale Mietdauer geben.

Die Kosten für den Erweiterungsbau bezifferte Jakobs gestern mit sechs bis acht Millionen Euro. Zusammen mit dem Go:in I stünden damit nach Angaben der Stadt in Golm bereits auf 10 000 Quadratmetern Labore und Büros zur Verfügung.

Weitere 35 000 Quadratmeter am Wissenschaftstandort sollen entwickelt werden

Ebenfalls als Standort für wissenschaftsaffine Unternehmen entwickelt werden sollen weitere 35 000 Quadratmeter Fläche in Golm. Für zwei Drittel davon sei das Land selbst in Verhandlungen mit drei potenziellen Investoren, sagte Jakobs. Der Rest solle dann von der neuen Standortmanagement-Gesellschaft von Stadt und Universität vermarktet werden. Die Gesellschaft werde inklusive Geschäftsführung sieben Mitarbeiter haben und im kommenden Jahr die Arbeit aufnehmen.

Umgesetzt werden sollen die Pläne dem Oberbürgermeister zufolge innerhalb der nächsten zehn Jahre. Insgesamt rechnet die Stadt nach eigenen Angaben mittelfristig mit rund 1000 neuen hochqualifizierten Arbeitsplätzen durch den Ausbau in Golm.

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