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  • 28.11.2014

Fliegende Spaghettimonster : Ärger über „Nudelmessen“ in Templin

Die Provokation der Kirche fruchtet: Im erzkatholischen Polen standen im April dieses Jahres Sympathisanten vor Gericht. Foto: Tomasz Gzell/dpa

Schilder am Ortseingang weisen auf „Pastafari“ hin - der evangelische Pfarrer ist empört über die „Anmaßung“ der Atheisten

Die sogenannte „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“ sorgt im uckermärkischen Templin für Verärgerung bei Vertretern der evangelischen Kirche. Nach einem Bericht der Online-Redaktion des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) haben die sogenannten „Pastafari“ von der Stadtverwaltung die Erlaubnis erhalten, an den Ortseingängen Hinweisschilder auf ihre „Nudelmessen“ anzubringen. Auf von RBB-online gezeigten Fotos sind die Schilder unter denen von katholischer und evangelischer sowie den Freikirchen angebrachten Schildern mit Hinweisen auf Messen und Gottesdienste angebracht.

Der evangelische Templiner Pfarrer Ralf-Günther Schein zeigte sich entsetzt von dem Vorgang. Er sprach von einer Anmaßung und Geschmacklosigkeit. Verwunderlich sei, dass die antikirchliche Initiative von der Templiner Stadtverwaltung das Recht erhalten habe, ihre Schilder neben denen der Kirche aufzuhängen.

Die Kirchen würden sich dagegen zur Wehr setzen, kündigte Schein an. Nach Angaben des evangelischen Pfarrers zahlen die Kirchen Geld für ihre Hinweistafeln. Schein hatte unter großem Medienandrang zum Reformationstag am 31. Oktober Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in seiner Kirche zu Gast.

Nach dem RBB-Bericht ist die „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“ weltweit organisiert. Auf den abgebildeten Schildern am Ortseingang von Templin ist zu lesen: „Nudelmesse, Freitag 10.00 Uhr“. Das daneben abgebildete Logo auf dem Schild erinnert an eine Krabbe. Nach den Worten von Pfarrer Schein handelt es sich um Religions- und Kirchenkritiker, die auch vor Ort seit Längerem bekannt sind. Laut RBB ist die Bewegung als satirische Reaktion von Atheisten auf fundamentale Christen in den USA entstanden.

In der Stadtverwaltung von Templin war am Freitagnachmittag niemand mehr für eine Stellungnahme zu dem Geschehen zu erreichen. Der örtliche Ober-„Pastafari“ Rüdiger Weida soll die Genehmigung für das Aufhängen der Schilder laut RBB beim Straßenverkehrsamt beantragt haben. Er sehe darin laut Vereinswebsite einen Erfolg „im Kampf um die Gleichbehandlung von Pastafari mit anderen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften“. (epd)

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