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  • 25.05.2014
  • von Alexander Fröhlich

Brandenburg: NPD-Kandidat attackierte Fotografen

von Alexander Fröhlich

Wahlparty der NPD in Bad Belzig. Foto: Hardy Krüger

Die neonazistische NPD trat in Brandenburg zur Kommunalwahl mit Gewalttätern und Brandstiftern an. Nun wurde am Wahlsonntag in Bad Belzig am Rande einer NPD-Wahlparty ein Fotojournalist angegriffen, der auch für die PNN tätig war.

In Bad Belzig (Potsdam-Mittelmark) ist am Wahlsonntag ein Fotograf, der unter anderem auch schon für die PNN tätig war, von einem Neonazi attackiert worden. Der Fotojournalist Hardy Krüger war am Sonntagnachmittag in der Stadt unterwegs, um eine Wahlparty der neonazistischen NPD zu beobachten. Dann soll der Neonazi Pascal Stolle den Fotografen auf sein Grundstück eingeladen haben mit den Worten, er könne Fotos von der Wahlparty machen. Als Krüger fragte, ob er auf dem Privatgelände auch fotografieren dürfe, habe dies Stolle abgelehnt, sich in Rage geredet und Krüger schließlich in den Nacken geschlagen, berichtet der Fotograf Er blieb unverletzt.

Zwei Staatsschutzbeamte der Polizei beobachteten den Vorfall und griffen sofort ein. Der Fotograf erstattete dann auf dem Belziger Polizeirevier Anzeige wegen Körperverletzung. Auf Nachfrage sprach die Polizei von einem Übergriff und einer Auseinandersetzung in „privaten Räumlichkeiten“. Auch die Tätlichkeit bestätigte die Polizei. Eine Wahlparty der NPD habe es aber nicht gegeben.

Dem widersprach Krüger, der die rechtsextremistische Szene in Brandenburg beobachtet und regelmäßig von Aufmärschen und Aktionen von Neonazis in Brandenburg berichtet. Bereits vorab habe er die Information bekommen, dass Stolle in Bad Belzig eine Wahlparty abhalten wollte. Dann habe er auch tatsächlich auf dem Grundstück Wahlplakate und Luftballons der NPD gesehen. Zudem habe er bereits bei seinem Eintreffen die Staatsschutz-Beamten vor dem Grundstück bemerkt, die die Wahlparty offenbar ebenfalls beobachteten.

Pascal Stolle ist in der brandenburgischen Neonazi-Szene durchaus eine Größe. Bei der Kommunalwahl am Sonntag trat er für die NPD an und bewarb sich um Mandate im Kreistag Potsdam-Mittelmark und in der Stadtverordnetenversammlung Bad Belzig. In der Vergangenheit war er vor allem durch Gewalttaten aufgefallen. 1997 war er zu fünf Jahren Haft verurteilt worden – wegen eines brutalen Überfalls auf eine linke Punk-Band in Pritzwalk mit einem Baseballschläger. Nach der Haft machte Stolle gleich weiter mit rechten Aktivitäten. Er war Anführer der „Preußischen Aktionsfront“ und anschließend bei weiteren regionalen Gruppen wie „Fläming Front“, „Division Belzig“ oder „Kameradschaft Hoher Fläming“ aktiv. Zudem fiel er in den vergangenen Monaten bei Protesten gegen eine neue Asyl-Unterkunft und die Unterbringung von Flüchtlingen in Bad Belzig auf. Mehrmals hielt er dabei rassistische Hetzreden. Auf seiner Facebook-Seite postete er zum Hitlergeburtstag im April 2014 ein Bild, auf dem ein in Kerzenschein getauchtes Hitlerporträt zu sehen war.

Die neonazistische NPD trat zur Kommunalwahl mit 115 Kandidaten in Brandenburgs Landkreisen, Städten und Gemeinden an. Wie berichtet schickte die Partei eine Vielzahl an Gewalttätern, Brandstiftern und ehemaligen Kameradschaftsführern ins Rennen um Kommunalmandate.

 

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