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  • 10.09.2015
  • von Jan Kixmüller

Fachhochschule Potsdam: Erste Gender-Toiletten in Brandenburg

von Jan Kixmüller

An der FH Potsdam werden demnächst Unisex-Toiletten eingerichtet. Foto: M. Thomas

Es gab lange Streit um Unisex-Toiletten an der Fachhochschule Potsdam. Nun sollen sie im Laufe des Wintersemesters eingerichtet werden. Ein erster Schritt für die FH-Leitung.

Potsdam - Die Fachhochschule Potsdam wird an ihren beiden Standorten sogenannte Unisex-Toilette einrichten. Das entschied am gestrigen Mittwoch der Senat der Hochschule. Die Toiletten für Menschen, die sich nicht eindeutig einem der beiden Geschlechter zuordnen, sollen in allen FH-Gebäuden neben den Damen- und Herrentoiletten eingerichtet werden. Damit wolle der Senat die Vielfalten der Hochschulangehörigen im geschlechtlichen Sinne anerkennen, so die FH-Leitung gegenüber den PNN. Die gendergerechten Klos sollen im Laufe des kommenden Wintersemesters 2015/2016 zur Verfügung stehen. 

Streit an der FH Potsdam über Unisex-Klos

Zuvor war es an der FH zu einem Streit um die Unisex-Toilette gekommen. Studierende der „AG Diskriminierungsfreie FHP“ hatten eine Damentoilette zur Unisex-Toilette umgewidmet, was unter Dozenten zum Widerspruch führte. Die Hochschulleitung entfernte schließlich die Beschilderung an der Toilette. Der studentische Senator Domenico Janz hatte sich der Sache angenommen und die Abstimmung in den Senat eingebracht. „Mit dieser Umsetzung nimmt die FH Potsdam als erste Hochschule des Landes Brandenburgs die geschlechtliche Gerechtigkeit in der öffentlichen Wahrnehmung wahr und nimmt eine Vorbildfunktion für andere Hochschulen im Land ein“, so Janz.

FH-Vizepräsident Hermann Voesgen sagte, dass Diversity und Heterogenität seit vielen Jahren ein wichtiges Thema im Studium und für die Hochschule sei. „Dieses Thema werden wir nun auch praktisch angehen. Es ist ein erster Schritt.“ Der Dekan des Fachbereichs Sozialwesen, Heiko Kleve, sagte zusammenfassend, dass es in der Auseinandersetzung nie um das „ob“, sondern eher um das „wo“ und „wie viele“ gegangen sei. „Ich bin eindeutig dafür, dass wir diese Toilette einrichten, dass wir Diversität, Heterogenität, Pluralität grundsätzlich achten und möchten, dass sich Menschen aller geschlechtlichen Identitäten an unserem Fachbereich wohlfühlen.“ Das sei auch die Meinung der Mehrheit der Kolleginnen und Kollegen.

Gender-Klos in Berlin

In Berlin gibt es bereits Unisex-Klos, so beispielsweise in Rathäusern des Bezirks Berlin-Mitte und im Gesundheitsamt. Das Abgeordnetenhaus in Berlin hatte erst kürzlich den Senat aufgefordert, die Einrichtung von Unisex-Toiletten parallel zu Damen und Herrentoiletten im öffentlichen Raum zu prüfen.

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